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Künstliche Intelligenz in der Diabetes-Behandlung: Was Algorithmen heute schon leisten
2 Minuten

Ob Früherkennung von Netzhautschäden, Unterstützung bei der Insulindosierung oder Vorhersage von Unterzuckerungen: Künstliche Intelligenz spielt in der Diabetes-Behandlung eine zunehmend wichtige Rolle. Das Institut für KI in der Medizin (IKIM) an der Universitätsmedizin Essen erforscht, wie Algorithmen aus großen Datenmengen lernen und die Behandlung präziser machen können. In einem Fachbeitrag für die Zeitschrift Diabetes-Forum hat das IKIM Anwendungsfelder für KI-Modelle in der Diabetologie vorgestellt. Hier sind die wichtigsten Fakten für Menschen mit Diabetes aus diesem Artikel.
Künstliche Intelligenz, kurz KI, bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben lösen, für die normalerweise menschliches Denken nötig ist: Lernen, Muster erkennen und daraus Schlussfolgerungen ziehen. Die meisten KI-Systeme in der Medizin funktionieren, indem sie mit großen Mengen an Beispieldaten trainiert werden. Dazu zählen z.B. Röntgenbilder, Laborwerte oder Glukoseverläufe. Aus diesen Daten lernt das System, Muster zu erkennen und darauf basierend Vorhersagen oder Empfehlungen zu treffen.
Eine Besonderheit vieler moderner KI-Systeme ist, dass sich ihre Entscheidungswege oft nur schwer nachvollziehen lassen. Fachleute sprechen dann von einer „Black Box”. Aus diesem Grund wird intensiv daran gearbeitet, KI-Entscheidungen transparenter zu machen. Etwa damit Ärztinnen und Ärzte nachvollziehen können, warum ein System eine bestimmte Empfehlung ausspricht.
Anwendungsfelder in der Diabetologie
In der Diabetes-Behandlung fallen durch kontinuierliche Glukosemessung (CGM), Insulinpumpen und andere Diabetes-Technologien große Mengen an Daten an. Diese von Hand auszuwerten, ist kaum möglich. KI kann hier ansetzen und Muster erkennen, die sonst verborgen blieben.
Ein bereits zugelassenes Beispiel ist ein KI-System zur automatisierten Erkennung der diabetischen Retinopathie. Dabei handelt es sich um eine Netzhautschädigung, die durch einen Diabetes entstehen kann. Das System wertet Fotos des Augenhintergrunds aus und kann Anzeichen einer beginnenden Schädigung erkennen; teils bevor sie mit bloßem Auge sichtbar sind.
Auch bei anderen Folge-Erkrankungen des Diabetes wie Nierenschäden (Nephropathie) oder Nervenschäden (Neuropathie) wird untersucht, ob KI-gestützte Auswertungen von Bildern und Messwerten eine frühere Diagnose ermöglichen.
In der Therapie unterstützt KI zunehmend bei der Einschätzung von Kohlenhydratmengen in Mahlzeiten sowie bei Vorschlägen zur Anpassung von Insulindosen. Besonders im Zusammenspiel mit Systemen zur automatisierten Insulinabgabe (AID-Systemen) zeigt sich bereits ein Nutzen. Studien berichten von einer verbesserten Blutzuckereinstellung bei Menschen, die solche Systeme nutzen.
Vorhersage von Unterzuckerungen
Ein weiteres Einsatzfeld betrifft Wearables, also am Körper getragene Geräte und Sensoren. Sie können unter Einsatz von KI Unterzuckerungen vorhersagen, bevor sie eintreten, und damit möglicherweise akute Notfälle verhindern. Ein Beispiel aus der aktuellen Forschung ist ein Modell namens GluFormer, das mit Daten aus mehr als zehn Millionen Glukosemessungen trainiert wurde. Es soll Muster im Blutzuckerverlauf erkennen, die auf ein erhöhtes Risiko für Diabetes-Folgeerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Ereignisse hinweisen, und dabei teils genauer sein als der klassische Langzeitblutzuckerwert HbA1c.
Offene Fragen und Grenzen
Trotz dieser Fortschritte bestehen Herausforderungen. Weil KI-Entscheidungen oft schwer nachvollziehbar sind, wird diskutiert, wie viel Vertrauen ihnen entgegengebracht werden sollte und wer im Fehlerfall verantwortlich ist. Zudem können KI-Systeme nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie trainiert wurden. Sind diese Daten unausgewogen, etwa wenn bestimmte Personengruppen darin unterrepräsentiert sind, kann das die Ergebnisse verzerren. So wurden bereits geschlechtsspezifische Unterschiede in der Genauigkeit mancher Algorithmen beobachtet.
Auch rechtliche und organisatorische Fragen spielen eine Rolle, etwa welche Vorschriften für KI-basierte Medizinprodukte gelten und wie Gesundheitsdaten sicher und einheitlich gespeichert werden können, damit sie überhaupt für die Entwicklung solcher Systeme nutzbar sind.
Fazit
Künstliche Intelligenz bietet in der Diabetologie Ansatzpunkte für eine genauere Diagnostik, individuellere Therapie-Anpassung und frühzeitigere Erkennung von Risiken. Bis diese Möglichkeiten flächendeckend in der Versorgung ankommen, sind allerdings noch technische, rechtliche und ethische Fragen zu klären. Forschungseinrichtungen wie das Institut für KI in der Medizin (IKIM) in Essen arbeiten daran, gemeinsam mit Kliniken, Industrie und Politik, die dafür nötigen Grundlagen zu schaffen.
von Gregor Hess
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lena-schmidt postete ein Update vor 3 Tagen, 11 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße





