- Ernährung
“Lamm”: Mehr Gans geht nicht!
5 Minuten
Das Echt essen-Gasthaus im Dezember: Gutes Essen zu vernünftigen Preisen gibt es im “Lamm” in Kau. Im Herbst locken dort beste Gänse, die auch als kleines Menü zubereitet werden. Hier das Menü plus ein Gänserezept von Reinhard Kiechle
Im schönen Bodenseehinterland zwischen Friedrichshafen und Ravensburg liegt der Hopfenort Tettnang, zu dem das Dorf Kau gehört. Seit drei Generationen wirtet hier im “Lamm” die Familie Kiechle – und seit 30 Jahren hat dort Reinhard Kiechle das Sagen. Zusammen mit seiner Frau Petra hat er das Gasthaus direkt neben den Hopfenfeldern zum beliebtesten Landgasthof im Oberschwäbischen gemacht, der regelmäßig mittags und abends bestens besucht ist – und das nicht nur von den Einheimischen, sondern auch von Gästen aus der Schweiz und Österreich.

Das Erfolgsgeheimnis ist scheinbar einfach – und für viele Wirte trotzdem so schwer erreichbar: Echte Produkte, möglichst Einheimisches; eine gute Küche mit großen Portionen, was bei den Schwaben wichtig ist – und das alles zu vernünftigen Preisen. Dazu kommt noch ein freundlicher Service und im Sommer ein schöner Biergarten. Aber jetzt im Spätherbst locken die gemütlichen Wirtsstuben – und es lockt die Gans, die es hier gerne auch als ganze oder halbe gibt. Rund 400 Gänse werden es diese Saison werden. Aber nicht irgendwelche, sondern solche von einem Hof im niederbayerischen Pleiskirchen, den Reinhard Kiechle persönlich besucht hat. Zu Viert haben wir eine ganze Gans bestellt – und vorher noch kleinere Gänge mit Teilen des Geflügels, die sonst nicht verwendet werden – nach dem urschwäbischen Motto: Nichts wird weggeworfen – was für den Gast heißt: Mehr Gans geht nicht!

Ein Gericht, das es nur noch selten gibt: Teile von Magen, Hals, Flügel, Herz werden gekocht – und dann wie ein Schwartenmagen zubereitet. Bei den früheren klassischen Schlachtmethoden wurde die Masse noch in den echten Hals gefüllt, deshalb der Name “Gefüllter Gänsekragen”. Zwei Scheiben liegen auf Blättern vom Hirschhornwegerich, einem traditionellen Kraut, das schon der große Kräuterkundler Hieronymus Bock in seinem “Kreütterbuch” als Mittel gegen Nierenschmerzen empfahl.
Auf den Scheiben liegt ein feiner Klacks aus Birnenschnitz, Meerrettich und Preiselbeeren. Ein feiner Auftakt des Menüs, bei dem mir gefällt, dass alle Teile des Tieres verarbeitet werden.

Wieder ein gutes Beispiel für die komplette Verwertung des Geflügels: Aus den Abfällen wird eine Kraftbrühe bereitet, die mit Riesling und weißem Balsamico und wohl auch ein wenig Sahne verfeinert wird. In der Brühe finden sich feine Erbsle und klein geschnittene Teile vom Magen. Zusammen mit der herzhaften Brioche wieder ein ausgezeichnetes Gericht.

Nicht viel größer als eine Hühnerleber ist eine Gänseleber, erklärt mir Reinhard Kiechle. Um so weniger verständlich erscheint es, dass ausgerechnet dieses kleine Organ fürs wenig tierfreundliche Stopfen ausgesucht wurde. Sei’s drum, so schmeckt´s viel besser und ist sicher auch gesünder: Die klein geschnittene Leber wird mit Zwiebeln und Petersilie in Butter geröstet – und angerichtet auf einem Kartoffel-Trüffel-Püree, gekrönt von einem Thymian-Zweig. Selbst jetzt, wo ich´s schreibe, läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen.
Ein herrlicher Auftakt des Menüs, der noch gekrönt wurde durch den Wein, den wir dazu tranken: Ein 2012er vom Ruwer-Weingut Karthäuserhof mit schlanken 11 Prozent Alkohol. Kein ganz trockener Wein, aber einer mit kräftiger Mineralität. In der Magnum kostet der Spaß 60 Euro.

