- Ernährung
DANK fordert: Werbebeschränkung für ungesunde Lebensmittel für Kinder
3 Minuten

Schon jetzt sind 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig, Tendenz steigend. Deswegen fordern Verbände Werbebeschränkung für ungesunde Lebensmittel für Kinder und Jugendliche, im Koalitionsvertrag ist das Thema vorgesehen – bisher ist aber noch nichts geschehen. Die Verbraucherzentrale Bayern und DANK nehmen ein aktuelles Rewe-Prospekt zum Anlass, zum Handeln zu mahnen.
Zuckrige Getränke, Süßigkeiten, herzhafte Snacks mit zu viel Salz und hohem glykämischem Index – viele verarbeitete Lebensmittel, die sich ganz bewusst an Kinder als Zielgruppe richten, sind nicht gut für die Gesundheit. In der Werbung wird jedoch oft das Gegenteil suggeriert: diese Snacks machen stark, fit, glücklich und beliebt. Schon jetzt sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig, ihr Anteil wächst stetig. Doch die ständige Verfügbarkeit, Werbung und der günstige Preis ungesunder, verarbeiteter Lebensmittel im Vergleich zu frischem Obst und Gemüse erschweren Eltern und Kindern eine gesunde Ernährung.
Kritik an Werbeprospekt zum Schulstart
Zum Wochenstart hat die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) den Lebensmittelhändler Rewe für ein aktuelles Werbeprospekt zum Schulstart kritisiert. Hier werden Lebensmittel für Kinder als „leckere Begleiter für den Schulalltag“ beworben, obwohl fast alle hoch verarbeitet sind und so gut wie keines den Nährwertempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entspricht.
32 von 34 der beworbenen Lebensmittel sind entweder als Süßigkeit, als zu salzig, zu zuckrig oder zu fettig bewertet. Das zeigt eine Recherche von DANK, und sollten nur in Maßen verzehrt werden. DANK kritisiert, dass Rewe hiermit der Fehlernährung von Kindern Vorschub leiste. Schon am Sonntag hatte die Verbraucherzentrale Bayern auf Twitter auf das Werbeprospekt aufmerksam gemacht. Unter der Überschrift „Leckere Begleiter für den Schulalltag“ werden 34 Lebensmittel mit Aktionspreisen beworben, viele davon gezielt für Kinder vermarktet.
DANK hat daraufhin die Lebensmittel mit den Empfehlungen der WHO verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass nur zwei der 34 Produkte – nämlich zwei Frucht-Smoothies – nach WHO-Standards gesundheitlich empfehlenswert seien. Allerdings sind auch Quetschies nicht uneingeschränkt positiv zu bewerten, denn sie enthalten einen hohen Anteil an Zucker und sind verhältnismäßig kalorienreich. Kleinteile können verschluckt werden und für die motorische und sprachliche Entwicklung von Kindern ist das Kauen wichtig.
„Wir brauchen verbindliche Werbebeschränkungen“
„Kinder essen mehr als doppelt so viel Süßwaren aber nur halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen. Ein Grund ist die ausgeklügelte Werbung für sogenannte Kinderlebensmittel. Und während Obst und Gemüse immer teurer werden, werden Süßkram und Zuckergetränke zu Schleuderpreisen vermarktet“, sagt Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
„Dass Rewe ausgerechnet Zuckerbomben und fettig-salzige Würstchen für den Schulstart bewirbt, ist exemplarisch. Bundesernährungsminister Cem Özdemir darf dem Treiben nicht länger zusehen. Wir brauchen verbindliche Werbebeschränkungen. Nur gesunde Lebensmittel, die die WHO-Empfehlungen erfüllen, sollten für Kinder beworben werden dürfen!“
Schon jetzt sind etwa 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig und ihre Zahl steigt. Deswegen haben sich die Koalitionspartner SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag auf eine Einschränkung von an Kindern gerichtete Werbung mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt geeinigt. Allerdings steht ein Entwurf einer konkreten Regelung noch aus. Der AOK Bundesverband, der Verbraucherzentrale Bundesverband und DANK haben im Februar diesen Jahres eine gemeinsame Empfehlung vorgelegt, wie eine solche Werbebeschränkung aussehen könnte – jetzt ist die Politik am Zug!
Weiterführende Informationen zum Thema
- Tweet der Verbraucherzentrale Bayern mit dem Rewe-Werbeprospekt
- Das Nährwertprofilmodell der WHO Europa für die Klassifizierung von Lebensmitteln
- Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein Zusammenschluss von 21 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für Maßnahmen zur Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten einsetzt
- Das Positionspapier vom AOK BV, vzbv und DANK zur Ausgestaltung der laut Koalitionsvertrag geplanten Werbebeschränkungen
- „Quetschies – der ideale Snack to go?“ – Artikel von der Verbrauerzentrale
mit Materialien der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

3 Minuten
- Behandlung

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 3 Tagen, 15 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



