- Ernährung
Nachgefragt Recht | Nur in besonderen Situationen: Mehrkosten für Ernährung geltend machen
3 Minuten

Manche Menschen benötigen aus gesundheitlichen Gründen eine kostenaufwendige Ernährung. Auch kalorienreduzierte Diätprodukte sind oft noch immer deutlich teurer als „normale“ Lebensmittel. Allerdings kann man diese Mehrkosten in Deutschland nur im Ausnahmefall bei Sozialamt, Krankenkasse oder Finanzamt geltend machen. Hier fassen wir die Möglichkeiten zusammen.
Ist aus gesundheitlichen Gründen eine kostenaufwendige Ernährung nötig, gibt es im Ausnahmefall Möglichkeiten, diese geltend zu machen.
Staatliche Unterstützung: Bürgergeld und Sozialhilfe
Menschen, die Bürgergeld bzw. Sozialhilfe beziehen, können beim Amt einen „Mehrbedarf“ für kostenaufwendige Ernährung beantragen, wenn eine medizinisch zwingende und teurere Ernährungsform notwendig ist. Ein solcher Mehrbedarf allein aufgrund des Diabetes wird in der Regel aber nicht mehr anerkannt. Die Gerichte gehen davon aus, dass es bei Diabetes keine besondere Diät braucht, um sich gesund zu ernähren.
Das Bundessozialgericht hat hierzu klargestellt: „Anspruch auf einen Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung besteht nur bei einem objektiven Erfordernis einer besonderen Kostform aus physiologischen Gründen, nicht aber bei einem bestimmten Ernährungsverhalten oder einem Umgang mit Lebensmitteln, dem keine spezifische, physiologisch bestimmte Kostform zugrunde liegt.“ (Bundessozialgericht, Urteil vom 20.01.2016 – B 14 AS 8/15 R)
Ein solcher Anspruch wird daher nur bei besonderen medizinischen Konstellationen oder zusätzlichen Erfordernissen im Einzelfall anerkannt. Entscheidend ist eine aktuelle, ausführliche ärztliche Bescheinigung, idealerweise ergänzt durch ein Ernährungstagebuch und Quittungen als Nachweis der erhöhten Aufwendungen. Voraussetzung ist, dass die Kosten der notwendigen Ernährung den normalen Regelsatz erheblich überschreiten und ein direkter Zusammenhang zwischen Erkrankung und Ernährungsform nachgewiesen wird.
Ernährung ist keine Leistung von Krankenkassen
Auch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine spezielle Ernährung bei Diabetes grundsätzlich nicht. Auch Spezial-Lebensmittel, Diätprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel werden in der Regel nicht bezahlt, da sie meist als allgemeine Kosten des Lebensunterhalts bzw. als Lifestyle-Produkte gelten. Eine Kosten-Übernahme durch Krankenkassen kommt daher nur in Ausnahmefällen, d. h. vor allem bei sehr seltenen, angeborenen Stoffwechsel-Krankheiten wie der Mukoviszidose in Betracht.
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lena-schmidt postete ein Update vor 4 Tagen, 17 Stunden
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Monat
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße




