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Cholesterin-Dialog 2026: Werte messen, Risiko kennen und das Herz schützen
Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert tut nicht weh – und ist trotzdem gefährlich. Beim Cholesterin-Dialog 2026 am Weltherztag stand im Mittelpunkt, dass jeder Mensch sein Herzrisiko kennen sollte, besonders Menschen mit Diabetes. Denn bei ihnen können hohe Cholesterinwerte das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöhen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Einer der wichtigsten Risikofaktoren dafür ist ein dauerhaft erhöhter Wert des „schlechten“ LDL-Cholesterins. „Das Heimtückische ist, dass Cholesterinwerte nicht gespürt werden“, erklärte Prof. Dr. Matthias Blüher, Endokrinologe und Diabetologe am Universitätsklinikum Leipzig, der durch die Sendung führte. Das heißt aber nicht, dass sie ungefährlich sind. Die gute Nachricht: hohe LDL-Cholesterinwerte sind behandelbar, aber dafür muss man die eigenen Werte erst einmal kennen.
Cholesterin-Dialog im Rahmen der Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7 PLUS“:
Der Cholesterin-Dialog ist ein interaktives Talk-Format der bundesweiten Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7 PLUS“. Diese klärt seit über 20 Jahren Menschen mit Diabetes und deren Umfeld auf, motiviert und stärkt. Getragen vom Unternehmen Sanofi, schafft die Initiative Raum für Austausch, Verständnis und wissenschaftlich fundierte Informationen – nahbar, praxisorientiert und immer im Dialog mit der Community. Der Diabetes-Anker ist Medienpartner der Initiative.
Aufzeichnung des Cholesterin-Dialogs hier anschauen:
Was ist Cholesterin und wann wird es gefährlich?
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff, den der Körper für den Aufbau von Zellwänden, Hormonen und fettlöslichen Vitaminen benötigt. Jede Zelle kann Cholesterin selbst herstellen. Ist jedoch zu viel Cholesterin im Blut vorhanden, lagert es sich in den Wänden der Blutgefäße ab und lässt sie verkalken. Das kann schlimmstenfalls in einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verlust eines Beins oder Arms enden, erläuterte Prof. Dr. Ksenija Stach, Kardiologin, Endokrinologin und Diabetologin an der Health and Medical University in Potsdam.
Neben dem „schlechten“ LDL-Cholesterin, das die Gefäße verkalken lässt, gibt es auch das „gute“ HDL-Cholesterin. Prof. Stach bezeichnet es als „Staubsauger“, da es überschüssiges Cholesterin abtransportiert und so die Gefäße schützt.
Die fünf großen Risikofaktoren für das Herz
Im Gespräch nennen die Expertin und der Experte die sogenannten „Big Five” – fünf Risikofaktoren, die das Herzrisiko erhöhen. Das sind:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Übergewicht
- Rauchen
- erhöhtes LDL-Cholesterin
Prof. Stach betonte, dass LDL-Cholesterin dabei eine besondere Rolle spielt: „LDL-Cholesterin ist der Baustein, der beim Bluthochdruck, beim Diabetes, beim Rauchen und und und letzten Endes der Faktor ist, der diese Verkalkung macht.” Am besten sei es aber an allen Stellschrauben zu drehen.
Zusammenspiel von Diabetes und Cholesterin
Für Menschen mit Diabetes ist das Thema Cholesterin besonders wichtig. Kommen Diabetes und erhöhte LDL-Cholesterinwerte zusammen, erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Durch den gestörten Zuckerstoffwechsel entstehen besonders kleine, gefäßschädigende LDL-Partikel.
Prof. Stach sagte klar: „Wenn wir über medikamentöse Therapie für den Blutzucker nachdenken, dann sollten wir auch über medikamentöse Therapie zur Lipid-Senkung, also sprich zur Cholesterin-Senkung, nachdenken.“
Welche LDL-Zielwerte gelten und wie kann man sie erreichen?
