- Ernährung
Gesunder Lebensstil gegen die Fettleber
5 Minuten
Etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen in Deutschland haben eine Fettleber – und die kann das Entstehen eines Typ-2-Diabetes begünstigen. Menschen, die schon Typ-2-Diabetes haben und übergewichtig sind, haben zu 80 Prozent auch eine Fettleber. Tückisch daran ist, dass sie zunächst einmal keine oder kaum Beschwerden hervorruft. So erging es auch Ingrid Peters, die nach der Diagnose ihr Leben umgekrempelt hat und so ihre Leberwerte wieder in den Griff bekam. Auch Sie können eine verfettete Leber wieder gesunden lassen. Wie das funktioniert, zeigt Ingrid Peters’ Therapieweg.
Und jährlich grüßt das Murmeltier: Im Zuge ihrer allgemeinen jährlichen Kontrolluntersuchungen lässt Ingrid Peters ein großes Blutbild und einen Ultraschall ihrer Organe machen. Um die Ergebnisse der Blutuntersuchung zu besprechen, wird die 56-jährige Typ-2-Diabetikerin in ihre Hausarztpraxis eingeladen.
„Ihre Leberwerte sind erhöht und der Ultraschall bestätigt, was ich anhand der Werte vermutet habe. Frau Peters, Sie haben eine Fettleber“, teilt ihr Arzt ihr mit. „Aber ich trinke so gut wie nie Alkohol, wie kann das denn sein?“, fragt Ingrid Peters nach und ist sichtlich beunruhigt. Im weiteren Gespräch erklärt ihr der Arzt, dass es sich um eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung handelt und dass dies bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sehr häufig vorkommt. Mitverantwortlich dafür sind Übergewicht, Bewegungsmangel sowie kalorien-, zucker- und fettreiches Essen.
Die Empfehlungen, die der Hausarzt Ingrid Peters gibt, lauten: Sie soll abnehmen und mehr Sport treiben. Dazu rät er, eine professionelle Ernährungsberatung bei einer Diätassistentin oder Ökotrophologin in Anspruch zu nehmen, und stellt ein entsprechendes Rezept („ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung“) dafür aus.
Aller Anfang ist schwer
Abnehmen und mehr bewegen: Das ist Ingrid Peters im Zusammenhang mit ihrem Diabetes schon öfter ans Herz gelegt worden. „Nur: Wie schaffe ich das?“, wirbeln die Gedanken durch ihren Kopf. Zu Hause angekommen, kümmert sie sich direkt um einen Termin für eine Ernährungsberatung. Von ihrer Krankenkasse bekommt sie eine Liste mit Fachkräften, für deren Leistungen die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt.
Vor dem ersten Treffen empfiehlt die Ernährungsfachkraft Ingrid Peters in einem Telefonat, vor dem Termin eine Woche lang ein Ernährungstagebuch zu führen. Sie soll so essen und trinken wie immer, ohne sich bewusst einzuschränken oder etwas zu verändern. Solche Dokumentationsaufgaben kennt Ingrid Peters ja schon durch ihr Diabetesmanagement.
„Wenn ich schon wie gewohnt essen soll, versuche ich jetzt zumindest schon einmal, mich etwas mehr zu bewegen“, denkt sie. Sie holt die Nordic-Walking-Stöcke, die sie sich vor Jahren nach einer Reha gekauft hat und erst wenige Male benutzt hat, aus dem Keller. Die ersten Male ist das Nordic Walking ganz schön anstrengend – und auch der Muskelkater lässt jeweils nicht lange auf sich warten. Aber es lohnt sich: Die Blutzuckerwerte werden nach jeder Tour besser. Sich aber immer wieder zur Bewegung zu motivieren, fällt Ingrid Peters nicht leicht.
In der Ernährungsberatung erfährt Ingrid Peters mehr über ihre Leber
Endlich – das lange Warten hat ein Ende. Ganz aufgeregt und äußerst motiviert geht Ingrid Peters mit ihrem Ernährungstagebuch zur Beratung. Die Fachkraft erklärt erst einmal Grundlegendes rund um die Lebergesundheit. So lernt Ingrid Peters, dass es zwei Formen der Leberverfettung gibt: die alkoholbedingte und die nichtalkoholische Fettlebererkrankung, kurz NAFLD (das D steht für Disease, englisch für Erkrankung). Ursachen einer NAFLD sind meistens ein ungesunder Lebensstil, Bewegungsmangel und damit verbunden das Metabolische Syndrom, eine Kombination aus Übergewicht, einem gestörten Zuckerstoffwechsel, erhöhten Blutfettwerten sowie Bluthochdruck.
Kein Wunder also, dass Ingrid Peters betroffen ist. Durch ungesundes und kalorienreiches Essen hat sie nicht nur zugenommen, sondern es hat sich auch Fett in der Leber eingelagert. Das ist gefährlich für den Körper, denn es schadet den Leberzellen und fördert eine Entzündung. Wird nichts dagegen getan, schreitet die Entzündung voran, sodass im weiteren Verlauf Leberzellen absterben, was zu Leberzirrhose und sogar zu Leberkrebs führen kann.
„Eine harte Diagnose“, denkt Ingrid Peters bei sich. Aber es gibt einen Lichtblick: Durch eine Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten kann sich die Leber erholen und kann wieder gesund werden, heißt es in der Ernährungsberatung.
Nicht jeder Tag verläuft ideal
Nun geht es an die Analyse des Ernährungstagebuchs. Ingrid Peters hat Angst vor dem Ergebnis: Darf sie jetzt keine ihrer Lieblingsspeisen mehr essen? Doch zu ihrer Verwunderung heißt es nur, dass sie sich drei Dinge aussuchen soll, die sie künftig ändern möchte. Außerdem gibt es die Option, eine der drei Mahlzeiten des Tages durch einen Formula-Drink oder eine Formula-Mahlzeit zu ersetzen. Das will Ingrid Peters ausprobieren.
Da sie bisher lediglich Tabletten zur Behandlung ihres Diabetes einnimmt, die keine Unterzuckerung verursachen können, entscheidet sie sich, ihr gewohntes Frühstück durch den Formula-Drink zu ersetzen. Und zum Mittag- und Abendessen halbiert sie ihre Fleischportionen und isst dafür mehr Gemüse und Salat.
So bringen Sie Ihre Leber wieder in Balance
Sie können Tag für Tag aktiv etwas dafür tun, dass Ihre Leber gesund bleibt oder wieder gesund wird. Es lohnt sich, denn eine angeschlagene Leber kann auf Dauer schwerwiegende Folgen haben. Dabei ist das Erfolgsrezept simpel – Sie müssen einfach nur aktiv werden. Dabei helfen Ihnen unsere praktischen Tipps.
Das tut der Leber gut:
- Bauen Sie Übergewicht langsam und stetig ab; schon ein bis zwei Kilogramm pro Monat reichen aus. Gehen Sie es langsam an, machen Sie keine Crash-Diät! So verhindern Sie den gefürchteten Jo-Jo-Effekt.
- Wenn Sie 5 Prozent Ihres Ausgangsgewichts dauerhaft abbauen, profitieren Ihre Leber, Ihr Blutzucker, Ihre Beweglichkeit – und nicht zuletzt auch Ihre Seele.
- Bringen Sie täglich Alltagsbewegung in Ihr Leben, gehen Sie also bewusst mehr zu Fuß, fahren Sie mit dem Rad, nehmen Sie die Treppe.
- Klappt es mit der Alltagsbewegung, planen Sie jeden zweiten Tag eine halbe Stunde mit körperlichen Aktivitäten ein. Sie werden schnell spüren, dass sich Ihr Körper daran gewöhnt.
- Gönnen Sie Körper und Seele auch genug Ruhe, z. B. mithilfe von Entspannungstechniken, Meditationsübungen, Saunabesuchen, einem neuen Hobby oder Yoga-Stunden.
- Bringen Sie Abwechslung auf den Teller – mit frischem Obst und Gemüse (Auswahl am besten nach Saison).
- Für kohlenhydrathaltige Lebensmittel gilt: Je ballaststoffreicher sie sind, desto besser ist es.
- Empfehlenswert sind Hülsenfrüchte, frisches Gemüse und Salate, Vollkorngetreide, Nüsse und frisches Obst.
- Eine eiweißbetonte Lebensmittelauswahl hat sich bewährt.
- Geben Sie Milch und Milchprodukten mit geringem Fettgehalt (bis 1,5 %) den Vorzug.
- Rotes Fleisch und Wurst sollten Sie nur selten essen. Besser ist Geflügelfleisch (Hähnchen, Pute) sowie ein- bis zweimal Seefisch in der Woche.
- Bereiten Sie statt Fleischmahlzeiten öfter vegetarische Mahlzeiten zu.
- Meiden Sie Lebensmittel mit einem hohen Anteil an tierischen oder gehärteten Fetten.
- Empfehlenswert sind Raps- oder Olivenöl, Nüsse, Nussmus ohne Zucker, Margarine ohne gehärtete Fette.
- Kochen Sie so oft es geht frisch und meiden Sie Fertiggerichte.
- Streichen Sie Zucker und Süßigkeiten aus Ihrem Alltag. Süßigkeiten lassen sich durch selbst gebackenen Kuchen und Kekse ohne Zucker ersetzen.
- Verwenden Sie Fruchtzucker und Zucker nicht zum Süßen und Würzen.
- Trinken Sie täglich 1,5 bis 2 Liter kalorienfreie Getränke. Fruchtsäfte sollten Sie nur selten zu sich nehmen – und dann am besten verdünnt (3 Teile Wasser zu 1 Teil Saft aus 100 % Frucht und ohne Zuckerzusatz).
- Verzichten Sie auf Alkohol (auch als Bestandteil von Lebensmitteln).
- Hafertage und Intervallfasten können für die Lebergesundheit förderlich sein. Sprechen Sie darüber am besten mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.
Zwei bis drei Portionen Obst darf sie täglich essen. Besonders empfohlen werden ihr wasserreiche Früchte wie Beerenobst und Wassermelonen, sehr süße Früchte wie Kaki, Trauben oder Bananen nur in kleineren Mengen von 70 bis 100 Gramm. Und da sie kein Freund von Alkohol oder süßen Getränken ist, wird es ihr nicht schwerfallen, wie empfohlen darauf zu verzichten.
Mittlerweile hat Ingrid Peters zwei Monate mit den neuen Gewohnheiten geschafft. Das war nicht immer leicht und es gab natürlich Rückschläge. Verläuft aber ein Tag einmal nicht optimal, macht Ingrid Peters am Folgetag einfach weiter im Programm, ohne groß darüber nachzudenken. Drei Kilogramm hat sie so schon abgenommen. Das hat sie unglaublich motiviert, am Ball zu bleiben. Durch die Ernährungsumstellung und das Nordic Walking fühlt sie sich wie neugeboren – und ihre Leber wird es ihr danken.
Autorin:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (9) Seite 76-78
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Tagen, 14 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 3 Tagen, 5 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.