„Maitre“: Klassische Sternegastronomie

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„Maitre“: Klassische Sternegastronomie

Das Echt essen-Gasthaus im Dezember: Eine französisch grundierte Produktküche wird im „Maitre“ serviert, dem Gourmet-Restaurant im traditionellen Kölner „Landhaus Kuckuck“.

Hell erleuchtet empfängt das „Landhaus Kuckuck“ im vornehmen Kölner Westen seine Gäste. Seit 1925 existiert im von Oberbürgermeister Konrad Adenauer angelegten prächtigen Stadtwald das elegante Anwesen mit seinen lichten Fenstern und seinen stilvollen englischen Antiquitäten.

Innen empfängt im großen Salon Sergio Nardini, ein versierter Gastgeber der alten Schule, geboren in Venedig, gewirkt in großen Häusern in Monaco, in Hamburg, seit Jahrzehnten die ruhende Seele vom Kuckuck. Mit großer Nobelesse begrüßt er die um eine Stunde wegen Verkehrsproblemen verspäteten Gäste, gibt ihnen sofort das Gefühl herzlich willkommen zu sein – aller Ärger ist vergessen.

Elegantes Ambiente: Restaurant „Maitre“.

Vielfältig genutzt wird das Landhaus für Gesellschaften, für Empfänge, für Seminare. Es gibt eine große Sommerterrasse, auf der sich vor den Spielen des FC Köln im nahen Stadion eine fröhliche Fanschar mit Bier und hervorragenden Grillwürsten auf das bevorstehende Spiel freut – wobei die Freude vor dem Spiel meist größer als hinterher ist.

Es gibt ein Restaurant mit gehobener Landhausküche, wo Rinderkraftbrühe und Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen locken. Auch gibt es dem Namen gebührend eine schöne Sammlung von Kuckucksuhren. Uns führt Sergio Nardini aber ins „Maitre“, die mit einem Michelin-Stern gekrönte besonders gute und gediegen elegant eingerichtete Stube des Hauses.

Wildfang aus der Bretagne: Steinbutt.

Der 1959 in der Eifel geborene Erhard Schäfer kocht eine französisch grundierte Küche mit ausgezeichneten Produkten. Ich habe selten jemanden erlebt, der sich so leidenschaftlich für die Herkunft seiner Waren interessiert: „Ich muss hinter dem Produkt stehen können“, lautet sein Credo. Für uns hatte er ein Menü zusammengestellt, das sich ganz stark mit meinen Vorlieben für Wildes deckt. Es gab wild gefangenen Steinbutt, geschossenes Rebhuhn und Reh.

Ausgezeichneten Matjes mit Eiweißschaum gab es zur Einstimmung. Dazu kräftiges selbst gebackenes Brot mit bester Butter. Von einem raren, fünf Kilo schweren Steinbutt aus der Bretagne bekamen wir zwei prächtige Tranchen. Sanft auf Wurzelgemüse wurde dieser wohl beste aller Fische pochiert, sodass er herrlich saftig war. Dazu eine Sauce Mousseline, eine mit Eigelb, Sahne und Butter aufgeschlagene Sauce, die aber eine feine Säure hatte. Erfrischend dazu der knackige Staudensellerie, wohlschmeckend die aromatische Kartoffel – und alles krönt ein Klacks Kaviar. Klassische Hochküche, wir lieben dich!

Ordentlich dazu der 2014er Grüne Veltliner Federspiel von der Domäne Wachau für 37 Euro.

Niederwild vom Niederrhein: Rebhuhn.

Eine selten gewordene Delikatesse ist inzwischen das Rebhuhn. In meiner badischen Heimat haben die den Boden auslaugenden, das Trinkwasser schädigenden Maisplantagen das wilde Huhn weitgehend vertrieben. Gut dass Erhard Schäfer am Niederrhein Jäger kennt, die das Rebhuhn noch schießen können. Stolz zeigt er mir in seiner „Schatzkammer“, wo er die Waren perfekt kühlt und abhängen lässt, die Hühner, die heute normalerweise aus der Zucht kommen, mit ihren Einschusslöchern.

Wirklich nach Wild schmecken Brust und Keule von diesen Rebhühnern, die saftig auf den Tisch kommen. Dafür wurde das Wild braisiert, in diesem Fall mit Speck geschmort – wodurch auch noch ein Fond entsteht, der dann mit Cognac abgelöscht und mit Sahne aufmontiert, auch eine hocharomatische Sauce ergibt. Eine zusätzliche Delikatesse sind Leber und Herz vom Rebhuhn, die durchpassiert, ein herb-intensives Wilderlebnis bieten – perfekt gegenbalanciert von süßen Trauben. Allein für dieses Gericht lohnt sich der Weg in den Kölner Stadtwald.


