- Leben mit Diabetes
Buchbesprechung: „Die Schönheit des Kreisverkehrs“ – ein Roman
3 Minuten
Von einem Mann, der durch seinen Diabetes in sich selbst gefangen ist, erzählt Dominique Paravel in ihrem Roman „Die Schönheit des Kreisverkehrs“. Ist das lesenswert? Oder dreht sich die Geschichte im Kreis? Ja, schon, aber, so viel sei verraten: auf höchst interessante Weise.
Joaquin ist Landschaftsplaner. Von seinem Diabetes weiß bei Savinco, dem Bauunternehmen, bei dem er arbeitet, niemand. Er schämt sich für seine Erkrankung, hält sich für einen „falschen Fuffziger“, denkt, dass er nicht mehr bei Savinco arbeiten kann, wenn man von seinem Diabetes wüsste. Sein Leben ist ausgerichtet auf die Geheimhaltung seiner Krankheit, von Angst bestimmt, von ihm selbst beschränkt; er will kein Risiko eingehen, alles muss berechnet werden und berechenbar sein.
Unterwegs in den Süden
Dieser Mann trifft nun auf Vivienne Hennessy, mit der er zu einem Kundentermin fahren soll. Joaquin möchte durch die Gestaltung eines Kreisverkehrs in einem Dorf im Südosten Frankreichs seiner Karriere Schwung verleihen. Vivienne kommt zu spät und verzögert während der Fahrt immer wieder aus nichtigen Gründen die Ankunft.
Joaquin wird immer nervöser – dieses Sich-treiben-Lassen widerspricht seiner Art zu leben und macht es ihm natürlich unmöglich, den Tag zu planen, zu berechnen, so wie er es gewohnt. Und da er sein Geheimnis partout nicht preisgeben möchte, schliddert er in eine Hypo, kommt kaum dazu zu messen, etwas zu essen, sich Insulin zu geben.
Zwei, die so verschieden sind – und sich doch gleichen
Gleichzeitig fühlen sich zwischen Vivienne und Joaquin zueinander hingezogen, gleichen sich in ihrer Sehnsucht. Sie spürt, dass da noch mehr ist als, dass etwas in ihm steckt … Er wiederum gerät in einen Zustand, in dem er zwischen ein Hypo und einem allgemeinen Schwebezustand nicht mehr unterscheiden kann und gezwungen ist, seine Kontrolle immer mehr aufzugeben – auch aufgeben zu wollen.
Wie die französische Autorin Dominique Paravel all das beschreibt, ist meisterhaft (und wurde mit dem französischen Literaturpreis Prix Cazes Brasserie Lipp ausgezeichnet). Der Diabetes ist hier Mittel zum Zweck, dient dazu, Joaquin in das Gefängnis seines Körpers und seiner Seele zu sperren.
Vivienne hingegen kennt keine Grenzen, lässt sich immer weiter treiben – und ist letztlich doch auch eine Gefangene – eine Gefangene ihrer Vergangenheit, gerade weil sie die Erinnerung daran scheut. Wird sie für sich einen Ausweg finden? Und Joaquin? Was ist mit seinem Wunsch nach Freiheit?
Da Joaquins Leben vom Diabetes bestimmt wird, erfährt der Leser auch viel darüber: Wie er nach der Diagnose zunächst alle Regeln und Grenzen außer Acht lässt und ins Koma fällt, wie er während einer Rast der Fahrt auf der Toilette heimlich misst, wie er immer mehr verzweifelt, als er einmal nicht heimlich messen und spritzen kann.
Ein Roman als Roadmovie mit Witz
Das alles ist mit großem Einfühlungsvermögen beschrieben. Dominique Paravel bleibt über den gesamten Roman, der einem Roadmovie gleicht, nah an ihren Figuren. Witzig ist das Buch außerdem (besonders die Szenen im Gemeinderat von La Virote).
Die Autorin muss sich sehr gründlich über Diabetes informiert haben. Leider hat das die Übersetzerin von „Die Schönheit des Kreisverkehrs“ nicht getan: Sie schreibt „Insulinstift“ statt Pen und „die Diabetes“, obwohl sie sonst die Stimmung des Romans überzeugend widergibt. Zudem müssen deutsche Leser mit einigen schweizerdeutschen Ausdrücken zurechtkommen.
Insgesamt: Ein unbedingt lesenswertes Buch mit Drive, aber auch einer gewissen Zartheit und ganz viel Gefühl, ohne jemals kitschig zu sein.
Erschienen ist „Die Schönheit des Kreisverkehrs“ 2017 im Verlag Nagel & Kimche, hat 173 Seiten und kostet 19 Euro.
Über die Roman-Autorin
Dominique Paravel wurde 1955 in Lyon geboren. Nach ihrem Literaturwissenschaftsstudium unterrichtete sie Französisch an der Universität in Venedig. Sie veröffentlichte Gedichte und wissenschaftliche Beiträge und arbeitete als Übersetzerin.
Seit 2009 lebt Dominique Paravel wieder in Frankreich und ist zurzeit Lehrbeauftragte am Centre International d’Etudes Françaises de Lyon II. Ihr literarisches Debüt war der Erzählband Nouvelles vénitiennes (2011), gefolgt vom Roman Uniques (2013). Giratoire (2016) ist das erste Werk der Autorin, das in deutscher Übersetzung erscheint.
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moira postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 3 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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