Diabetes-Selbsthilfe: Warum Betroffene eine laute, aber klare Stimme in der Politik brauchen

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Diabetes-Selbsthilfe: Warum Betroffene eine laute, aber klare Stimme in der Politik brauchen | Foto: deagreez – stock.adobe.com
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Diabetes-Selbsthilfe: Warum Betroffene eine laute, aber klare Stimme in der Politik brauchen

Wir Verbände der Diabetes-Selbsthilfe – aber auch viele andere Akteure der gesundheitlichen Selbsthilfe – beklagen seit Langem, dass unsere Anliegen von der Politik nicht genügend gehört werden. Unsere Stimme verhallt oft wirkungslos, selbst wenn wir zu wunderbar organisierten Veranstaltungen einladen und mit schön formulierten Slogans werben. Warum ist das so? Sind unsere Anliegen nicht bedeutsam genug? Nutzen wir die falschen Instrumente? Eine Lösung könnte sein: Nicht lauter schreien, sondern besser gehört werden.

Eines ist jedenfalls sicher: Mit plakativen Forderungen wie „Selbsthilfe auf Rezept“ oder mit einem frechen Wahlspruch „Ein Ministerium für Selbsthilfe – jetzt“ ziehen wir die mediale und die politische Aufmerksamkeit stärker auf uns als mit sachlich korrekten Botschaften wie „Teilhabe für Kinder mit Diabetes sichern“ oder der wichtigen, aber sperrigen Forderung nach der „gesundheitspolitischen Absicherung diabetologischer Grundversorgung“.

Sind wir also nicht klar genug? Fehlt es uns an einprägsamen und verständlichen Themen, mit denen wir die Gesundheitspolitikerinnen und -politiker wirksamer erreichen könnten?

Unsere Themen sind nicht banal – wir müssen sie besser platzieren

Unsere Anliegen, Erwartungen und Forderungen berühren die Grundwerte unserer Gesellschaft: Menschenwürde, Lebensschutz, Kindeswohl, das Recht auf Gesundheitsversorgung. Wir sprechen aus Betroffenheit und wissen deshalb sehr gut, wovon wir reden. Nur müssen wir unsere Themen auch richtig platzieren – mit Nachdruck, aber auch mit Strategie.

Markige Sprüche allein reichen aber nicht. Politische Kommunikation muss durchdacht und nachhaltig sein – sowohl direkt gegenüber Entscheidern als auch über die Medien. Wichtig ist, dass unsere Botschaften klar, realitätsbezogen und in sich schlüssig sind.

Ein häufiger Fehler: Positionspapiere, die alles auf einmal wollen – und dabei unverbindlich oder widersprüchlich bleiben. So wirken sie weniger wie ein Plan und mehr wie eine Wunschliste. Das ist gut gemeint – aber leider oft folgenlos.

Machen Sie mit: Geben Sie der Diabetes-Selbsthilfe Ihre Stimme!

  • Sie finden, Menschen mit Diabetes sollten in der Politik gehört werden?
  • Sie wollen mithelfen, dass Teilhabe, Versorgung und Gerechtigkeit Realität werden?

Dann werden Sie aktiv:
Treten Sie Ihrer regionalen Selbsthilfeorganisation bei!
Ob als Mitglied, Unterstützerin/Unterstützer oder ehrenamtlich Engagierte/Engagierter – jede Stimme zählt.

Informieren Sie sich bei Ihrem Landesverband!

Gemeinsam sind wir stärker. Für eine laute, klare Stimme der Betroffenen.

Gemeinsam wirken – klare Linie statt Beliebigkeit

Auch wenn unsere Ziele oder Forderungen teilweise mit denen von Ärzten, Apothekern, der Industrie oder der Politik übereinstimmen, müssen wir eigenständig und fokussiert auf unseren Auftrag bleiben – nämlich den Menschen mit Diabetes Gehör zu verschaffen. Dabei sollten wir darauf achten, uns nicht vereinnahmen zu lassen oder fremden Interessen zu dienen.
Noch wichtiger ist, dass wir mit einer Stimme sprechen. So gut Vielfalt im Alltag auch ist – in der politischen Interessenvertretung ist sie jedoch wenig hilfreich, wenn sie nicht in gemeinsamen Positionen gebündelt wird.

Selbsthilfe ist systemrelevant – und darf nicht zum Lückenfüller werden

Selbsthilfe leistet Entscheidendes – in Vorbeugung (Prävention), Krankheitsbewältigung und Teilhabe. Und je mehr unser Gesundheitssystem an personelle und finanzielle Grenzen stößt, desto wichtiger wird sie. Doch genau das birgt auch Risiken: Wenn Krankenkassen und der Staat uns als kostengünstige Alternative sehen statt als gleichwertige Partner, dann droht ein stilles Verschieben von Verantwortung.

Was wir jetzt brauchen

Es ist unsere Aufgabe, von der Politik drei zentrale Punkte einzufordern:

  1. Anerkennung der Selbsthilfe als Teil der gesundheitlichen Versorgung,
  2. feste strukturelle Beteiligung der Selbsthilfe in gesundheitspolitischen Entscheidungsprozessen – insbesondere durch das Recht, eigene Sachverständige in den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu entsenden, und perspektivisch mit einem eigenen Stimmrecht ausgestattet zu werden und
  3. verlässliche Finanzierung auf allen Ebenen.

Das erreichen wir nur mit einer authentischen, realistischen und auf das Wesentliche fokussierten politischen Lobbyarbeit. Nicht die Lautstärke allein bringt den Erfolg – sondern die Klarheit!

Und Sie?

Auch Sie können etwas verändern. Sie müssen keine Funktion übernehmen oder eine Rede halten – aber Sie können sich anschließen. Die Stimme der Selbsthilfe wird umso stärker, je mehr Menschen sie mittragen. Egal, ob Sie selbst betroffen sind, ein Kind mit Diabetes haben oder Angehöriger sind: Ihre Erfahrung zählt. Und Ihr Engagement macht den Unterschied.


von Leonhard Stärk, Vorsitzender des Vorstands, DDF e.V. im Rahmen der gemeinsame Positionen der organisierten Selbsthilfe und Patientenvertretung im Diabetes-Anker

Logos Verbaende Diabetes Anker jpg

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (8/9) Seite 60-61

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  • Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

  • sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
    Liebe Grüße
    Sayuri

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