- Soziales und Recht
Forderung: Bundesländer sollen Diabetesstrategie koordiniert umsetzen
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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mahnen an, dass Diabetes bei der Gesundheitsministerkonferenz als länderübergreifende Herausforderung begriffen werden muss und die Bundesländer sich koordiniert abstimmen sollten.
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe appellieren anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) an die Länder, gemeinsam konkrete Maßnahmen zur strukturierten Verbesserung der Versorgung von Diabetespatienten einzuleiten. „Der Koalitionsvertrag auf Bundesebene legt eine nationale Diabetes-Strategie fest. Die Länder sollten ihre Anstrengungen zur Umsetzung gemeinsam koordinieren, damit kein Flickenteppich entsteht“, so Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG.
„Auf der Agenda der GMK für 2018 stehen die sektorenübergreifende Versorgung, Prävention und Patientenorientierung. Diese Kernthemen nennt auch der Koalitionsvertrag, sie müssen jetzt mit Leben gefüllt werden – sowohl im Hinblick auf die nationale Diabetesstrategie, als auch auf die Überarbeitung des Präventionsgesetzes“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.
Verbreitung des Typ-2-Diabetes: deutliches Nord-Ost/Süd-Gefälle
Diabetes muss als eine länderübergreifende Herausforderung verstanden werden. Diese chronische Krankheit breitet sich in Deutschland rasch aus. Fast sieben Millionen Menschen sind betroffen, und jeden Tag kommen fast 1.000 Neuerkrankte hinzu. Dabei zeigen sich bezüglich der Prävalenz des Typ-2-Diabetes in den einzelnen Bundesländern gravierende Unterschiede.
Auf der Basis vertragsärztlicher Abrechnungen aller gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland lag die standardisierte Prävalenz im Osten Deutschlands im Jahr 2015 mit 11,6 Prozent deutlich über der Schätzung in Westdeutschland mit 8,9 Prozent. Spitzenwerte von über 12 Prozent fanden sich in den nordöstlichen Bundesländern, im Saarland und großen Teilen von Baden-Württemberg. Ähnliche regionale Unterschiede mit einem deutlichen Nord-Ost/Süd-Gefälle finden sich auch hinsichtlich der Verbreitung von Prädiabetes, einer Vorstufe von Diabetes, und unentdecktem Diabetes.
Versorgungsstrukturen müssen dem jeweiligen Bedarf angepasst werden
Die unterschiedliche Prävalenz zeigt, dass die Versorgungsstrukturen dem jeweiligen Bedarf angepasst werden müssen. Um jedoch genau herauszufinden, wie die Versorgungsqualität in den einzelnen Bundesländern verbessert werden kann, ist eine Vernetzung vorhandener, partieller Diabetes-Register und langfristig der gemeinsame Aufbau eines nationalen Diabetes-Registers notwendig. Zwei bereits etablierte deutschlandweite Diabetesregister sind die „Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation“ (DPV) sowie die „Diabetes-Versorgungs-Evaluation“ (DIVE).
Die Verbindung dieser Datenbanken bietet eine für Deutschland einzigartige Basis, mehr Transparenz über die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Diabetes in Deutschland herzustellen. Die Versorgungsforschung kann anhand dieser Daten Informationen aus der Versorgungsroutine, die über Verschreibungs- oder Kassendaten hinausgehen, sammeln und auswerten.
„In Skandinavien gibt es eine gesetzliche Vorgabe, Erkrankungsverläufe und deren Behandlung lückenlos zentral zu erfassen. Dies könnte auch hierzulande Millionen von Patienten helfen, eine wirksamere Versorgung zu erhalten“, so Professor Dr. med Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG.
„Patientenorganisationen in die Konzeptionierung einbeziehen“
Die Zahl der Neuerkrankungen von Diabetes-Typ-2 langfristig zu senken, kann hingegen nur mit flächendeckender Verhältnisprävention gelingen. Die Maßnahmen müssen die Verhältnisse, in denen wir leben, gesünder machen. Besonders Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die für Gesundheitsinformationen schwer zugänglich sind, würden langfristig von Verhältnisprävention profitieren.
„Hier fordern wir beispielsweise seit Jahren, dass sich die Länder zu den einheitlichen Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für KiTa- und Schulernährung verpflichten. Hier sollten die Minister der GMK gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz eine verbindliche Regelung abstimmen“, erklärt Müller-Wieland.
Schließlich müssten vor allem die Betroffenen in den Fokus genommen werden: „Eine konsequente Patientenorientierung, wie sie nun im Koalitionsvertrag für alle gesundheitspolitischen Entscheidungen gefordert wird, impliziert die Berücksichtigung originärer Patientenbewertung von Versorgungsleistungen sowie ein Mitbestimmungsrecht von Patienten in allen Gremien, die versorgungsrelevante Entscheidungen treffen“, so Kröger.
„Wir erwarten deshalb von der Koalition, dass Patientenorganisationen in die Konzeptionierung der nationalen Diabetesstrategie einbezogen werden“, so der Hamburger Diabetologe.
Quelle: gemeinsame Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
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bloodychaos postete ein Update vor 5 Tagen, 6 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri

Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGM
Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.