- Leben mit Diabetes
Wie Sie motiviert bleiben können in Sachen Diabetes
5 Minuten
Kette von Entscheidungen, Versuchungen und Widrigkeiten
Das Leben mit Diabetes ist eine scheinbar endlose Kette von Entscheidungen, Versuchungen und Widrigkeiten. Der einzige Weg, "nein" zum dritten Stück Stollen zu sagen, "ja" zur Blutzuckerkontrolle und zu einer Bewegungseinheit auf dem Heimtrainer, ist es, sich immer wieder neu zur Diabetesbehandlung zu motivieren.
Nach den Befunden amerikanischer Diabetesforscher ist ein Großteil von akuten Stoffwechselentgleisungen nicht auf mangelndes Behandlungswissen zurückzuführen: Vielmehr führen Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Gleichgültigkeit oder gar Ärger auf den Diabetes häufig zu einer Vernachlässigung der Therapie und damit zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte.
Was treibt Sie an?
Ein Patient mit Diabetes berichtete mir vor kurzem von seinen Bemühungen, seiner Familie einen schönen Urlaub zur ermöglichen. Es kostete ihn Mühe, den passen-den Ferienort zu finden, die Interessen der ganzen Familie unter einen Hut zu bekommen, Geld für die Urlaubskasse zu sparen und berufliche Aufgaben rechtzeitig abzuschließen. Er fühlte sich hoch motiviert und strengte sich an. Der Erfolg gab ihm recht – der Urlaub sei traumhaft gewesen.
Kann man sich in ähnlicher Weise auch für die
Ein Patentrezept gibt es nicht
Sie ahnen schon, dass es kein Patentrezept für eine dauerhaft motivierte Diabetesselbstbehandlung gibt. Was den einen Menschen antreibt, sich für die Behandlung anzustrengen, ist für andere Betroffene bedeutungslos, nicht ansprechend oder wenig praktikabel.
Während es sich bei der Urlaubsplanung um eine kurzfristige Episode handelt, begleitet Sie der Diabetes lebenslang. Menschen, die lange Zeit gut mit dem Diabetes zurechtgekommen sind, räumen rückblickend vielfach ein, dass vorübergehende
Mir passiert schon nichts…
Die menschliche Psyche versteht es meisterhaft, den Ereignissen des Alltags alle Aufmerksamkeit zuzuwenden, dagegen langfristige Risiken auszublenden und zu unterschätzen; Folgeerkrankungen scheinen in weiter Ferne. Motivationsforscher weisen daher darauf hin, dass mögliche Folgeerkrankungen eher als ein abstraktes Risiko wahrgenommen werden.
Bei den meisten Menschen mit Diabetes hat dieses Wissen wenig Einfluss darauf, wie sie am heutigen Tag mit ihrer Gesundheit umgehen. Und wenn Sie im Leben schon oft Glück gehabt haben, liegt der Gedanke "…es wird schon irgendwie gutgehen" recht nahe.
Das eine Stückchen Kuchen
Würden Sie einen Bausparvertrag unterschreiben, wenn ungewiss ist, wie viel Sie am Ende der Laufzeit zurückerhalten? So schilderte mir ein Bankangestellter mit Diabetes sein Motivationsproblem. In der Tat ist es schwer, sich jeden Tag aufs Neue um die Diabetesbehandlung zu bemühen, ohne zu wissen, ob sich die Anstrengungen langfristig lohnen.
Dagegen sind Menschen eher motiviert, sich anzustrengen, wenn ein attraktiver Gewinn in greifbarer Nähe erscheint. Vielleicht ist es deshalb so schwer, zum lockenden Stück Kuchen "nein" zu sagen, weil eine unmittelbare Belohnung für dieses Verhalten ausbleibt und der langfristige Gewinn ungewiss ist.
"So vieles auf einmal"
Viele Menschen erleben die Therapieanforderungen als eine permanente Überforderung. Warum soll man sich anstrengen, wenn das Ganze ohnehin nicht zu schaffen ist? Der Gedanke wirkt demotivierend. Das Gefühl der Überforderung mit der Diabetesbehandlung kann das Wohlbefinden beeinträchtigen.
Diabetesforscher haben herausgefunden, dass ein fehlender Antrieb für die Selbstbehandlung Ausdruck einer Depression sein kann. Gleichzeitig erleben viele Betroffene auch bei erhöhten Blutzuckerwerten das Gefühl der Antriebslosigkeit, welche eine depressive Grundstimmung zusätzlich verstärken kann.
Zuviel Ehrgeiz?
Ehrgeiz in der Diabetestherapie ist eigentlich ein nützlicher Wesenszug. In übersteigerter Form kann er jedoch dazu führen, dass Sie sich Ihre Ziele immer wieder zu hoch stecken. Die Folge: Trotz besserer Blutzuckerwerte bleiben Sie mit den Ergebnissen unzufrieden. Sie nehmen diese dann als Misserfolge wahr, weil Sie sich insgeheim bessere Resultate erhofft hatten. Das kann sich auf die Dauer ungünstig auf Ihre Behandlungsmotivation auswirken.
"Ich lebe doch gesund"
Haben Sie schon einmal für mehrere Tage Ihr Ess- und Bewegungsverhalten beobachtet? Viele Menschen bemerken bei der Auswertung ihres Essprotokolls, dass sie mehr Kalorien als vermutet zu sich genommen haben. Ebenso sind Menschen, die vermeintlich "den ganzen Tag auf den Beinen sind", beim Tragen eines Schrittzählers erstaunt, wie wenig sie sich tatsächlich bewegen.
Psychologen nehmen an, dass eine verzerrte Überzeugung, gesund zu leben, erklärt, warum viele Menschen mit Diabetes unmotiviert sind, sich gut zu ernähren und viel zu bewegen.
Dafür ist der Arzt zuständig
Viele Menschen mit Diabetes neigen dazu, die Verantwortung für die Erkrankung dem Arzt zu überlassen. Diese
Strategien, die helfen
Wie kann man den eigenen Antrieb für eine sorgfältige Diabetesbehandlung immer wieder finden? Befragt man Menschen, die eine hohe Behandlungsmotivation beschreiben und erfolgreich ihre Erkrankung bewältigen, lassen sich einige Gemeinsamkeiten finden.
Persönliche Ziele und eine Marschroute festlegen
"Wenn man nicht genau weiß, wohin man will, landet man leicht da, wo man gar nicht hinwollte." Dieses Zitat des Pädagogen und Autors Robert F. Mager gilt sicherlich auch für die Behandlung des Diabetes. Motivierte Menschen mit Diabetes zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie sich fortwährend persönliche Ziele stecken, wie sie die Behandlung ihres Diabetes im Alltag gestalten und wo sie ihre Prioritäten setzen.
Entscheidend ist dabei, dass dieses Ziel für Sie attraktiv ist und Sie es sich zutrauen, dieses Ziel auch zu erreichen. Eine israelische Studie konnte nachweisen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes, die selbst persönliche Ziele und Pläne für ihre Behandlung entwickelten, im Vergleich zu Patienten mit einer Standardbehandlung nach 8 Jahren weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenerkrankungen erlitten – selbst wenn sie mit denselben Medikamenten therapiert wurden.
Seine Stärken und Möglichkeiten des Alltags nutzen
Sicherlich haben Sie eine Art
Haben Sie ein Hobby oder eine besondere Fertigkeit, die Sie mit der Behandlung des Diabetes verbinden können? Wenn Sie etwa Spaß am Umgang mit Computern haben, könnten Sie beispielsweise Ihre Behandlungsergebnisse elektronisch dokumentieren oder in einem sozialen Netzwerk Kontakte mit Gleichgesinnten pflegen.
Wenn Ihre Partnerin bemängelt, dass Sie zu wenig für den Haushalt tun, würde es sich anbieten, dass Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Einkäufe erledigen. Das hätte zwei Vorteile: Sie wären körperlich aktiver und Ihre Partnerin würde Ihnen bald anerkennende Blicke zuwerfen.
Die eigenen Ansprüche an das Machbare anpassen
Gerade in Zeiten, in denen andere Sorgen Sie belasten (zum Beispiel Probleme am Arbeitsplatz), leidet häufig die Motivation, sich auch noch um den Diabetes zu kümmern. Aus eigener Erfahrung wissen Sie, dass Sie sich bei Stress anders ernähren und bewegen. Weiterhin sorgen Stresshormone für einen zusätzlichen Anstieg der Blutzuckerwerte.
