- Technik
FreeStyle Libre: Das neue Schulungs- und Behandlungsprogramm „flash“
3 Minuten
Das Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM) hat ein Schulungs- und Behandlungsprogramm für das Flash Glukose-Messsystem FreeStyle Libre des Herstellers Abbott entwickelt.
Diabetesselbstmanagement stellt eine große Herausforderung für Betroffene dar – besonders für Menschen mit intensivierter Insulintherapie. Das Flash Glukose-Messsystem wurde entwickelt, um das tägliche Glukosemanagement zu erleichtern und eine optimale Therapiesteuerung zu ermöglichen.
Die Kombination aus der einfachen Handhabung und Messung mit ständig verfügbaren Werten sowie umfangreichen Informationen über den Glukoseverlauf führt zu deutlich mehr täglichen Messungen. Und damit potentiell zu einem besseren HbA1c-Wert [4].
Neue Technologien: Diabetesschulungen sind wichtiger Baustein
Doch erst der richtige Umgang mit den bereitgestellten Daten ermöglicht die Ausschöpfung des vollen Potenzials des Systems. Diabetesschulungen sind ein wichtiger Baustein, um Menschen im Umgang mit neuen Technologien zu schulen, damit sie bestmöglich davon profitieren können.
Das Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM) hat daher in Zusammenarbeit mit Diabetes-Schwerpunktpraxen das Schulungs- und Behandlungsprogramm „flash“ für Patienten mit Flash Glukose-Messsystemen entwickelt. Das Programm soll Diabetes-Schulungskräfte beim Training von Patienten mit diesen Systemen unterstützen.
Eine multizentrische, randomisierte und kontrollierte Studie prüft die Wirksamkeit des Trainings. Bei positiven Ergebnissen wird eine Zertifizierung des Programms durch das Bundesversicherungsamt (BVA) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) angestrebt. Abbott Diabetes Care unterstützte die Entwicklung von „flash“ und die Durchführung der Studie mit einer finanziellen Zuwendung.
Schulungs- und Behandlungsprogramm „flash“: 4 Einheiten à 90 Minuten
„Mit der Entwicklung von „flash“ begegnen wir dem Wunsch vieler Schulungskräfte nach einem strukturierten Schulungsprogramm, welches sich unter anderem mit der Auswertung von Glukoseverläufen und der Erkennung von Mustern befasst“, erläutert Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Geschäftsführer von FIDAM, die Motivation des Forschungsinstituts.
Das Programm umfasst vier Schulungseinheiten à 90 Minuten. Diese bauen aufeinander auf und behandeln die Themengebiete „Grundlagen der Flash Glukose Messung“, „Glukoseverläufe analysieren“, „Therapieanpassungen“ und „Überprüfung der Therapieanpassung“.
Für die praktische Umsetzung stehen den Schulungskräften Präsentationscharts, ein Curriculum sowie Patientenbücher mit Arbeitsblättern zur Verfügung. Zielgruppe der Schulung sind alle Menschen mit Diabetes und einer intensivierten Insulintherapie oder Insulinpumpentherapie. In der Schulung sollen gemeinsam mit den Patienten der richtige Umgang mit Flash Glukose Messsystemen erarbeitet werden. Dazu zählen auch die Interpretation der Daten und die daraus resultierenden therapeutischen Konsequenzen
Ausblick: Evaluation, Zertifizierung und Erstattung
Um die Wirksamkeit des Programms zu zeigen, wird eine randomisierte, kontrollierte Studie durchgeführt. Mit beteiligt sind daran 26 Schwerpunktpraxen aus ganz Deutschland. Es wird erwartet, dass „flash“-geschulte Teilnehmer nach sechs Monaten signifikant bessere Therapieergebnisse aufweisen, als Patienten aus der Kontrollgruppe. „Wir wissen, dass Patientenschulungen ein enormes Potenzial haben“, so Dr. Jens Kröger, Diabetologe aus Hamburg, der maßgeblich an der Entwicklung des Programms beteiligt war.
„Mit „flash“ können wir nun endlich auch Nutzer von Flash Glukose-Messsystemen gezielt für den Alltag fit machen, damit sie optimal von dem System profitieren können“. Ausgehend von einem positiven Studienergebnis wird eine Zertifizierung des Programmes bei dem Bundesversicherungsamt (BVA) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) angestrebt – die Basis für die Erstattungsfähigkeit der Schulung durch die Ärzte.
Über die „Flash Glukose“-Messung
Die Flash Glukose-Messung stellt eine Alternative zur herkömmlichen Blutzuckermessung dar. Der klassische Stich in den Finger und die anschließende Messung mit einem Blutzuckermessgerät werden durch das Führen eines Lesegerätes über einen Sensor am Oberarm abgelöst. Nach einem solchen Scan erscheinen auf dem Display der aktuelle Glukosewert, der Glukoseverlauf der letzten acht Stunden sowie ein Trendpfeil, der anzeigt, in welche Richtung sich der Glukosewert bewegt.
Ärzte und Patienten erhalten zudem ein detailliertes glykämisches Profil für fundierte Behandlungsentscheidungen [1, 2, 5, 6, 7].
Literatur
Fußnoten ausklappen
- Das Setzen eines Sensors erfordert ein Einführen des Sensorfilaments unter die Haut. Der Sensor kann bis zu 14 Tage lang getragen werden.
- Eine zusätzliche Prüfung der Glukosewerte mittels eines Blutzucker-Messgeräts ist erforderlich bei sich schnell ändernden Glukosespiegeln, weil die Glukosewerte in der Gewebeflüssigkeit die Blutzuckerwerte eventuell nicht genau widerspiegeln, oder wenn das System eine Hypoglykämie oder eine anstehende Hypoglykämie anzeigt, oder wenn die Symptome nicht mit den Messwerten des Systems übereinstimmen.
- In einer von Abbott Diabetes Care durchgeführten Umfrage bei Erwachsenen stimmten 80 % der befragten Patienten (n=30) zu, dass das Messen ihrer Glukosewerte durch einen Scan weniger unangenehm ist als die herkömmliche Blutzuckermessung. Daten liegen Abbott Diabetes Care vor.
- Dunn T et al. Evidence of a strong association between frequency of flash glucose monitoring and glucose control measures during real-world usage. E-poster presentation, ATTD 2017, Paris, France, 15-18 February 2017.
- Für ein vollständiges glykämisches Profil der letzten drei Monate muss der Sensor mindestens einmal alle 8 Stunden gescannt und alle 14 Tage ersetzt werden.
- Haak T, Hanaire H, Ajjan R et al. Flash Glucose-Sensing Technology as a Replacement for Blood Glucose Monitoring for the Management of Insulin-Treated Type 2 Diabetes: a Multicenter, Open-Label Randomized Controlled Trial. Diabetes Ther (2016). doi:10.1007/s13300-016-0223-6.
- Bolinder J, Antuna R, Geelhoed-Duijvestijn P, Kroger J, Weitgasser R. Novel glucose-sensing technology and hypoglycaemia in type 1 diabetes: a multicentre, non-masked, randomised controlled trial [published online September 12, 2016]. Lancet. 2016.
mit Materialien von FIDAM und Abbot Diabetes Care
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 12 Stunden, 38 Minuten
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 11 Stunden, 37 Minuten
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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