Kolumne | Zum guten Schluss: Nur nicht akut krank werden!

2 Minuten

© Christian Mentzel
Kolumne | Zum guten Schluss: Nur nicht akut krank werden!

Die Corona-Welle rollt mal wieder über Deutschland. So erwischte es auch eine betagte Bekannte. Sie ist normalerweise noch sehr rüstig: Sie versorgt sich nahezu komplett selbst, kauft ein, kocht und managt auch ihren Typ-2-Diabetes völlig eigenständig.

Die Corona-Infektion aber warf sie regelrecht um – trotz der erst kürzlich zurückliegenden fünften Corona-Impfung. Der Hals tat weh, sie hustete, Abgeschlagenheit und Müdigkeit übermannten sie. Schlafen war das Zauberwort der Stunde. Um den Kreislauf nicht komplett in die Knie gehen zu lassen, waren die kurzen Wachphasen zum Essen und vor allem zum Trinken da. Trotzdem sackte der Kreislauf nachts kurzfristig zusammen, war aber mit Unterstützung ihrer Tochter, die sie alarmiert hatte, nach ein paar Gläsern Wasser wieder stabil.

Wie aber sollte sie sich – bis dahin reine Selbstversorgerin – in ihrem Zustand nun um alles Notwendige kümmern? Selbst, einen Tee zu kochen, war in dieser Situation zu anstrengend – wäre aber ein wohltuendes und helfendes Getränk.

Zum Glück wohnt eben jene in der Nacht alarmierte Tochter in der Nachbarschaft. Sie ist berufstätig, Vollzeit – aber ihre Mutter war ihr jetzt selbstverständlich wichtiger. Also rief sie bei ihrem Arbeitgeber an, um ihm mitzuteilen, dass sie einen Tag, vielleicht auch zwei, frei brauche, um sich um ihre akut und voraussichtlich nur ein, zwei Tage pflegebedürftige Mutter zu kümmern. “Geht nicht”, war die Antwort. Um für die Pflege von Mutter oder Vater freizubekommen, müssen diese bereits einen Pflegegrad haben oder es muss ein Pflegegrad zu erwarten sein. Bei kranken Kindern ist die Situation eine andere: Da gibt es selbstverständlich eine gewisse Zahl an Tagen pro Jahr, um sie zu versorgen.

“Geht’s noch?”, frage ich mich da, als ich den Bericht meiner Bekannten höre. Will der Staat lieber, dass betagte Menschen für ein paar Tage ins Krankenhaus müssen, um in einer solchen Notlage versorgt zu sein – und sich dort möglicherweise noch ganz andere Infektionen einzufangen? Leben wir nicht in einem Sozialstaat, wo es selbstverständlich sein sollte, dass Kinder auch dann für ihre Eltern da sein können, wenn diese noch nicht Langzeitpflegebedürftig sind? Traurige Welt … Ob ich darin alt werden möchte?

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Alex Adabei

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2024; 72 (2) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Kurse und digitale Unterstützung: Was beim Abnehmen helfen kann
Viele Menschen mit Diabetes kämpfen mit Übergewicht – und oft fehlt ein klarer Einstieg ins Abnehmen. Digitale Gesundheitsanwendungen sowie spezielle Kurse für Ernährungsberatung und Bewegungsangebote können Unterstützung bieten, den Prozess langfristig zu strukturieren.
Kurse und digitale Unterstützung: Was beim Abnehmen helfen kann | Foto: Studio Romantic – stock.adobe.com

2 Minuten

Kolumne „Fernweh“: Eiskalter Badespaß, ausgefallene CGM-Sensoren
Eine Hamburger Winteraktion bringt Hunderte zum Eisbaden in die Elbe. In der Kolumne „Fernweh“ berichtet Susanne, wie eiskalter Badespaß nicht nur einen guten Zweck unterstütze, sondern auch kurzzeitige Auswirkungen auf die CGM-Sensoren der beteiligten Menschen mit Diabetes hatte.
Kolumne „Fernweh“: Eiskalter Badespaß, ausgefallene CGM-Sensoren | Foto: Anna Syvak - stock.adobe.com

2 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/

  • othenbuehler postete ein Update vor 1 Tag, 5 Stunden

    Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.

    Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.

    👉 Wen suchen wir?
    Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.

    👉 Was bedeutet die Teilnahme?
    Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
    Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
    Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)

    Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙

    Mehr Infos im Flyer 👇

    Uploaded Image
  • moira postete ein Update vor 4 Tagen, 8 Stunden

    Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
    (Wen es interessiert Band 2.3)

Verbände