Gerade in Zeiten knapper zeitlicher und nervlicher Reserven ist es günstig, ihre Ansprüche an Ihre Behandlungsziele an das anzupassen, was im Alltag dann tatsächlich machbar ist. So ersparen Sie sich unnötige Frustrationen. Vielleicht können Sie es ja auch als Erfolg verbuchen, wenn sich Ihre Blutzuckerwerte in einer belasteten Lebensphase nicht verschlechtert haben?
Gut mit der eigenen Energie haushalten
Von Winston Churchill stammt der Satz: "Man muss seinem Leib Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen." Vielleicht haben Sie auch schon die Beobachtung gemacht, dass die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, auch von der körperlichen und psychischen Verfassung abhängt. Motivierte Menschen mit Diabetes gehen insgesamt achtsamer mit ihrer Gesundheit um. Dazu zählt etwa das Bemühen, sich beim Essen Zeit zu nehmen, sich selbst ausreichend Schlaf oder sich kleinere Erholungspausen im Alltag zu gönnen.
Überlegen Sie, was Ihnen guttut. Wie und wo können Sie immer wieder Kraft für Ihre Diabetesbehandlung schöpfen? Welche Aufgaben kosten Sie unnötig Energie, die Ihnen für die Diabetesbehandlung fehlt? Wie viel Zeit, die Sie unnötig vor dem Fernseher oder Computer verbringen, könnten Sie nutzen, um sich selbst etwas Gutes zu tun?
Suchen Sie Unterstützung!
Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass motivierte Menschen eher zu wissen scheinen, welche Hilfe sie wann benötigen, und welche Personen sie dazu am besten ansprechen. Wenn sich ein Motivationstief abzeichnet, kann es sinnvoll sein, sich rechtzeitig um Unterstützung zu bemühen und es nicht auf einen
Gerade in Krisensituationen kann der Erfahrungsaustausch neue Anstöße geben. Gleichgesinnte Menschen können sich hervorragend gegenseitig motivieren. Weiterhin schaffen Sie es gemeinsam leichter, Ihre Ziele, z. B. körperlich aktiver zu werden, zu erreichen und am Ball zu bleiben.
Sich belohnen
"Wer wird schon ohne Aussicht auf Gewinn früh aufstehen wollen?" fragt ein chinesisches Sprichwort. Für den eingangs beschriebenen Patienten war die Aussicht auf einen gelingenden Urlaub der Antrieb, viel Energie für die Planung und Vorbereitung zu investieren. Worin besteht Ihre Belohnung, wenn Sie sich sorgfältig um Ihre Diabetesbehandlung kümmern? Was ist Ihr Motiv, wofür es sich für Sie lohnt, sich immer wieder aufs Neue anzustrengen?
Wenn Sie eine klare Vorstellung von ihrem persönlichen Gewinn haben und Ihnen dieser Gewinn attraktiv erscheint, werden Sie sich langfristig motivierter um Ihre Behandlung kümmern.
So tun, als ob Sie motiviert wären
Wenn Sie lustlos eine Aufgabe vor sich herschieben, ziehen Sie die Mundwinkel nach oben und tun Sie so, als ob Sie motiviert wären. Ihre Stimmung wird sich aufheitern und es wird Ihnen leichter fallen, den ersten Schritt zu tun. Aller Anfang ist schwer – wenn Sie begonnen haben, an einer Aufgabe zu arbeiten, fühlen Sie sich vielleicht tatsächlich motiviert, nicht aufzuhören, sondern die Bearbeitung der Aufgabe fortzusetzen und diese hinter sich zu bringen.
Für Ihre Diabetesbehandlung wünsche ich Ihnen Kraft, aber auch etwas, was Sie antreibt und Sie für Ihre Mühen reichlich belohnt!
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 14 Stunden, 31 Minuten
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
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renrew postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
gibt es Tips oder Ratschläge dieser Pumpe betreffend?
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moira antwortete vor 5 Tagen, 16 Stunden
Das kommt sehr darauf an – in welchem Bereich?
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Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