- Aus der Community
Einmal über den Tellerrand blinzeln reicht schon lange nicht mehr!
3 Minuten
In einem Redebeitrag bei einer Demonstration im September 2019 sagte die sprechende Person: „[…] Solidarität ist leider nicht immer etwas, was Spass macht und bequem ist. Wirklich notwendige Solidarität zeigt sich darin, dass man sie auch anbietet, wenn es für einen selbst unbequem ist.“ (vgl. https://whatthefuck.noblogs.org/redebeitrag-von-sexarbeit-ist-arbeit/) Über diese Definition von Solidarität musste ich – vor allem während dieser Pandemie – noch viel nachdenken. Auf der einen Seite spiegelt sie gut wider, was für ein Verhalten ich von meinen Mitmenschen fordere. Auf der anderen Seite zeigt sie mir, dass sich auch mein eigenes Handeln häufig noch deutlich weniger bequem anfühlen müsste.
Diskriminierungsformen und die Rolle der Diabetes-Typen
Wir sind alle nicht in einen luftleeren Raum geboren. Niemand von uns ist befreit von Stigmata und Vorurteilen, die durch gesellschaftliche Diskurse und Strukturen weitergetragen werden.
Und nur weil wir selbst von einer Diskriminierungsform (Ableismus) betroffen sind, sind wir nicht davon losgelöst, Teil davon zu sein, ableistische Strukturen zu verfestigen.

Als bei mir mit 15 Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, war mir noch nicht bewusst, dass eine der nervigsten und auch schmerzhaftesten Folgen dieser Diagnose die damit einhergehenden Vorurteile sind. „Hast du als Kind zu viel Zucker gegessen?“, „du musst nur Gewicht verlieren“ sind Sätze, die wir vermutlich alle kennen und bei mir lange auf ein starkes Gefühl von Rechtfertigungsbedürfnis gestoßen sind. Daran ist erstmal nichts verkehrt. Mir ist es wichtig, dass Menschen in meinem direkten Umfeld Bescheid wissen, was Typ-1-Diabetes für mich und meinen Alltag bedeutet. Aber Typ-1-Diabetes erklären auf Kosten von Personen mit Typ-2-Diabetes à la „Ja, aber das sind nicht wir, wir sind die Guten.“ Ernsthaft?
„Auch Personen mit Typ-2-Diabetes verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden“
Ich will kein Teil eines exklusiven „Typ-1-Diabetes-Clubs“ sein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Vorurteile auf Personen mit Typ-2-Diabetes abzuwälzen und das als einzigen Weg sieht, sich selbst von den nervigen Kommentaren zu befreien, die uns entgegengebracht werden. Es sollte keine Überraschung sein, aber: Auch Personen mit Typ-2-Diabetes verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden. Genauso, wie wir es fordern. Versteht mich nicht falsch: Ich finde es gut und wichtig, dass sich immer mehr Stimmen von Personen mit Typ-1-Diabetes verknüpfen und ein Dialog über unsere geteilten und auch abweichenden Lebensrealitäten stattfindet. Aber an diesem Punkt kann es nicht aufhören, an diesem Punkt darf es nicht aufhören!
Zu mehr Solidarität gehört mehr Sensibilität
Ich wünsche mir noch mehr Sensibilität dafür, dass auch andere Personen von langen bürokratischen Antragsverfahren bei Krankenkassen, Ablehnungsbescheiden, fehlenden Unterstützungssystemen in Universitäten und an Arbeitsplätzen oder mangelnder Barrierefreiheit betroffen sind. Ich wünsche mir nicht nur einen Blick über den Tellerrand, sondern, dass wir auf den Tellerrand klettern und uns umschauen, was um uns herumsteht und mit was die anderen Teller befüllt sind.
Ich wünsche mir, dass wir aus unserer „Diabetes-Bubble“ rauskriechen und Austausch mit anderen chronisch kranken und be_hinderten Personen stattfindet. Ich wünsche mir, dass wir ihnen zuhören. Genauso, wie wir fordern, dass uns zugehört wird. Ich wünsche mir, dass wir anerkennen, dass wir nicht die einzigen sind, die ableistische Diskriminierungserfahrungen machen. Wir können Ableismus langfristig nicht im Alleingang unseres Exklusiv-Clubs überwinden, sondern nur als Kollektiv und dafür muss es häufiger mal unbequem werden.
Mehr Sensibilisierung zur besprochenen Thematik erfahrt ihr auch in Kiaras Beitrag „Disability Pride Month ist auch Diabetes Pride Month!“
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 4 Tagen, 10 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 4 Tagen, 17 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 10 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 9 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 8 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 7 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 3 Tagen, 13 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 2 Tagen, 23 Stunden
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jasminj antwortete vor 2 Tagen, 22 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