- Eltern und Kind
SWEET – für eine besser Kinderdiabetologie weltweit
3 Minuten
Weltweit gibt es nach wie vor Ungleichheiten in Bezug auf das Niveau und den Zugang zu spezialisierter multidisziplinärer Diabetesversorgung und -schulung für Kinder und Jugendliche, die sich nicht allein dadurch erklären lassen, wie vermögend ein Land ist.
2008 startete mit Unterstützung einer EU-Förderung im Bereich der öffentlichen Gesundheit das SWEET-Projekt (2008-11) mit 12 Diabeteszentren in Europa. “SWEET” ist ein Akronym und steht für “Better control in Pediatric and Adolescent diabeteS: Working to crEate CEnTers of Reference”. Es zielt darauf ab, eine vergleichbare, qualitativ hochwertige Versorgung für alle Kinder mit Diabetes zu fördern. Inzwischen ist SWEET e. V. ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hannover.
SWEET pflegt enge Verbindungen zu wissenschaftlichen Organisationen wie der International Society for Pediatric and Adolescent Diabetes (ISPAD) und hat ein weltweites Netzwerk von bisher 154 Diabeteszentren mit gemeinsamen Zielen in 62 Ländern auf allen Kontinenten aufgebaut. Dabei unterstützt SWEET den Gedanken “Nichts über uns ohne uns”. Deswegen nahmen an der 15. Jahrestagung in Paris sowohl Menschen teil, die mit Diabetes leben, als auch internationale Diabetes-Teams, und Vertreter der Industrie.
Betroffene, Profis und Industrie gemeinsam an einem Tisch
Dort diskutierten sie auf Grundlage weltweiter Registerdaten und wissenschaftlicher Analysen über die Ungleichheiten beim Zugang zur Diabetesversorgung und -behandlung.Für die Datenerhebung, die statistische Analyse und das Benchmarking arbeitet SWEET mit Reinhard Holl und Stefanie Lanzinger von der Universität Ulm zusammen. Anonymisierte Daten der in den SWEET-Zentren betreuten Patienten werden zweimal im Jahr zentral analysiert. Von insgesamt 105.854 Kindern und Jugendlichen mit Diabetes wurden so bisher insgesamt 1.243.555 Behandlungstermine ausgewertet.
In einer Publikation der 10-Jahres-Follow-up-Daten der weltweiten Zentren zeigte sich eine Senkung des durchschnittlichen HbA1c-Wertes von 8,4 % auf 7,9 %, eine Verringerung der schweren Hypoglykämien von 3,8 % auf 2,4 % und eine verstärkte Nutzung von Diabetestechnologie bei den SWEET-Teilnehmenden. Um die Sichtweise der Betroffenen noch besser erfassen zu können, fiel auf der Pariser Tagung der Startschuss für ein “Patient-Related Outcome”-Projekt, bei dem Jugendliche mit Typ-1-Diabetes und ihre Eltern in den teilnehmenden Zentren zu ihren Erfahrungen befragt werden sollen.
Eines der SWEET-Ziele: Referenzzentren etablieren
Um zertifizierte Referenzzentren für die pädiatrische Diabetologie zu schaffen, wurde ein sogenanntes Peer-Review-Programm entwickelt. Dafür suchen Teammitglieder aus bereits etablierten Referenzzentren die Kandidaten-Zentren auf. Einerseits geht es dabei darum, zu prüfen, ob ein Zentrum zum Referenzzentrum werden darf. Andererseits aber auch um einen gegenseitigen Austausch, um voneinander zu lernen.
Darüber hinaus ermöglicht es diese Zusammenarbeit zwischen den Diabeteszentren, standardisierte Datensätze gemeinsam zu erfassen, zu bearbeiten und auszuwerten (grenzüberschreitende Forschung). Dies verbessert die Situation für Kinder und Jugendliche mit Diabetes unabhängig von ihrem Wohnort.
Neue Leitlinien in der Kinderdiabetologie
Die pädiatrische Diabetesbehandlung entwickelt sich ständig weiter und SWEET bietet eine ideale Plattform, um die Auswirkungen dieser Veränderungen zu untersuchen. Vor ein paar Monaten wurden die internationalen ISPAD 2022 Clinical Practice Consensus Guidelines zu zahlreichen Aspekten der Behandlung junger Menschen mit Diabetes veröffentlicht. 250 Autorinnen und Autoren aus mehr als 55 Ländern haben zu den Leitlinien beigetragen, viele von ihnen arbeiten in SWEET-Zentren. Zu den übergreifenden Prinzipien all dieser neuen Leitlinien gehört der Einsatz von Technologie sowie eine individuelle, personenzentrierte Behandlung.
Auch in Deutschland wird von einer Leitliniengruppe eine deutsche Version erarbeitet, die auf die besonderen nationalen Gegebenheiten eingeht. Federführend sind hier die Kinderdiabetologen Ralph Ziegler aus Münster und Martin Holder aus Stuttgart. Denn obwohl die meisten Länder die ISPAD Leitlinien empfehlen, werden diese bei weitem nicht in allen Orten umgesetzt. Hauptgründe sind Sprachbarrieren und fehlende Resourcen, die Leitlinien an den lokalen Kontext anzupassen.
Fortschritte in Prävention und Früherkennung von Typ-1-Diabetes
Technologische Fortschritte haben auch die Vorhersage und Prävention von Typ-1-Diabetes gefördert. Der jüngste Meilenstein, die erste regulatorische Zulassung eines Medikaments zur Behandlung von Typ-1-Diabetes im Frühstadium ab einem Alter von 8 Jahren, wird wahrscheinlich zu einem Paradigmenwechsel in der Behandlung führen. Screening-Programme für die Allgemeinbevölkerung zur Bestimmung des Typ-1-Diabetes-Risikos werden ausgeweitet.
Kooperative Typ-1-Diabetes-Netzwerke, wie sie in Deutschland schon seit langem etabliert sind, testen Maßnahmen zur Verzögerung des Krankheitsprozesses in allen Krankheitsstadien. Sie bieten neue Herausforderungen in der Kinderdiabetologie. Auch in der Zukunft werden Daten, Diskussionen und Forschung die Grundlage für die Arbeit an der Mission und Vision von SWEET bleiben, dem etablierten weltweiten Kinderdiabetes-Register.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 11 (2) Seite 8-9
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 6 Tagen, 4 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 6 Tagen, 3 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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