Kürzere Liegedauer und niedrigere Sterblichkeit: DDG Zertifikate für Kliniken können Leben retten

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Eine junge Krankenschwester kümmert sich um eine ältere Frau in einem Krankenhausbett. Beide lächeln sich an.
Foto: pikselstock – stock.adobe.com
Kürzere Liegedauer und niedrigere Sterblichkeit: DDG Zertifikate für Kliniken können Leben retten

Kliniken, die Zertifikate der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) für ihre Diabetes-Expertise erhalten haben, weisen eine kürzere Liegedauer und niedrigere Sterblichkeit auf. Jährlich könnten 1.140 Leben von Menschen mit Diabetes durch zertifizierte Diabetes-Versorgung gerettet werden. Das zeigt eine neue bundesweite Untersuchung.

Fast jeder fünfte erkrankte Mensch, der eine stationäre Versorgung benötigt, kommt mit Diabetes mellitus in die Klinik. Eine neue bundesweite Analyse von 43,4 Millionen Krankenhausfällen aus den Jahren 2021 bis 2023 für Menschen über 20 Jahre zeigt nun, dass Einrichtungen mit Zertifizierung der DDG bessere Ergebnisse in der Versorgung erreichen. Besonders deutlich wird der Vorteil, wenn Diabetes selbst der Aufnahmegrund ist oder wenn akute diabetesbedingte Komplikationen vorliegen. Das Fazit des Autorenteams: Jährlich könnten 1.140 Leben von Menschen mit Diabetes durch zertifizierte Diabetesversorgung gerettet werden. Für die Analyse verglichen die Epidemiologin Dr. biol. hum. Marie Auzanneau, Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie, Universität Ulm, und ihr Autorenteam 300 DDG zertifizierte Kliniken mit 1.103 nicht zertifizierten Häusern.

Sterbewahrscheinlichkeit in zertifizierten Kliniken niedriger

Bei Typ-1-Diabetes als Hauptdiagnose lag die für Faktoren wie Alter, Geschlecht, allgemeiner Gesundheitsstatus und Krankenhausgröße adjustierte Sterblichkeit in DDG zertifizierten Kliniken mit 0,23 % deutlich niedriger als in nicht zertifizierten Häusern bei 0,40 %. Bei Typ-2-Diabetes als Hauptdiagnose betrug sie 1,44 % gegenüber 1,64 %. Beim Auftreten einer diabetischen Ketoazidose war die Sterbewahrscheinlichkeit in zertifizierten Kliniken signifikant niedriger. Dasselbe galt für schwere Unterzuckerungen. „Der Zusammenhang zwischen Zertifizierung und niedrigerer Sterblichkeit zeigt sich vor allem dort, wo diabetologische Expertise unmittelbar gebraucht wird: bei Diabetes als Aufnahmegrund und bei akuten Stoffwechselkomplikationen“, sagt Auzanneau.

Insgesamt zeigt sich für alle Diabetespatientinnen und -patienten eine geringere Sterblichkeit in den zertifizierten Kliniken. Betrachtet man ausschließlich die Menschen mit Diabetes als Nebendiagnose, findet die Studie jedoch keinen statistisch signifikanten Unterschied bei der Krankenhaussterblichkeit. Das überrascht aus Sicht des Autorenteams nicht: Hier bestimmen häufig andere schwere Erkrankungen (z. B. Herz- und Nierenerkrankungen, Infektionen oder Krebs) den Verlauf. Dennoch verbrachten auch diese Patientinnen in zertifizierten Kliniken im Mittel weniger Zeit im Krankenhaus. Bei Typ-2-Diabetes als Nebendiagnose lag die adjustierte Liegedauer bei 7,8 Tagen gegenüber 9,0 Tagen in nicht zertifizierten Häusern.

Kleine Differenz mit großer Wirkung

Auf den ersten Blick wirkt der Unterschied bei der Sterblichkeit über alle Diabetesfälle hinweg klein: 7 Todesfälle weniger pro 10.000 stationären Fällen in zertifizierten Kliniken. Aber: Im dreijährigen Beobachtungszeitraum wurden 4.888.749 stationäre Diabetesfälle in nicht zertifizierten Kliniken behandelt. „Hätten diese Fälle dieselben Ergebnisse erzielt wie in DDG zertifizierten Kliniken, hätten pro Jahr etwa 1.140 Leben gerettet werden können“, rechnet Dr. Auzanneau. Bei Typ-1-Diabetes als Hauptdiagnose wären es ca. 16 Leben pro Jahr, bei Typ-2-Diabetes als Hauptdiagnose rund 131.

Werden Reformvorhaben zur Gefahr für die Diabetes-Expertise?

Aus Sicht der DDG kommen die Daten zu einem entscheidenden Zeitpunkt. In aktuellen Reformvorhaben zur Finanzierung der GKV drohen spezialisierte, hoch qualifizierte Diabetes-Strukturen erneut unter Druck zu geraten. Werden sie nicht als eigene Versorgungsqualität abgebildet, können zertifizierte Kliniken wirtschaftlich benachteiligt sein, obwohl sie bessere Ergebnisse erzielen. „Diese Studie zeigt, was auf dem Spiel steht“, sagt Professor Dr. Andreas Fritsche, Past Präsident der DDG. „Wenn zertifizierte Diabetesstrukturen aus finanziellen Gründen verschwinden, verlieren Krankenhäuser Expertise, die Leben retten kann. Die Politik darf Qualität nicht nur fordern. Sie muss sie auch finanzieren.“


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

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  • olivers postete ein Update vor 1 Tag, 18 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 2 Tagen, 20 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver