- Leben mit Diabetes
Der heiße Diabetes-Herbst
2 Minuten
Diabetes-Journal-Chefredakteur Günter Nuber verrät Ihnen zwei Gründe, wieso der kommende Herbst ein sehr spannender werden wird in der deutschen Diabetes-Szene.
Das verspricht ein heißer Herbst zu werden – im Sinne von äußerst interessant: Nein, ich meine nicht die verschiedenen Interessenkonflikte innerhalb der Diabetes-Verbände (in deren Zuge das Diabetes-Journal mittlerweile Gegendarstellungen abdrucken muss). Interessant wird der Herbst aus meinem Blickwinkel viel mehr aus zwei Gründen. Der eine:
Diabetes-Blogger-Szene: authentisch und Experten in eigener Sache
In Deutschland gibt es seit fünf Jahren “Diabetes-Blogger”, die sich bis heute zu einer imposanten Blogger-Szene entwickelt haben. Die Rede ist von den Ilkas, den Sahras, den Finns oder den Steffs (meist zwischen 20 und 40), die im Internet spontan oder regelmäßig über ihren Diabetes berichten: über ihre letzte Unterzuckerung – über ihren ersten Insulinpumpen-Gehversuch – über ihre erste Erfahrung mit einem “CGM”, über ihren Sport. Manchmal wird auch einfach ein Foto vom neu angelegten Sensor oder vom zu hohen Blutzuckerwert “gepostet”, sprich veröffentlicht.
Das Ganze ist meist nicht von Ärzten gecheckt, nicht immer als positives Beispiel oder nachahmenswert zu empfehlen, manchmal gar äußerst fragwürdig … bis gefährlich – ABER: Die Diabetes-Blogger sind authentisch, sie sind absolute Experten in eigener Sache, meist sehr diabeteserfahren. Sie geben Einblicke und tauschen sich aus. Und vor allem: Sie tragen viel bei zur Aufklärung – in einem Bereich, in dem sich mehr Menschen (weil meist anonym möglich) Informationen holen als anderswo.
Das Ganze kann man nur begrüßen – und vorantreiben: Das machen wir, indem wir neben dem Diabetes-Journal ein Internet-Gebäude bewohnen: die Blood-Sugar-Lounge! Im Herbst wird eingezogen in dieses Medienhaus – viele der Blogger beziehen dort virtuelle Räume, schreiben für und mit uns, fotografieren, drehen kleine Videos etc. Das Beste: Wer uns besuchen, sprich mit uns arbeiten mag, ist jederzeit willkommen. Es geht in der Lounge um Insulin, um Sport, um Reisen, um Tiere, um Kochen, um Forschung. Und und und.
Eine Fülle an Produkt-Neuigkeiten und -Entwicklungen
Der zweite Grund: Wir erwarten ab Herbst 2014 eine Fülle an Neuigkeiten und Entwicklungen der Unternehmen, die (auch) in Deutschland im Bereich der Diabetikerversorgung aktiv sind. Die Rede ist von neuen Blutzuckermessgeräten – leicht zu bedienen und teils mit großen Displays. Die Rede ist von einer neuen Insulinpumpe mit Ampullenfüllsystem – oder von einem Insulin-Pen mit Gedächtnisstütze.
Die Rede ist auch von Neuerungen, die das Blutzuckermessgerät mit einer App und bis hin zu einem Online-Portal verbinden. Und ich rede von einem Mess-System, das die Glukosewerte anzeigt, wann immer man selbst das mag: durch einfaches Drüberhinwegführen eines kleinen Gerätes über ein Sensorpflaster, das ständig am Oberarm liegt. Nicht ganz bis Herbst, aber spätestens bis Frühjahr kommt dann vielleicht ein neues Insulin hinzu, das uns weniger Unterzuckerungen bescheren soll.
Sie sehen, liebe Leser: Der Herbst wird interessant in vielerlei Hinsicht. Sollte sich dann noch zeigen, dass die kontinuierliche Glukosemessung (“CGM”) viel mehr Verbreitung finden kann (weil gesundheitspolitisch ein guter Nutzen bestätigt wird), wird umso klarer: Diabetes ist viel zu interessant, zu aktuell und zu aspektereich, als dass man sich und seine Energie Interessenkonflikten hingeben sollte.
von Günter Nuber
Chefredaktuer des Diabetes-Journals
Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (10) Seite 46
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stephanie-haack postete ein Update vor 19 Stunden, 28 Minuten
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 21 Stunden, 13 Minuten
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 19 Stunden, 15 Minuten
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
