- Soziales und Recht
Fachverbände vermissen in geplantem Digital-Gesetz für Gesundheitsbereich Regelungen fürs digitale DMP
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Ein neues Digital-Gesetz soll für den Gesundheitsbereich ein datengestütztes Ökosystem ermöglichen. DDG und BVND begrüßen die angestrebte digitale Transformation. Sie vermissen allerdings Regelungen für das digitale Disease-Management-Programm (DMP) und wünschen sich Nachbesserungen.
Das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) ist aktuell noch im Entwurfsstadium. Es zielt darauf ab, die Digitalisierung im deutschen Gesundheitssystem in Zukunft verlässlicher, stabiler und nutzerfreundlicher zu machen. Zudem soll damit die sichere und datenschutzkonforme Nutzung von Gesundheitsdaten für die Versorgung, die Forschung und den medizinischen Fortschritt deutlich verbessert werden.
Das GeDIG enthält u.a. Regelungen zur
- elektronischen Patientenakte, ePA (z.B. müssen die Kassen ihren Versicherten eine digitale Impfübersicht liefern),
- Nutzung von Gesundheitsdaten durch das Forschungsdatenzentrum Gesundheit und die Krankenkassen,
- Telematikinfrastruktur, TI (z.B. übernimmt die gematik eine stärker steuernde Rolle),
- Interoperabilität (z. B. müssen IT-Anbieter dafür sorgen, dass Daten in den Systemen der Leistungserbringer miteinander kompatibel und austauschbar sind) und
- Umsetzung der Verordnung zum Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS).
Mit dem Gesetz soll die elektronische Überweisung eingeführt werden. Die standardisierte digitale Ersteinschätzung zur Feststellung des Versorgungsbedarfs von Patientinnen und Patienten wird flächendeckend vorbereitet. Die Übertragung medizinischer und pflegerischer Daten mittels Fax wird nicht mehr zulässig sein.
Fachverbände mit Lob – aber auch Hinweisen für Nachbesserungsbedarf
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND) begrüßen ausdrücklich die vorgesehene Weiterentwicklung von TI und ePA. Ihnen fehlen allerdings Regelungen zur funktionalen Ausgestaltung des digitalen Disease-Management-Programms (dDMP).
Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorbereitete Konstruktion des dDMP als ergänzendes Modul zum bisherigen DMP sei unzureichend. Sie erzeuge Doppelstrukturen sowie redundante Einschreibepflichten und beseitige weder die analoge Dokumentationslast noch die Fragmentierung durch rund 3.000 regionale DMP-Verträge.
„Ohne korrektive gesetzliche Leitplanken im GeDIG droht die Digitalisierung bestehende Mängel zu verstetigen, statt sie zu beheben“, so DDG und BVND. Sie schlagen entsprechende Regelungen vor, die noch ins GeDIG aufgenommen werden sollten (siehe Kasten).
Was laut DDG und BVND noch ins GeDIG gehört
DDG und BVND fordern den G-BA und das BMG auf, folgende Regelungen im GeDIG-Gesetzgebungsverfahren zu verankern:
- Das dDMP ist als eigenständige, von bestehenden Programmen getrennte Versorgungsform zu normieren. Die digitale Einschreibung über die Telematikinfrastruktur muss die analoge vollständig ersetzen. Der Teilnahmestatus muss jederzeit elektronisch verifizierbar sein.
- Für das dDMP sind bundeseinheitliche Vertrags- und Datenstandards verbindlich festzulegen. Regionale Abweichungen sind nur in Anlagen zulässig.
- Die zulässigen Instrumente sind um digitale medizinische Anwendungen (DimA), dedizierte DMP-Managementsysteme sowie klinische Entscheidungsunterstützungssysteme (CDSS) zu erweitern. Deren Finanzierung ist gesetzlich sicherzustellen.
- Das Medizinische Informationsobjekt (MIO) Diabetes ist als maschinenlesbarer, interoperabler und algorithmusfähiger Pflichtbestandteil der elektronischen Patientenakte zu normieren. Pflichtfelder umfassen Therapieziele, CGM- und Insulinpumpen-Reports, Laborwerte sowie Risikofaktoren.
- Krankenhäuser sind als integraler Bestandteil des dDMP verpflichtend einzubinden. Die Übermittlung behandlungsrelevanter Daten zwischen stationären und ambulanten Leistungserbringern über die ePA ist sicherzustellen.
- Das BMG ist zu verpflichten, die Rechtsverordnung nach § 370b SGB V innerhalb von zwölf Monaten nach Inkrafttreten des GeDIG zu erlassen. Diese muss verbindliche technische Mindeststandards, Zertifizierungsanforderungen für CDSS sowie Datenschutz- und Sicherheitsvorgaben festlegen.
Ähnlich lautende Forderungen hat der Verband der Diagnostika-Industrie in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf formuliert. Der Bundesverband Gesundheits-IT verlangt ebenfalls vom Gesetzgeber, die zentralen Impulse der DDG aufzugreifen und das dDMP als echtes, datenbasiertes Steuerungsinstrument zu verankern.
Einwilligung von Patientinnen und Patienten in Datennutzung sollte genügen
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) hat sich an der Stellungnahme der Koordinierungsgruppe Gesundheitsdateninfrastrukturen beteiligt. Die mitwirkenden Initiativen und Organisationen wünschen sich u.a. im GeDIG eine Regelung zur Übermittlung von Krankenkassendaten auf Basis wirksamer Patienteneinwilligungen und ohne behördliche Genehmigung. Das würde bestehende Rechtsunsicherheiten beseitigen, Bürokratie reduzieren und den Datenzugang für die Forschung beschleunigen.
in leicht abgewandelter Form zuerst erschienen in diabetes zeitung, Ausgabe 4/2026
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kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 3 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 4 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


