Kolumne | Zum guten Schluss: Diabetes in der digitalen Welt

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Kolumne | Zum guten Schluss: Diabetes in der digitalen Welt

In der Kolumne Zum guten Schluss macht sich Jana Einser Gedanken über die fortschreitende Digitalisierung der Diabetologie und des Diabetes-Managements – mit Hauptaugenmerk auf den Datenschutz.

Egal, wohin ich derzeit in Bezug auf meinen Diabetes blicke: Das alles beherrschende Thema ist die Digitaliserung. Aber weiß jeder, was sich dahinter verbirgt? Wie weit geht das Sammeln von Daten, der Austausch von Daten? Was findet in einem geschlossenen Raum statt, was öffentlich? Muss mir etwas Angst machen oder kann ich alles einfach so akzeptieren, wie es ist?

Die Meinungen gehen weit auseinander

Höre ich mich in der Szene um, gehen die Meinungen zu all diesen Punkten weit auseinander. Die einen vermeiden es strikt, Blutzucker- oder Gewebezuckerdaten in irgendein System hochzuladen – es könnten ja Institutionen wie Krankenkassen oder Versicherungen davon Kenntnis bekommen. Das setzt allerdings voraus, dass die Systeme gehackt werden – was nicht ausgeschlossen ist, es geschieht ja ständig. Aber selbst dann muss jemand merken, dass das für ihn interessante Daten sein könnten. Und wie groß ist diese Wahrscheinlichkeit?

Hört man die Meinungen von Vertretern von Krankenkassen, aber auch von vielen Ärzten, steht das Thema Datenschutz ganz obenan. Klar, wenn “Offizielle” mit unseren Daten hantieren, müssen sie den Datenschutz einhalten. Besonders gilt das, weil die EU-Datenschutz-Grundverordnung und das daran angepasste Bundesdatenschutzgesetz strenger geworden sind und ab Mai 2018 Anwendung finden.

Datenaustausch zwischen Patienten und Ärzten muss möglich sein

Gelten diese strengen Gesetze aber auch für mich selbst, wenn ich meine Daten freiwillig einer Internetseite anvertraue oder per E-Mail an meinen Arzt schicke? Nein, denn ich entscheide ja selbst, dass ich das tue. Natürlich müssen die Betreiber der Seiten mich als Nutzer genau und verständlich informieren, was mit meinen Daten geschieht – was dann die Basis für meine Entscheidung darstellt. Aber Angst habe ich um meine Daten nicht – wer interessiert sich diesbezüglich schon für mich?

Ich bin gespannt, wie die Diskussionen um den Datenschutz weitergehen. Es wäre in der heutigen digitalen Zeit absurd, wenn man den Datenaustausch zwischen Patienten und Ärzten durch Gesetze so behindern würde, dass er nicht mehr möglich ist. Wichtig dabei: Ärzte müssen hier auch juristisch sicher sein können, damit nicht immer das Gefängnis droht.

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Jana Einser

Jana Einser war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Patientin mit Typ-1-Diabetes, die aus ihrem Leben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (4) Seite 82

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