- Eltern und Kind
Erwachsen werden mit Diabetes
4 Minuten
Zunächst läuft alles gut für Lisa und ihre Familie: Lisa ist beliebt, eine gute Schülerin, und sie hat den Diabetes gut im Griff. Mit der Pubertät ändert sich ihre Einstellung, und sie gefährdet sogar ihre Gesundheit. Wie ist das zu erklären?
Im klinischen Alltag ist es oft erstaunlich, dass Kinder, die früh an einem Diabetes erkranken, die Schulungen und den Umgang mit ihrer Erkrankung relativ leicht lernen. Oft sind sie besser als ihre Eltern oder versorgenden Bezugspersonen in der Lage, die technischen Möglichkeiten zu nutzen und sie entsprechend anzuwenden.
Es scheint so, dass sie in diese, von der Erkrankung geprägte Lebenswelt, ohne größere Schwierigkeiten hineinwachsen. Und oft erleben wir, dass die Erkrankung für die Kinder fast leichter zu meistern ist als für diejenigen, die keinen Diabetes haben.
Umso erstaunlicher ist es, wenn es, nachdem es zunächst oft über viele Jahre sehr gut geklappt hat, dann recht plötzlich, meist mit Beginn der Pubertät, nicht mehr gut funktioniert. Wie ist das möglich?
Lisa bekommt Diabetes – und erst läuft alles gut
Bei Lisa wird ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert, als sie fünf Jahre alt ist. Kurz davor kam eine Schwester zu Welt, die die Aufmerksamkeit der Eltern sehr beansprucht. Lisa kann recht komplikationslos eingestellt werden. Sie erhält eine Schulung, die weitere Behandlung verläuft recht mühelos.
Die Eltern freuen sich, dass alles gut läuft und teilen auch mit, dass Lisa sich viel besser als sie mit dem Diabetes auskennt, nichts vergisst und auch schon nachts alleine misst. Lisa ist eine gute, lernwillige Schülerin, die Freunde hat, oft zu Geburtstagen eingeladen wird, gerne zum Ballett geht und eine Gymnasialempfehlung erhält.
Die Pubertät ändert vieles
Als Lisa mit zwölf Jahren in die Pubertät kommt, wird die Behandlung schwieriger. Der Blutzucker schwankt öfter, das HbA1c steigt etwas. Der Kinderarzt beruhigt zunächst damit, dass er mitteilt, dass das infolge der hormonellen Umstellung nicht ungewöhnlich und noch im grünen Bereich sei.
Als Lisa 13 Jahre alt ist, hat sie immer mehr Streit mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester, die, ebenso wie sie noch, glänzend in der Schule zurechtkommt. In den Kontakten mit den Eltern äußern diese Unverständnis und auch Ärger, da die Streits zunehmen und Lisa im Gegensatz zu ihrer Schwester widerborstig zu sein scheint. Zudem wird Lisa schlechter in der Schule.
Lisa scheint etwas an den Rand des familiären Lebens zu geraten. Die Eltern teilen immer wieder mit, dass das wohl auch damit zu tun habe, dass Lisa Diabetes hat und möglicherweise eifersüchtig auf die mindestens ebenso erfolgreiche, gesunde Schwester sei.
Lisa vernachlässigt den Diabetes
Als Lisa 14 Jahre alt ist, beginnt sie sich weniger an die getroffenen Vereinbarungen zu halten. Sie fängt an zu rauchen, bevorzugt dunklere Kleidung, will ihre Haare färben und macht erste Erfahrungen mit Alkohol. In der Folge vernachlässigt sie immer mehr die angemessene Diabetesbehandlung, das HbA1c erreicht schwindelnde Höhen, und es werden im weiteren einige stationäre Behandlungen zur Neueinstellung erforderlich, ohne dass diese in den folgenden Jahren zu einer wesentlichen Veränderung beitragen.
Wenngleich es während der stationären Behandlungen immer wieder zu gehen scheint, denn Lisa passt sich an und macht das, was erforderlich ist. Das scheint zu erleichtern, ist aber nur eine vorläufige Lösung, die auch zunehmend weniger funktioniert.
Lisa macht im Verlauf der folgenden Monate und Jahre immer mehr das, wonach ihr ist. Sie schwänzt häufiger, fällt in der Schule ab, muss Klassen wiederholen und letztlich auch die Schule wechseln. Die Streits mit den Eltern eskalieren, sie bleibt oft von zu Hause weg, auch über Nacht, und chillt mit zum Teil wesentlich älteren Freunden ab, die die Eltern nicht kennen. Der Vater und auch die Mutter suchen Lisa oft, da sie abends nicht nach Hause kommt, und treffen ihre Tochter an stadtbekannten Plätzen an, wo sie sich mit anderen aufhält und so tut, als kenne sie ihre Eltern nicht.
Die Behandlung des Diabetes läuft nicht gut. Alle sind besorgt, es wird auch über eine Zwangseinweisung nachgedacht.
Gut geht es Lisa nicht …
Das alles liest sich wie ein schlechter Roman. Es läuft etwa mit Beginn der Pubertät so, wie es sich niemand wünscht. Alle sind besorgt. Und wenn Lisa wütend und vor allen Dingen gegen alles ist, geht es ihr, wenn die Wut weg ist, oft nicht gut. Sie ist dann, wenn sie es ehrlich zugibt, oft traurig oder verzweifelt. Oft ärgert sie sich über ihre Eltern, die ihr Grenzen setzen, die sie aber ignoriert.
Wenn sie sich mit anderen vergleicht, ist sie oft unsicher und vielleicht auch neidisch, was sie aber nie zugeben würde. All diese Gefühle und Gedanken haben wenig Platz, Lisa lenkt sich lieber ab, ist oft unterwegs, macht, wozu sie Lust hat und nicht das, was sie soll. Sie beamt sich weg. Der Diabetes wird ignoriert. Geht doch!
Solche Entwicklungen sind, wenngleich nicht in dem Ausmaß, keine Seltenheit.
Was steckt dahinter?
Vergegenwärtigen wir uns zunächst, was eine Erkrankung bedeutet, um ausgehend davon die Veränderungen zu betrachten, die oft im Zusammenhang mit der Pubertät eintreten und die Entwicklungserfordernisse mit sich bringen. Dies ermöglicht vielleicht, dass neben einem gewissen Verständnis wieder Spielraum entsteht, um leichter weiterzuleben und auch im Hinblick auf den Diabetes einen angemesseneren Umgang zu finden.
Grundsätzlich ist eine Erkrankung eine Grenze, die es kennenzulernen gilt, damit mit ihr gelebt werden kann. Diese Grenze bedeutet im Leben eines Menschen die Aufforderung, neben einer angemessenen Lösung (in Form einer Behandlung) auch und besonders bei chronischen Erkrankungen, einen Umgang und eine individuelle Einstellung zu finden, mit der man leben kann.
Beim Diabetes handelt es sich insgesamt, trotz aller bekannten Komplikationen, die sich im Verlauf einstellen können, um eine Erkrankung, die aus medizinischer Sicht relativ gut behandelt werden kann. Gerade deshalb erscheint es seltsam, wenn Komplikationen infolge Verhaltensproblemen eintreten, die oberflächlich betrachtet eigentlich nicht sein müssten.
Mit der Pubertät ändert sich vieles – wie können Eltern dem begegnen? Im nächsten Heft lesen Sie, wie Eltern ihr Kinder in dieser Lebensphase begleiten können – und was es heißt, respektvoll zu streiten.
Dr. med. Eva-Marie Franck
Oberärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie,
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin “Auf der Bult” ,
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover,
E-Mail: franck@hka.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (3) Seite 8-9
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 3 Stunden, 13 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 22 Stunden, 21 Minuten
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 20 Stunden, 28 Minuten
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 17 Stunden, 51 Minuten
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 3 Stunden, 39 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 3 Stunden, 15 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 8 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