Der persönliche Zielwert für LDL-Cholesterin hängt vom individuellen Risiko ab. Dieses wird beispielsweise durch eine familiäre Vorbelastung, aber auch die Diabetesdauer beeinflusst. Prof. Stach gab konkrete Orientierungswerte:
- Ohne weitere Risikofaktoren: LDL unter 116 mg/dl
- Mit Diabetes: LDL unter 100 mg/dl
- Mit Diabetes seit mehr als zehn Jahren: LDL unter 70 mg/dl
Körperliche Aktivität und gesunde Ernährung sind bei der Behandlung das A und O. Die genetisch festgelegte Untergrenze des LDL-Cholesterins lässt sich laut Prof. Stach mit Lebensstilmaßnahmen jedoch nicht unterschreiten. Wenn Lebensstil-Änderungen allein nicht ausreichen, können Medikamente – zum Beispiel Statine – zum Einsatz kommen.
Messen, kennen, handeln
Das zentrale Anliegen von Prof. Stach und Prof. Blüher: Jeder Mensch sollte seine Werte und damit sein Risiko kennen. Denn erhöhtes LDL-Cholesterin verursacht keine Beschwerden – man merkt es erst, wenn es zu spät ist. Das Problem dabei: „Die Gefäße verzeihen es nicht”, so Prof. Stach. „Wenn der Schaden gesetzt ist, können wir das nicht mehr wiedergutmachen.”
Schon eine Messung im Leben ist hilfreich, bei zusätzlichen Risiko-Faktoren kann eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll sein. Gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up beim Hausarzt oder bei der Hausärztin – der sogenannte Check-up 35. Wer eine familiäre Vorbelastung hat, kann diesen Check-up bereits ab 18 Jahren in Anspruch nehmen. Dabei wird unter anderem das LDL-Cholesterin im Blut gemessen. „Das ist wirklich ein Piks und man hat diese Werte“, erklärte Prof. Stach. Sie zog einen einprägsamen Vergleich: „Wir gehen alle zum Zahnarzt – nicht weil uns die Zähne weh tun, sondern aus präventiven Gedanken. Das müssen wir auch für unsere Gefäße schaffen.” Sie plädierte außerdem dafür, bereits in Kindergarten und Schule über Herz-Kreislauf-Risiken aufzuklären. „Das komplette Leben basiert ja dann darauf, dass man auf diesen Körper Acht geben muss.“
Prof. Stachs Rat: „Messen Sie die Werte. Nehmen Sie die Check-up-Möglichkeiten, die uns angeboten werden, wahr. Und bleiben Sie dran.”
Das Wichtigste auf einen Blick
- Erhöhtes LDL-Cholesterin verursacht keine Beschwerden, ist aber ein ernstzunehmender Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Menschen mit Diabetes haben ein besonders hohes Herzrisiko – auch durch das Zusammenspiel von hohen Glukosewerten und Cholesterin.
- Der LDL-Zielwert hängt vom individuellen Risiko ab.
- Der LDL-Cholesterinwert sollte mindestens einmal im Leben gemessen werden, z. B. beim Hausarzt oder bei der Hausärztin im Rahmen des Check-up 35.
- Über persönlichen Zielwerte und mögliche Behandlungsoptionen sollte man mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen.
von Janina Seiffert
Janina Seiffert ist Apothekerin und Journalistin bei der MedTriX Group. Sie ist tätig als Redakteurin beim Diabetes-Anker und betreut zudem das Fachmagazin „Diabetes, Stoffwechsel und Herz“, in dem wissenschaftliche Beiträge, Übersichtsarbeiten zu den Zusammenhängen zwischen Diabetes, endokrinologischen Erkrankungen und kardiovaskulären Risiken erscheinen.
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Der Diabetes-Dialog und der Cholesterin-Dialog sind Formate der Aufklärungskampagne „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“, einer Initiative von Sanofi. Der Diabetes-Anker ist Unterstützer und offizieller Medienpartner dieser Initiative. Gemeinsam wollen wir über Diabetes aufklären und der Community Raum für Dialog und Interaktion bieten.
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Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?




