Die Winterzeit bringt Diabetes-Besonderheiten mit sich

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Die Winterzeit bringt Diabetes-Besonderheiten mit sich

Die #DiabetesDialoge leben davon, dass Menschen Fragen stellen können, die von Expertinnen und Experten beantwortet werden. Martina Wolters von Sanofi lud direkt dazu ein: „Wir freuen uns immer über Zuschauer, Zuhörer, über Menschen, die ihre Fragen stellen.“ In den Räumen von Sanofi in Berlin, aus denen live in verschiedene Kanäle gestreamt wurde, standen Gülcan Celen, Diabetesberaterin aus den DRK Kliniken in Berlin, und Dr. Karsten Milek, Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Ernährungsmediziner, Sportarzt und Diabetologe aus Hohenmölsen, bereit. Markus Appelmann moderierte. Los ging es mit Fragen zum Thema Bewegung in der kalten Jahreszeit.

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© gesuender-unter-7.de | Moderator Markus Appelmann mit Diabetologe Dr. Karsten Milek und Diabetesberaterin Gülcan Celen (v.l.n.r.)

Bewegung tut auch im Winter gut

Celen betonte: „Viel bewegen, das ist wichtig. Es gibt nicht das unpassende Wetter, nur die unpassende Kleidung.“ Oft hört sie: „Wenn das Wetter schlecht ist, gehe ich nicht raus.“ Aber Bewegung bringt Nutzen: „Durch die Bewegung ändert sich auch das Essverhalten: Man ist zufriedener, man ist glücklicher – und dadurch wird auch das emotionale Essen (…) verringert.“ Wichtig bei Bewegung im Freien ist, das Insulin gut zu schützen, betonen Celen und Milek.

Der Insulinpen sollte in die Jackentasche innen gepackt werden, dann ist er gut geschützt. Die Insulinpumpe, „die wird ja eh meistens am Körper getragen“ und ist damit geschützt, erläuterte Celen. „Was viel gefährlicher ist: dass ich das Insulin irgendwo liegenlasse, dass es kalt wird, dass es nicht mehr wirkt, dass es zerstört wird“, warnt der Hohenmölsener. „Wenn ich draußen unterwegs bin, das Insulin geschützt mitnehmen – das ist eminent wichtig.“

Skifahren bewegt untrainierte Muskelgruppen

Milek gibt Menschen, die Ski fahren, den Tipp, die Insulindosis tagsüber zu reduzieren, aber nach einem langen Skitag auch das Insulin zur Nacht. Denn auch bei Trainierten kann beim Skifahren wegen des Einsatzes anderer Muskelgruppen als üblich ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen bestehen. Celen bestätigt: „Es sind beim Skifahren meist Muskelgruppen, die im Alltag nicht benutzt werden. Ungewohnte Bewegung führt zu einer stärkeren Blutzuckersenkung.“

Und was zu beachten ist, wenn es beim Après-Ski in die Sauna geht, möchte jemand wissen. Celen: „Die meisten reagieren mit einer Zucker­senkung. Es gibt aber auch immer wieder Phänomene, die mir erzählen: Mein Zucker geht hoch, wenn ich in die Sauna gehe.“ Ihr Tipp: ausprobieren!

Stream verpasst? Dann kannst du den gesamten Stream hier schauen:

Essen für die Lebensqualität

Für viele bedeutsam ist in der Winterzeit auch das Essen. Der Diabetesberaterin ist wichtig, dass die Lebensqualität im Blick bleibt. Sie empfiehlt fürs Essen: „Es ist immer die Menge, die es ausmacht. Es sollte schon immer ein Salat auf den Tisch, es sollte immer eine Gemüseportion dazu sein.“ Sie ergänzt: „Es gibt auch viele Kohlsorten, was saisonal und regional ist. Wurzelgemüse wird (…) auch oft vergessen, was jetzt mittlerweile auch wieder kommt, dass man auch alte Sorten aus Deutschland mit einsetzt.“ Für viele gehört auch Alkohol dazu, aber, sagt Milek: „Nach Paracelsus: Die Dosis macht das Gift.“ Vergessen dürfe man dabei auch nicht, dass Alkohol viele Kalorien bringe.

Der Diabetologe hebt in Bezug aufs Essen hervor: „Das Leben als Diabetes-Patient muss auch lebenswert bleiben.“ Aber er fordert auf, dass man seine Glukosewerte kontrolliert. Wichtig ist aus seiner Sicht, nicht die Augen zuzumachen, sondern zu kontrollieren und zu reagieren. Sein Tipp: Man kann nach dem Essen auch einen gemeinsamen Spaziergang einplanen, denn bereits eine halbe Stunde Spazierengehen senkt die Glukosewerte. Grundsätzlich empfiehlt er, sich dreimal 30 Minuten pro Woche zu bewegen. Celen: „Wichtig ist, dass die Bewegung Spaß macht.“ Man sollte Bewegung als Kosmetik und Selbstpflege sehen, meint sie, und nicht als Leistung und Wettkampf, wie man es in der Schule kennengelernt habe.

Die Haut und die Abwehr

Auf die Frage, wie man am besten seine Haut im Winter pflegt, empfiehlt die Diabetesberaterin, eher fetthaltige Produkte zu verwenden. Milek ergänzt, dass es gerade, wenn jemand eine diabetische Neuropathie habe und deshalb die Kälte nicht mehr spüre, wichtig sei, Hände und Füße gut einzupacken und zu schützen. Auch das Immunsystem ist im Winter wichtig. Problem laut Celen: „Das ist schon so, wenn man erhöhte Blutzuckerwerte hat, dass das Immunsystem auch schwächer ist.“ Milek erläutert: Wenn der Zucker nicht in die Zellen gelangt und so Energie fehlt, spart der Körper ein: „Wir sparen als Erstes kleine Eiweiße ein und kümmern uns um Kreislauf und Bewegung. Die kleinen Eiweiße sind aber die Abwehrkräfte und die fehlen dann.“ Er empfiehlt auf Nachfrage eines Zuschauenden ausdrücklich, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

© gesuender-unter-7.de | Markus Appelmann und Martina Wolters (Sanofi) beim #DiabetesDialog am 16. November

Nach 45 Minuten waren viele Fragen beantwortet. Wer das Video des Livestreams komplett sehen möchte, findet es auf www.gesuender-unter-7.de. Und Martina Wolters ist begeistert: „Ich habe mich sehr gefreut über alle Menschen, die gefragt haben.“ Am 21. März 2024 geht es weiter mit dem #DiabetesDialog, dann zum Thema „Das hat Hand und Fuß – der richtige Umgang mit Begleit- und Folgeerkrankungen bei Diabetes“.

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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