Nach der Ouvertüre nun die große Oper, die ganze Gans. Also zwei Keulen, zwei Flügel, die aufgeschnittene Brust. Das schmeckt größtenteils prächtig, weil die Gans genau die richtige Menge Fett (in dem Fall ein gesunder Geschmacksträger) hat. Vor allem die Keulen, die Flügel sind richtig saftig, manche Teile der Brust geraten etwas trocken, aber das ist nicht zu vermeiden, geschmacklich ist alles in Ordnung.
Nächste Seite: Feine Beilagen und ausgezeichneter Wein +++ Das große Gans-Rezept von Reinhard Kiechle +++ Fazit
Fein die Beilagen: Die geschälten österreichischen Maronen in Butterkaramell gekocht. Das ist natürlich süß, aber es passt. Ein roh geriebener Kartoffelknödel, im Wasser gezogen, gottseidank nicht gefüllt, das wäre zuviel. Wunderbar das Rotkraut, das aus dem Dorf stammt: Es wird gehobelt, im Gänseschmalz mit Zwiebeln und Zwetschgen angeröstet, mit Rotwein abgelöscht, mit Wacholder, Zimt und Nelken klassisch gewürzt. Ein Gedicht, ich konnte nicht genug davon kriegen.
Ausgezeichnet der Wein dazu: Eine 2012er Spezialabfüllung für das “Lamm” vom Weingut Schmid und Wetli aus dem nahen Schweizer Rheintal. Eine höchst gelungene Assemblage aus Blaufränkisch, Gamay und Blauburgunder mit strammen 13,5 Prozent Alkohol. Ausgeschenkt aus der Magnumflasche für 20 Euro den halben Liter, wobei wir von dem prächtigen “Gänsewein” einen ganzen Liter tranken.
Nicht zu vergessen das Dessert: Ein Mango-Eis mit einer extra eingeflogenen frischen Ananas und Schlagsahne. Hätte es nach der üppigen Schlemmerei nicht gebraucht, aber es hat erfrischend geschmeckt.
Ja, das ist natürlich ein Menü, das nicht unbedingt das Prädikat “Diabetes-gerecht” verdient. Vor allem dann nicht, wenn es am Abend gegessen wird. Also das Ganze besser mittags bestellen – oder noch zwei Esser dazu einladen, für die alles locker reicht. Jeder zahlt dann noch bescheidene fünf Euro fürs Gedeck. Wird diese Möglichkeit genutzt, relativiert sich auch der Preis, der aber auf jeden Fall korrekt ist.

Begeistern mit großer Gasthausküche: Petra und Reinhard Kiechle
Das große Gans-Rezept
Man nehme: Einen offenen Bräter, am Besten eine Fettpfanne mit Rost. Die vier bis fünf Kilo schwere Gans wird innen und außen gesalzen. Dann wird sie komplett, aber locker gefüllt mit: Äpfeln, Beifuß (gut für die Bekömmlichkeit), trockenes Brot, reichlich Petersilie. Kräftig zubinden. Jetzt wird die Gans auf der Brustseite in den Bräter gelegt, es wird ein halber Liter Wasser angegossen. Bei 200 bis 220 Grad rund eine Stunde braten, dann wenden und noch einmal rund eineinhalb Stunden braten – solange bis aus der Brust kein roter Saft mehr austritt.
Nun eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Anschließend die Gans halbieren, wofür schweres Gerät notwendig ist. Reinhard Kiechle verwendet eine Baumschere. Vor dem Servieren noch einmal eine halbe Stunde volles Rohr: Also bei 250 Grad Ober- und Unterhitze in den Ofen schieben, damit das Geflügel schön knusprig wird.
Während dieser letzten halben Stunde lassen sich Maronen, Rotkraut und Knödel fertig zubereiten, wie es bei den Gerichten geschildert ist.
Wem das zu aufwendig ist, der gehe ins „Lamm“ wo die “Vierer-Gans”, also für vier Leute, zusammen mit den Vorgerichten 160 Euro kostet.
Fazit: Wer Gänse mag, muss einmal in seinem Leben eine Kiechle-Gans gegessen haben.
Falls es die Gans in dieser Form nicht mehr gibt, lohnt ein Ausflug ins „Lamm“ trotzdem: Denn es warten hier wunderbare ursprüngliche Köstlichkeiten wie Vorarlberger Kalbsbratwürst (Vieles bezieht Reinhard Kiechle direkt aus dem nahen Vorarlberg), ein Schweinsbraten mit Biersauce, saure Kalbsnierle, ein Allgäuer Hirschrücken an schwarzem Holundersößle, aber auch ein Klassiker wie Russische Eier. Guten Appetit!
“Lamm”, Sängerstraße 50, 88 069 Tettnang/Im Kau, 075 42/47 34. Montag Ruhetag, sonst mittags und abends geöffnet. Unbedingt reservieren! www.lamm-im-kau.de
von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
, Internet: www.lauber-methode.de
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moira postete ein Update vor 2 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 2 Tagen, 4 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 2 Tagen, 3 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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