- Eltern und Kind
„Colour your life“ – trotz und mit Diabetes
5 Minuten
Beim Camp D treffen sich rund 500 Jugendliche und junge Erwachsene mit Diabetes in einem riesigen Zeltlager, haben Spaß miteinander und tauschen sich aus. Dr. Thekla von dem Berge gehörte in diesem Jahr zu den 130 Betreuern. Sie hat ganz genau zugeschaut und hingehört und erzählt von beeindruckenden Begegnungen.
Der Alltag mit Diabetes stellt oft eine besondere Herausforderung für Jugendliche und junge Erwachsene dar. Vermutlich hat jeder bereits Phasen des Gefühls der körperlichen Minderwertigkeit durchgemacht oder befindet sich in einer dieser Phasen. Bei Camp D ist das anders. Hier muss niemand seinen Diabetes erklären.
© Novo Nordisk / Axel Gaube, Kaleidomania | „Bunt, vielfältig, inspirierend“ geht es zu beim Camp D. Im Vordergrund steht: sich kennenlernen, austauschen, vernetzen.
Beim Kennenlernen folgen den Fragen nach Wohnort, Alter, Schule/Berufsausbildung zwanglos Fragen wie: „Wie lange hast du Diabetes?“, „Hast du eine Pumpe oder spritzt du?“, „Du misst noch Blutzucker???“ Ein junger Mann berichtet, dass er 22 Jahre alt sei, seit 20 Jahren Diabetes habe und seit acht Jahren niemandem mehr begegnet sei, der ebenfalls Diabetes hat. Dies habe ihn motiviert, am Camp D teilzunehmen. Er sagt, er könne kaum glauben, dass die Mehrheit der Menschen in diesem Camp ebenfalls Diabetes hat – so wie er. Hier ist niemand „Außenseiter“.
„Luxus“ und „Quatsch mich an“
Das zeigt sich auch daran, dass das Essen mit BE- bzw. KH-Angaben gekennzeichnet ist. Eine Teilnehmerin seufzt beim Befüllen des Tellers und sagt: „Luxusurlaub für einen Diabetiker!“ Während des Camps bilden acht Teilnehmer sowie zwei Betreuer eine „Kleinfamilie“. Diabetologen, Psychologen und Diabetesberaterinnen tragen rote T-Shirts mit der Rückenaufschrift „Quatsch mich an“, nicht-medizinische Betreuer und Sportler mit Diabetes cyanfarbige T-Shirts. Insgesamt waren in diesem Jahr 130 ehrenamtliche Betreuer im Einsatz!
Sponsor dieses einzigartigen Events ist das Unternehmen Novo Nordisk, gemeinsam mit dem Platin-Sponsor Roche Diagnostics Deutschland und weiteren Unterstützern (diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes, Deutscher Diabetiker Bund (DDB) und Mediq Direkt Diabetes GmbH). Möglich wird das Event aber nur durch das Engagement vieler Betreuer und Helfer.
Weitere Infos: www.campd.info
In zwölf verschiedenen Workshops wird den Teilnehmern ein abwechslungsreiches und informatives Programm geboten. Ob Zukunftsplanung, Loggen, Bloggen, Posten, Reisen, Dia-Bulimie, Sport, Sexualität und Kinderwunsch, Digitalisierung, Partytime, Rechte oder „Digital Future 2025“-Hackathon: Die zentralen Lebensbereiche der jungen Erwachsenen sind vertreten. Ziel ist es, den Teilnehmern einen direkten thematischen Austausch mit bekannten Experten aus Medizin, Sport, Psychologie und Kommunikation zu ermöglichen.
© Novo Nordisk / Axel Gaube, Kaleidomania | Einen Kochworkshop gab es auch, mit TV-Koch Ole Plogstedt (Rezepte auf campd.info).
Während der Mahlzeiten wird viel über das Leben mit Diabetes diskutiert. Im Mittelpunkt stehen immer wieder die schwankenden Blutzuckerwerte. Gemeinsam finden die jungen Erwachsenen zusammen mit den Diabetologen und Diabetesberaterinnen für (fast) jeden Wert eine Erklärung.
Was ist bloß mit Jans Basalrate los?
Jan ist 16 Jahre und hat seit zwei Jahren Diabetes. Er hat Angst vor nächtlichen Unterzuckerungen. Sein Sensorverlauf zeigt vor allem nachts zu hohe Werte – wenn Jan diese dann am nächsten Morgen betrachtet, fühlt er sich elend. „Hm, ihr meint also auch, dass meine Basalrate zu niedrig ist? Sagt mein Diabetologe ja auch immer!“ Seine Sitznachbarn schauen auf seinen Sensorverlauf, nicken und machen ihm Mut, die Basalrate zu erhöhen. „Wir passen schon auf dich auf!“, sagt Frank, mit dem er sich ein Zelt teilt.
Jetzt ist Sina dran!
Sina ist 18 Jahre alt und zum ersten Mal allein von zu Hause fort. Sie berichtet, dass ihre Mutter ihr ständig WhatsApp-Nachrichten schicke, um sich nach ihren Blutzuckerwerten zu erkundigen und sie an ihre Therapie zu erinnern. Das nervt Sina, sie sei schließlich erwachsen. Ihre Mutter solle aufhören, sich zu sorgen. Während sie das sagt, hat sie Tränen in den Augen. „Meine Mutter hat sich 14 Jahre lang tagtäglich um meinen Diabetes gekümmert – jetzt bin ich dran.“
© Novo Nordisk / Axel Gaube, Kaleidomania | Im weißen Sternenzelt (und auch sonst überall auf dem Gelände) war das Motto: „Meet the Experts“.
Der alterstypische Drang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach Unabhängigkeit betrifft die Diabetestherapie ebenso wie alle anderen Lebensbereiche. Jugendliche fühlen sich insbesondere durch Fragen nach Blutzuckerwerten und die ständige Erinnerung an die Therapie kontrolliert und in ihrer Unabhängigkeit bedroht. Konflikte mit den Eltern sind dann unausweichlich. Ein offenes und ehrliches Gespräch zwischen den Betroffenen kann hier hilfreich sein. Ziel des Gespräches sollte sein, eine angemessene Kooperation zwischen Eltern und Jugendlichen für den Diabetes-Alltag festzulegen.
Selbstbewusst werden durch Sport
Neben dem Workshop-Tag spielt bei Camp D der Sporttag eine zentrale Rolle. Es werden Beach-Volleyball, Fahrradtouren, Fußball, Feldhockey, Kickboxen, Parkour, Slacklining, Stand Up-Paddling, Yoga und Zorbing geboten. Erfolgreiche Leistungssportler mit Diabetes fungieren als Sportpaten und Vorbild – so z. B. die ehemalige sechsfache Kickbox-Weltmeisterin Anja Renfordt oder Timur Oruz, Hockey-Nationalspieler und Bronzemedalliengewinner der Olympischen Spiele von Rio 2016.
© Novo Nordisk / Axel Gaube, Kaleidomania | Auspowern und Koordinationstraining beim Kickboxen.
Sport fördert nicht nur die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, sondern stärkt ebenso das Selbstbewusstsein und die Körperwahrnehmung. Spielerisch werden wichtige Werte wie Fairplay, Respekt, Toleranz und Teamplay erlernt.
Voneinander lernen – zwei Beispiele
„Puh, ganz schön anstrengend so viel Sport! Ich hatte gerade schon eine Hypo. So ätzend!“, beschwert sich ein junger Mann. Timur Oruz klinkt sich ein: „Verstehe ich nicht, wieso ätzend? Hast du denn heute Morgen weniger gebolt als üblich?“ Augenrollen und Lachen. „Natürlich nicht!“, ist die Antwort. Auch Timur lacht: „Dann wissen wir ja auch, warum du eine Hypo hast und lernen daraus: Sport tut unserem Körper gut und wir brauchen weniger Insulin!“
© Novo Nordisk / Axel Gaube, Kaleidomania | Auf riesigen Luftpolstern wurde gechillt, gequatscht, sich ausgetauscht.
Im Zelt wird getuschelt: „Ich sag doch, Katheter im Oberschenkel zwicken! Jetzt kann ich bestimmt nicht schlafen.“ Ein anderes Mädchen erwidert kichernd: „Der bleibt jetzt liegen, manchmal dauert es ein bisschen, bis es nicht mehr zwickt. Und wenn er weiter zwickt, denkst du die nächsten Tage umso mehr an mich!“ Gelächter! Der ungezwungene Wissens- und Erfahrungsaustausch fördert erfolgreich das Selbstmanagement in der Therapiedurchführung.
Motivation zum Mitnehmen
Das Camp D 2018 endet mit tosendem Applaus, Standing Ovations, La-Ola-Wellen und Glitzerkonfetti. Der Abschied fällt schwer, es kullern Tränen bei Teilnehmern und Betreuern. So schön war‘s! Das Ziel des europaweit einzigartigen Events ist erreicht! Camp D inspiriert und motiviert. Die neu gewonnenen sozialen Kontakte und Eindrücke werden das Handeln der Teilnehmer positiv beeinflussen und die Realisierung eigener Lebensentwürfe unterstützen – trotz und mit ihrem Diabetes.
Dr. med. Thekla von dem Berge
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin,
Diabetes-Zentrum für Kinder und Jugendliche „Auf der Bult“,
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover,
E-Mail: vondemberge@hka.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 10 (3) Seite 14-16
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 7 Stunden, 50 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 2 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 1 Stunde
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 22 Stunden, 28 Minuten
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 8 Stunden, 16 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 7 Stunden, 52 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 13 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