Nächste Seite: Hochwild aus der Hocheifel: Reh +++ Fleisch, das Fett verbrennt +++ Patisserie von Meisterhand: Dessert +++ Vom Börsenrestaurant zum Landhaus Kuckuck

Natürlich beste Beziehungen zu den Jägern seiner Eifler Heimat hat der Meisterkoch. So bekamen wir zart-saftiges Filet und ebensolchen Rücken vom Reh. Serviert mit einem intensiven Wildjus, hocharomatischem Steinpilz, einem Kartoffelsäckchen, würziger Wirsingkugel, einer Apfelscheibe mit nicht zu süßen Preiselbeeren – und, ganz fein, leicht angedünsteten Brombeeren. Das klingt alles so selbstverständlich – und gibt es doch leider nicht allzu oft in dieser Meisterschaft.

Hochwild aus der Hocheifel: Reh.

Ein Geheimnis dieser Kochkunst liegt darin, dass hier alles selbst gemacht wird, dass das Wild selbst ausgenommen wird, dass alles frisch ist. Auf meine vorlaute Frage „tiefgefroren?“ bekam ich zu recht als Antwort ein knurriges „jetzt nicht beleidigen“. Gut auch, dass Erhard Schäfer sein Wissen weitergibt, weit über 30 Köche hat er ausgebildet, viele davon sind sehr erfolgreich geworden – und auch die Konkurrenten freuen sich, dass hier einer nicht nur den Mißstand einer fehlenden Kochausbildung beklagt, sondern selbst aktiv wird.

Fleisch, das Fett verbrennt

Ach, ja, es kann nicht oft genug gesagt werden: Wildfleisch ist bio pur, ist Gesundheit pur, weil dieses Fleisch die fettverbrennende Aminosäure Taurin enthält.

Perfekt passt zu diesem Gericht der 2013er „Parzifal“ vom Grandseigneur der Frankenwinzer, von Rudolf Fürst. Diese Assemblage aus Spätburgunder, Domina und Cabernet Dorsa für 49 Euro ist ein Rotwein, der praktisch zu allen Wildgerichten die ideale Wahl ist.

Patisserie von Meisterhand: Dessert.

Gelernter Konditor ist der Maitre-Chef – und so ist schon das erste Dessert ein Genuss. Es ist ein geeistes Melonensüppchen mit einem nicht zu süßen Limettensorbet und erfrischender Minze. Richtig süß dann das Mousse von Haselnüssen und Nougat, plus eine Meringue gefüllt mit Himbeersauce. Aber was soll´s, es schmeckt herrlich – und es war mein Geburtstag, was in schönster Schönschrift auch zu lesen ist. Ein großartiges Menü, das seine 129 Euro wert ist.

Sicher, das ist keine leichte Küche. Aber wer das gute Brot sparsam genießt, vielleicht einen Gang weniger isst, das Dessert weglässt, geht auch genussgestärkt vom Tisch. Wobei ich persönlich zum „vollen Programm“ rate.

Vom Börsenrestaurant zum Landhaus Kuckuck

Vor seiner Zeit im Landhaus Kuckuck leitete Erhard Schäfer in der Kölner Innenstadt das in der IHK untergebrachte Börsenrestaurant – und schaffte es dort, sowohl einen Stern zu haben, wie auch die Kantine und die Seminargastronomie erfolgreich zu bespielen. Das war ein in Deutschland einmaliges Gesamtkunstwerk, das mutwillig zerstört wurde.

Aber gottseidank hat er ja nun seit 2009 das schöne Landhaus Kuckuck, wo er seine Vorstellungen eines gastronomischen Konzepts, das von der Bratwurst bis zur Gänseleber alle Variationen des Genusses durchdekliniert, noch kongenialer verwirklichen kann.

Fazit: Wer beste Produkte bestens zubereitet in elegantem Rahmen entspannt genießen will, findet im „Maitre“ eine der besten Adressen in Deutschland.

Könner vor Kuckuck: Sergio Nardini, Erhard Schäfer.

Maitre im Landhaus Kuckuck
Olympiaweg 2, 50 933 Köln, 0221/48 53 60. Von Mittwoch bis Sonntag abends geöffnet. Internet: www.landhaus-kuckuck.de

von Hans Lauber
E-Mail: aktiv@lauber-methode.de
, Internet: www.lauber-methode.de

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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