Kurzzeit-Verhaltenstherapie schützt Diabetespatienten vor Depression

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Kurzzeit-Verhaltenstherapie schützt Diabetespatienten vor Depression

Jeder dritte Diabetespatient läuft Gefahr, eine Depression zu entwickeln. Die neue Kurzzeit-Verhaltenstherapie „DIAMOS – Diabetesmotivation stärken“ schützt Betroffene erfolgreich vor der psychischen Erkrankung. Darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) aus Anlass einer Studie hin, die jetzt in Diabetes Care veröffentlicht wurde. Depressionen sind für Diabetespatienten gefährlich, weil sie die Stoffwechselerkrankung häufig verschlechtern.

Für die Studie, die vom Forschungsministerium gefördert wurde, teilten die Forscher 214 Patienten mit Diabetes Typ1 und Typ 2 nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe nahm für fünf Sitzungen an einer Diabetesschulung teil, die über Therapie, Ernährung, Bewegung und soziale Aspekte informierte. Die zweite Gruppe unterzog sich einer DIAMOS-Gruppentherapie, die von Psychologen angeleitet wurde und aus fünf Kursbausteinen à 90 Minuten bestand. Zudem wurden die Teilnehmer vier Mal im Laufe eines Jahres telefonisch kontaktiert. Das Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim hat das Therapieprogramm DIAMOS speziell für Menschen mit Diabetes entwickelt, die Anzeichen einer erhöhten Depressivität zeigen.

Häufig Stressquelle: mangelnde Fähigkeit ‚Nein‘ zu sagen

Ziel des Programms ist es, die Depressivität zu reduzieren und den Ausbruch einer behandlungsbedürftigen Depressionen zu verhindern. Gemeinsam mit dem Berater sollen Teilnehmer in fünf Schritten Probleme im Zusammenhang mit dem Diabetes identifizieren, Lösungsstrategien erarbeiten, negative Einstellungen verändern und Ressourcen aktivieren.

„Zu häufigen Stressquellen zählt etwa die mangelnde Fähigkeit, ‚Nein‘ zu sagen oder ein übertrieben perfektionistischer Umgang mit Diabetes“, erläutert Studienleiter Privatdozent Dr. phil. Dipl. Psych. Bernhard Kulzer. Auch die Verheimlichung des Diabetes am Arbeitsplatz kann stark belasten, weiß der DDG Experte. „Am Ende der DIAMOS-Intervention steht eine Vereinbarung über konkrete Schritte, wie man die Belastungen im Alltag reduzieren kann“, so Kulzer.

Verbessertes Selbstmanagement und höhere Zufriedenheit

Nach zwölf Monaten analysierten die Forscher, wie sich die Diabetesschulung beziehungsweise die Intervention auf die Teilnehmer ausgewirkt hatten. Dafür wurden unter anderem folgende Faktoren untersucht: depressive Symptome, diabetesbezogener Stress, Diabetes-Selbstmanagement und Zufriedenheit. „Sowohl die Diabetesschulung als auch die DIAMOS-Kurzzeittherapie verbesserten das Selbstmanagement und die Zufriedenheit der Patienten in vergleichbarem Maße“, bilanziert Kulzer.

„Aber was die Reduktion depressiver Symptome und diabetesbezogener Belastungen betrifft, war DIAMOS eindeutig effektiver als die Schulung.“ So lag die Wahrscheinlichkeit, eine behandlungsbedürftige Depression zu entwickeln, bei den Teilnehmern der Kurzzeit-Therapie 37 Prozent niedriger. „Damit beugt DIAMOS erwiesenermaßen einer schweren Depression vor“, so Professor Dr. med. Norbert Hermanns, Erstautor der Studie.

„Der Diabetes läuft nicht mehr nebenbei, er wird zur Last, kostet mehr Energie als zuvor“

Wie erkennen Betroffene, ob sie Gefahr laufen, an einer Depression zu erkranken? Aufmerksamkeit ist angebracht, wenn sich die Einstellung zur Erkrankung ins Negative wandelt. „Der Diabetes läuft nicht mehr nebenbei, er wird zur Last, kostet mehr Energie als zuvor“, beschreibt Kulzer erste Anzeichen. Auch auf der kognitiven Ebene dominiert Abwehr. „Man denkt über das Diabetesmanagement in zunehmend negativen Kategorien: Das Messen nervt, man will die Blutzuckerwerte gar nicht mehr sehen und betrachtet die Therapie zunehmend als Last“, erläutert der Fachpsychologe.

Auch Verhaltensänderungen können Warnzeichen sein

Auch Verhaltensänderungen können Warnzeichen für eine Depression sein. Die Patienten kümmern sich weniger um ihre Therapie, um Bewegung und Ernährung. „Bis die Betroffenen das Insulin nicht mehr nach dem gewohnten Schema spritzen, sondern in unregelmäßigen Abständen“, so Kulzer. Spätestens jetzt wird es für die Gesundheit gefährlich, weil die Blutzuckerwerte steigen und entgleisen können. Erhöhte Werte wiederum beeinträchtigen das Wohlbefinden, was den Umgang mit der Krankheit weiter verschlechtert – ein Negativkreislauf entsteht.

Erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen

Zudem gibt es Hinweise, die sich auch in der Studie zeigten, dass eine andauernde Depressivität entzündliche Prozesse verstärkt. Dies könnte erklären, warum depressive Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko aufweisen, Folgeerkrankungen des Diabetes zu bekommen und eine deutlich kürzere Lebenserwartung haben. „Das ist eine der Hauptgründe, warum eine erhöhte Depressivität bei Diabetespatienten so ernst zu nehmen ist“, so Kulzer.

Wer Anzeichen einer Depression bemerkt, sollte seinen Hausarzt oder Diabetologen aufsuchen. Ein Fragebogen-Test, der unter www.diabetes-psychologie.de/downloads/PAID.pdf zum Download bereitsteht, gibt eine erste Orientierung, ob eine Gefährdung vorliegt.


Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

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  • moira postete ein Update vor 3 Tagen

    Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
    (Wen es interessiert Band 2.3)

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 1 Monat

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

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