Patientenverfügung: Höhere Blutzucker-Zielwerte ansetzen

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Patientenverfügung: Höhere Blutzucker-Zielwerte ansetzen

Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Rubrik Rechteck Antworten auf Rechtsfragen rund um das Thema Diabetes.

Die Frage:

Seit rund 30 Jahren lebe ich mit Diabetes Typ 1. Blutzuckerwerte von &lt; 50 mg/dl (2,8 mmol/l) können zu Zuständen von Angst und Panik führen, die für das Krankenpersonal schwer vorstellbar sind und folglich dann nicht immer ernst genommen werden. Ich beabsichtige daher für den Fall eines dauerhaften Unvermögens, zur Insulin-Selbstversorgung (bspw. nach Schlaganfall) einen Passus in meine Patientenverfügung aufzunehmen, der meinen entschiedenen Willen zur Ansetzung höherer Zucker-Zielwerte ausdrückt, um derartige Unterzuckerungszustände zu vermeiden.

Dieser Passus soll für das Krankenpersonal nachvollziehbar und verpflichtend umsetzbar sein; dazu nach Möglichkeit juristisch unbedenklich. Können Sie mir Unterstützung für eine geeignete Formulierung geben? Ich wäre sehr dankbar dafür.

Wilfried P.

Oliver Ebert:

Leider dürfte es schwierig sein, diesen Wunsch so eindeutig zu formulieren, dass er im Eintretensfall unmissverständlich zu verstehen ist.Ich empfehle, dass Sie zusammen mit Ihrem Arzt Ihre diesbezüglichen Vorstellungen sowie die jeweiligen Rahmenbedingungen (z. B. anzustrebender Zielwert, Messfrequenz, einzusetzender Insulintyp) möglichst präzise beschreiben. Sie sollten auch unterscheiden, in welchen konkreten Situationen Sie diese Vorgehensweise (nur) wünschen – beispielsweise für den Fall des dauerhaften Komas, einer Komplettlähmung etc. Je konkreter Sie Vorgaben treffen, umso höher sind die Chancen, dass dies im Eintretensfall dann so beachtet werden muss – und auch beachtet wird.

Weiterhin sollten Sie die Beweggründe darstellen, weswegen Sie diese Vorgehensweise wünschen. Schließlich sollte aus einer solchen Patientenverfügung auch hervorgehen, dass Sie über die damit verbundenen Risiken vollumfänglich informiert sind und diese dennoch bewusst und wissentlich in Kauf nehmen wollen.Unter nachstehendem Link finden Sie hilfreiche Broschüren des Justizministeriums mit weiteren Hinweisen: www.bmjv.de/DE/Themen/VorsorgeUndPatientenrechte/Betreuungsrecht/Betreuungsrecht_node


von Oliver Ebert
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de

Internet: www.diabetes-und-recht.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (6) Seite 45

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  • cina_polada postete ein Update vor 1 Tag, 2 Stunden

    Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂

  • lauf-chris postete ein Update vor 1 Tag, 3 Stunden

    Ich habe jetzt seit ca 1 Jahr die YpsoPump. Bin gut damit zufrieden. Ist aber auch kein Selbstläufer!

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

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