Insulinpumpe: der zweite Versuch (Teil 1)

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Insulinpumpe: der zweite Versuch (Teil 1)

Ich kann mich noch genau erinnern, wie aufgeregt ich war, als ich endlich meine neue Pumpe bekommen habe. Das war im Januar 2017. Es war bereits der zweite Versuch mit Pumpe und erst dieses Mal hatte ich das Gefühl, es klappt auf Dauer. Warum schon der zweite Versuch?

Die Vorgeschichte

Meine erste Pumpe bekam ich im Alter von 10 Jahren – damals war ich definitiv noch nicht bereit für sie – so viel vorab.

Während der 5-tätigen Eingewöhnungsphase auf der Diabetes-Station im Kinderkrankenhaus Auf der Bult funktionierte alles super. Optimistisch starteten meine Eltern und ich dann in den Pumpenalltag zu Hause.

Leider war dieser dann ganz anders. Nichts funktionierte so, wie es unter klinischen Bedingungen auf Station funktioniert hatte. Ich erinnere mich besonders an eine der ersten Nächte, in der ich wieder zu Hause schlafen durfte: Mein Blutzucker war außer Kontrolle, ständig zu hoch, dann wieder zu niedrig und mir war davon richtig übel geworden. Egal was ich tat, der Pumpenschlauch störte mich. Ständig verhedderte er sich überall. Egal wie ich saß oder lag, ich spürte ständig den Katheter. Unter Tränen fragte ich meine Eltern immer wieder: „Warum eigentlich ich?“ Die Pumpe sollte mir doch helfen – nicht alles noch schwerer machen. Zum Glück stabilisierten sich meine Werte in den Wochen danach einigermaßen und ich freundete mich etwas mit der Pumpe an.

Quelle: Pixabay

Ich kann mir nur vage vorstellen, wie anstrengend diese Zeit auch für meine Eltern gewesen sein muss. Sie waren so lieb, sich an diese Eingewöhnungszeit mit der Pumpe aus ihrer Sicht zu erinnern:

„Sie schaffen das schon…“

„Auch unsere Euphorie für die Pumpe war groß. Alles sollte mit der neuen Therapie einfacher werden! In den Herbstferien 2003 wurde Sara für zwei Wochen stationär auf die Diabetes-Station aufgenommen. Das Leben mit einer Pumpe wurde ihr beigebracht. Wir fuhren täglich zu Elternschulungen, um alles zu lernen, was uns zu Hause später den Umgang mit der Pumpe erleichtern sollte. Den Elan aus der Klinik nahmen wir mit nach Hause. Doch es kam anders: verstopfte Katheter; entzündete Einstichstellen; Bolus-Raten, die nicht wirkten… All dies führte zu Unsicherheiten bei Sara und auch bei uns. Alltag in der Klinik ist eben kein Alltag zu Hause. ‚Sie schaffen das schon…‘, hieß es meist bei den Terminen im Kinderkrankenhaus. Aber es gab natürlich auch Tage, an denen alles so verlief, wie wir – alle – es gelernt hatten. Es war eine lange Zeit der Eingewöhnung. Unterstützt durch den Diabetologen planten wir bald für den darauffolgenden Sommer einen Badeurlaub in Griechenland. Zusätzlich zu unserem normalen Gepäck hatten wir zwei große Rucksäcke als Handgepäck mit doppeltem Pumpenbedarf und Ersatzpumpe dabei. Es sollte nichts schiefgehen! Bei der deutschen Sicherheitskontrolle am Flughafen fielen wir dann aus allen Wolken. Anscheinend hatte dort noch niemand eine Insulinpumpe gesehen. Zum Glück fiel der Sprengstofftest negativ aus. Wie Schwerverbrecher kamen wir uns nach der Prüfung irgendwie dennoch vor. Und den ganzen doppelten Notfallbedarf schleppten wir (zum Glück) auch komplett unbenutzt wieder mit nach Hause…“

Was im Urlaub passierte…

Bereits während des Urlaubs entzündeten sich dann mehrere Katheterstellen. Aufgrund des ständigen Wasserkontakts hielten die Pflaster maximal zwei Tage. Die Wärme und das All-Inklusive-Essen brachten meine Werte vollkommen durcheinander. Neben der Pflasterallergie bekam ich eine Sonnenallergie, was die Auswahl der Katheterstellen wesentlich einschränkte. Zudem verbrachte ich einen Großteil der Zeit im Schatten, damit die Pumpe nicht zu heiß wurde.

Als wir nach 14 Tagen wieder zu Hause waren, blieben mir als Urlaubssouvenir weiterhin entzündete Katheterstellen, bei denen die Ärzte ratlos waren. Überall hatte ich weiße Flecken von den Kathetern auf meiner gebräunten Haut. Nach einiger Zeit entwickelte ich dann auch noch eine Pflasterallergie. Die zahlreichen Narben der Katheterstellen erinnern mich noch heute an diese Zeit.

Quelle: Pexels

Auch in meinen Werten zeigte sich keine Verbesserung: Damals hatte ich teilweise einen HbA1c-Wert von 10%, der niedrigste Wert lag trotzdem immer noch über 8%. Trotz quälender Disziplin beim Essen und Bolen wurde mein HbA1c nicht besser. Niemand verstand, warum die Pumpentherapie bei mir keine Verbesserung brachte. Doch wir gaben nicht auf. Nachdem ich vermehrt verstopfte und abgeknickte Katheter hatte, versuchte ich einen Wechsel von Softkanüle zur Stahlkanüle. Das war tatsächlich kurzfristig erfolgreich, aber die entzündeten Katheterstellen kamen dennoch immer wieder zurück.

All das steigerte meine Unzufriedenheit mit der Pumpentherapie ins Unermessliche. Nach vier Jahren des Versuchens und Scheiterns beschloss ich, wieder zurück zu Pens und Spritzen zu wechseln. Auch wenn keiner der Ärzte dies begrüßte oder gar nachempfinden konnte – meine Geduld war schlicht aufgebraucht.

Der Wechsel war das Beste, was ich machen konnte

Kurz nachdem ich wieder angefangen hatte zu spritzen, verbesserte sich mein HbA1c auf unter 8% – erstmalig in meinem Leben. Die entzündeten Stellen wurden besser, meine Haut konnte sich von der ständigen Pflasterallergie erholen. Ich hatte ENDLICH kein Anhängsel mehr. Kein Pumpenschlauch – nur noch Pens. Ich war wieder glücklich.

Im zweiten Teil erzählt Sara von ihren neuen Erfahrungen mit der Insulinpumpe und warum es endlich gut läuft.


Trotz Insulinpumpen-Therapie entschied sich auch Ramona, vorrübergehend wieder mit Pen zu spritzen: Der erste Urlaub mit Pumpe – ohne Pumpe!

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • crismo antwortete vor 1 Woche

      Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • thomas55 antwortete vor 1 Woche

      @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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