Soul Food – oder: Was tut mir gut?

3 Minuten

Community-Beitrag
Soul Food – oder: Was tut mir gut?

Der Begriff Soul Food ist seit ein paar Jahren auch in Deutschland nicht unbekannt. Foodblogger nutzen ihn gern, um ihre Mahlzeiten auch mit Worten in Szene zu setzen, Restaurants, um ihre Produkte an den Mann zu kriegen. Was bedeutet der Begriff „Soul Food“ eigentlich?

Quelle: pixabay

Was ist „Soul Food“?

Im deutschen Sprachgebrauch soll Soul Food all das Essen umfassen, was mich innerlich befriedigt und glücklich macht. In der amerikanischen Küche sind das vor allem gehaltvolle Gerichte wie Rippchen, Chicken Wings oder frittierte Beilagen. Auch im deutschen Raum fallen unter den Begriff häufig schwere Eintöpfe, Burger oder käsige Aufläufe.
Bis vor einiger Zeit hätte auch ich solche Gerichte als „seelenwärmend“ bezeichnet. Doch seit der Diabetes Einzug in mein Leben gehalten hat, wurde mir schrittweise bewusst, wie wenig glücklich mich Nahrungsmittel machen, die meinem Diabetes nicht guttun.

Versteht mich nicht falsch – auch ich bin ein Verfechter der „Wir dürfen als Typ-1-Diabetiker alles essen!“-Gruppierung. Mittlerweile sehe ich das allerdings fast so kritisch wie Antje, die einmal beleuchtet hat, ob das wirklich so umgesetzt werden sollte, wie es immer hinausposaunt wird.

Soul Food und Diabetes

Was bedeutet für mich, als Diabetiker, also Soul Food?
In erster Linie auch das, was der Begriff implizieren soll: gutes Essen, das mich satt und zufrieden macht. Hätte ich früher noch Beispiele wie Pizza oder Pasta genannt, sind es für mich heute eher Produkte, die nicht nur gut schmecken, sondern gleichzeitig auch für schön sanfte Blutzuckerverläufe sorgen, da sie sich jedes Mal gleich gut berechnen lassen. Das sind vor allem warme Mahlzeiten mit Linsen, Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten oder auch deftige Pfannen mit Kartoffeln und viel Gemüse. Eins meiner absoluten Lieblingsgerichte, das ich Sommer wie Winter gerne esse, ist Chili sin Carne (Rezept hier in der BSL). Durch die Linsen steigt der Blutzucker nur sehr langsam und sinkt sanft wieder ab, es hält lange satt und macht dank der vielen verschiedenen Gewürze (vor allem mit einem Schuss Limettensaft und einem Klecks Joghurt dazu) einfach glücklich. Fettige Mahlzeiten wie Pizza oder Burger lassen meinen Blutzucker tendenziell zwar auch langsam steigen, dafür habe ich dann häufig trotz Berechnung von FPEs später ein böses Erwachen, wenn der Blutzucker einfach nicht aufhören möchte zu steigen. Dann kommen zusätzlich zu dem Völlegefühl, das fettiges Essen immer bei mir auslöst, noch die bleierne Müdigkeit und der Durst der nächsten Hyperglykämie. Spätestens da ist meine Seele dann alles andere als glücklich und ich ärgere mich meist relativ schnell darüber, doch wieder meinem Appetit gefolgt zu sein, anstatt etwas zu essen, das ganz sicher Körper und Geist guttut.

Quelle: pixabay

Gutes für den Körper = Gutes für die Seele

Bedeutet das jetzt, dass mich der Diabetes in meinen Ernährungsgewohnheiten einschränkt? Ich finde nein – im Gegenteil. Durch den Diabetes habe ich gelernt, viel mehr auf meinen Körper und seine Signale zu achten. Essen, das gut schmeckt, muss nicht gleichzeitig meinem Körper guttun. Und egal ob Mensch mit Diabetes, Zöliakie oder Lactoseintoleranz – wir alle haben gelernt, dass es Lebensmittel gibt, die unserem Körper guttun, und solche, die es eben nicht tun. Ich finde, wir können irgendwie dankbar dafür sein, dass wir unserem Körper achtsamer gegenübertreten müssen – denn so wird auch die Seele glücklich.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Wie gelingt es, blutzuckerfreundlich zu kochen, Kirsten Metternich von Wolff?
Blutzuckerfreundlich kochen – aber wie? Ernährungsexpertin Kirsten Metternich von Wolff stellt in dieser Podcast-Folge ihr neues Kochbuch vor. Sie erklärt, welche Lebensmittel wirklich helfen und welche Ernährungstrends bei Diabetes wenig bringen.
Diabetes-Anker-Podcast: Wie gelingt es, blutzuckerfreundlich zu kochen, Kirsten Metternich von Wolff? | Foto: Picture People/MedTriX

2 Minuten

Rezept: Glutenfreie Vanillekipferl
Weihnachten stellt Menschen mit Typ-1-Diabetes und Zöliakie vor besondere Herausforderungen, doch mit diesen glutenfreien Vanillekipferln wird die Adventszeit nicht zur Belastung, sondern zum Genuss.
Rezept: Glutenfreie Vanillekipferl

< 1 minute

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Tag, 12 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • darktear postete ein Update vor 2 Tagen, 3 Stunden

    Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver