- Soziales und Recht
Diabetes-Selbsthilfe: Warum Betroffene eine laute, aber klare Stimme in der Politik brauchen
3 Minuten
Wir Verbände der Diabetes-Selbsthilfe – aber auch viele andere Akteure der gesundheitlichen Selbsthilfe – beklagen seit Langem, dass unsere Anliegen von der Politik nicht genügend gehört werden. Unsere Stimme verhallt oft wirkungslos, selbst wenn wir zu wunderbar organisierten Veranstaltungen einladen und mit schön formulierten Slogans werben. Warum ist das so? Sind unsere Anliegen nicht bedeutsam genug? Nutzen wir die falschen Instrumente? Eine Lösung könnte sein: Nicht lauter schreien, sondern besser gehört werden.
Eines ist jedenfalls sicher: Mit plakativen Forderungen wie „Selbsthilfe auf Rezept“ oder mit einem frechen Wahlspruch „Ein Ministerium für Selbsthilfe – jetzt“ ziehen wir die mediale und die politische Aufmerksamkeit stärker auf uns als mit sachlich korrekten Botschaften wie „Teilhabe für Kinder mit Diabetes sichern“ oder der wichtigen, aber sperrigen Forderung nach der „gesundheitspolitischen Absicherung diabetologischer Grundversorgung“.
Sind wir also nicht klar genug? Fehlt es uns an einprägsamen und verständlichen Themen, mit denen wir die Gesundheitspolitikerinnen und -politiker wirksamer erreichen könnten?
Unsere Themen sind nicht banal – wir müssen sie besser platzieren
Unsere Anliegen, Erwartungen und Forderungen berühren die Grundwerte unserer Gesellschaft: Menschenwürde, Lebensschutz, Kindeswohl, das Recht auf Gesundheitsversorgung. Wir sprechen aus Betroffenheit und wissen deshalb sehr gut, wovon wir reden. Nur müssen wir unsere Themen auch richtig platzieren – mit Nachdruck, aber auch mit Strategie.
Markige Sprüche allein reichen aber nicht. Politische Kommunikation muss durchdacht und nachhaltig sein – sowohl direkt gegenüber Entscheidern als auch über die Medien. Wichtig ist, dass unsere Botschaften klar, realitätsbezogen und in sich schlüssig sind.
Ein häufiger Fehler: Positionspapiere, die alles auf einmal wollen – und dabei unverbindlich oder widersprüchlich bleiben. So wirken sie weniger wie ein Plan und mehr wie eine Wunschliste. Das ist gut gemeint – aber leider oft folgenlos.
Machen Sie mit: Geben Sie der Diabetes-Selbsthilfe Ihre Stimme!
- Sie finden, Menschen mit Diabetes sollten in der Politik gehört werden?
- Sie wollen mithelfen, dass Teilhabe, Versorgung und Gerechtigkeit Realität werden?
Dann werden Sie aktiv:
Treten Sie Ihrer regionalen Selbsthilfeorganisation bei!
Ob als Mitglied, Unterstützerin/Unterstützer oder ehrenamtlich Engagierte/Engagierter – jede Stimme zählt.
Informieren Sie sich bei Ihrem Landesverband!
Gemeinsam sind wir stärker. Für eine laute, klare Stimme der Betroffenen.
Gemeinsam wirken – klare Linie statt Beliebigkeit
Auch wenn unsere Ziele oder Forderungen teilweise mit denen von Ärzten, Apothekern, der Industrie oder der Politik übereinstimmen, müssen wir eigenständig und fokussiert auf unseren Auftrag bleiben – nämlich den Menschen mit Diabetes Gehör zu verschaffen. Dabei sollten wir darauf achten, uns nicht vereinnahmen zu lassen oder fremden Interessen zu dienen.
Noch wichtiger ist, dass wir mit einer Stimme sprechen. So gut Vielfalt im Alltag auch ist – in der politischen Interessenvertretung ist sie jedoch wenig hilfreich, wenn sie nicht in gemeinsamen Positionen gebündelt wird.
Selbsthilfe ist systemrelevant – und darf nicht zum Lückenfüller werden
Selbsthilfe leistet Entscheidendes – in Vorbeugung (Prävention), Krankheitsbewältigung und Teilhabe. Und je mehr unser Gesundheitssystem an personelle und finanzielle Grenzen stößt, desto wichtiger wird sie. Doch genau das birgt auch Risiken: Wenn Krankenkassen und der Staat uns als kostengünstige Alternative sehen statt als gleichwertige Partner, dann droht ein stilles Verschieben von Verantwortung.
Was wir jetzt brauchen
Es ist unsere Aufgabe, von der Politik drei zentrale Punkte einzufordern:
- Anerkennung der Selbsthilfe als Teil der gesundheitlichen Versorgung,
- feste strukturelle Beteiligung der Selbsthilfe in gesundheitspolitischen Entscheidungsprozessen – insbesondere durch das Recht, eigene Sachverständige in den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu entsenden, und perspektivisch mit einem eigenen Stimmrecht ausgestattet zu werden und
- verlässliche Finanzierung auf allen Ebenen.
Das erreichen wir nur mit einer authentischen, realistischen und auf das Wesentliche fokussierten politischen Lobbyarbeit. Nicht die Lautstärke allein bringt den Erfolg – sondern die Klarheit!
Und Sie?
Auch Sie können etwas verändern. Sie müssen keine Funktion übernehmen oder eine Rede halten – aber Sie können sich anschließen. Die Stimme der Selbsthilfe wird umso stärker, je mehr Menschen sie mittragen. Egal, ob Sie selbst betroffen sind, ein Kind mit Diabetes haben oder Angehöriger sind: Ihre Erfahrung zählt. Und Ihr Engagement macht den Unterschied.
von Leonhard Stärk, Vorsitzender des Vorstands, DDF e.V. im Rahmen der gemeinsame Positionen der organisierten Selbsthilfe und Patientenvertretung im Diabetes-Anker

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (8/9) Seite 60-61
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Tagen, 23 Stunden
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Tagen, 18 Stunden
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747


