Mensch plus Maschine – wie uns künstliche Intelligenz helfen kann

2 Minuten

© peshkova - Fotolia
Mensch plus Maschine – wie uns künstliche Intelligenz helfen kann

Die künstliche Intelligenz (KI) hält auch in der Medizin immer weiter Einzug. Doch viele Menschen haben Vorbehalte oder gar Angst vor den selbstlernenden Programmen. Dabei kann KI uns wertvolle Dienste leisten bspw. in der Diagnostik von Krankheiten, schreibt Prof. Thomas Haak in der Blickwinkel-Kolumne.

Seit Langem stellen Menschen Maschinen her. Sie bauen sie, damit diese ihnen das Leben erleichtern. Ohne Maschinen wäre die industrielle Revolution weltweit gar nicht denkbar. Maschinen ersetzen vollautomatisiert in vielen Bereichen den Menschen. So können sie in unglaublicher Geschwindigkeit Industrieprodukte fertigen, zum Beispiel Autos bauen. Ebenso gäbe es keinen Häuserbau, keinen Straßenbau. Keine Sportarenen würden in angemessener Zeit ohne Maschinen entstehen.

Viele sind besorgt: kontrollieren uns irgendwann die Maschinen?

Auch in der Medizin sind Maschinen nicht wegzudenken. Es muss zwar nicht gerade die Herz-Lungen-Maschine sein, aber auch Beatmungsmaschinen, EKG-Geräte und Insulinpumpen sind Maschinen. Also sind Maschinen doch in jeder Hinsicht etwas Gutes, oder? Manchen Menschen machen Maschinen auch Angst – und dies nicht nur, wenn man Science-Fiction-Romane liest.

So mancher fragt sich, ob Maschinen einmal den Menschen regieren werden – und damit sind wir bei einem wichtigen Thema: Irgendwann werden Maschinen vielleicht intelligenter sein als die Menschen. Und wenn sie dann selbstständig hinzulernen, könnte es sein, dass Maschinen andere Maschinen bauen und irgendwann die Menschen kontrollieren – und nicht andersrum. Ich halte diese Sorge für unbegründet, wenngleich ich auch der Meinung bin, dass man hier wachsam sein muss.

Künstliche Intelligenz leistet bereits wertvolle Dienste in der Medizin

Deswegen haben manche Menschen auch Angst vor der künstlichen Intelligenz. Doch was ist künstliche Intelligenz? Bereits heute nutzen wir künstliche Intelligenz beispielsweise in der Diagnostik. Auch im Diabetes Zentrum Mergentheim steht eine solche Maschine: Sie kann sehr präzise ohne Weittropfen der Pupille den Augenhintergrund analysieren. Dabei erkennt sie, ob der Augenhintergrund des Patienten eine Schädigung aufweist oder ob er völlig gesund ist. Dies kann die Maschine weitaus besser als ein Arzt.

Ebenso werden solche Systeme in der Dermatologie verwendet: Zu diesem Zweck traten vor einiger Zeit die Oberärzte mehrerer renommierter Universitäts-Hautkliniken an: Sie sollten gegen eine Maschine Bilder von schwarzem Hautkrebs unterscheiden von harmlosen Hautveränderungen. Sie werden sich wundern, wer das Rennen machte– natürlich die Maschine!

Der KI-Einsatz ist in vielen Bereichen notwendig – mit Maß und Ziel!

Aber genau so soll es doch sein: Wir wollen eine gute und effektive Diagnostik. Und wenn eine Maschine dies besser kann als die Menschen, warum nicht? Dennoch kann eine Maschine die Ärzte nicht ersetzen, und es sind in der Medizin ja auch Sachverstand, Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt. Und dies kann eine Maschine nun einmal nicht liefern.

Aus meinem Blickwinkel ist es daher geradezu notwendig, künstliche Intelligenz in vielen Bereichen des Lebens zu nutzen – aber alles eben mit Maß und Ziel.


von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredaktion Diabetes-Journal,
Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim,
Theodor-Klotzbücher-Straße 12, 97980 Bad Mergentheim,
E-Mail: haak@diabetes-zentrum.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (6) Seite 57

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Renale Denervierung gegen Bluthochdruck: Sergius Weg zurück zu einem normalen Leben
Drei Jahre lang war Sergius Leben von extremem Bluthochdruck geprägt – eine Krankheit, die still und heimtückisch ihr Unwesen treibt. Ohne offensichtliche Symptome begann sein Körper, Alarm zu schlagen, als es fast zu spät war. Medikamente halfen kaum, sein Alltag wurde zur Tortur. Doch dann kam die Wende: Die renale Denervierung veränderte alles.
Renale Denervierung gegen Bluthochdruck: Sergius Weg zurück zu einem normalen Leben | Foto: Recor Medical

3 Minuten

Anzeige
Alkohol und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes: Gut vorbereitet durch den Abend
Alkohol gehört für viele Jugendliche zu Feiern oder Festivals dazu. Für Jugendliche mit Typ-1-Diabetes ist Alkohol nicht grundsätzlich verboten, stellt aber eine besondere Herausforderung für die Stoffwechsel-Einstellung dar. Die Auswirkungen auf den Blutzucker werden häufig unterschätzt, da sie oft zeitverzögert auftreten.
Alkohol und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes: Gut vorbereitet durch den Abend | Foto: NDABCREATIVITY – stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • anseaticids postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

    Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.

    Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
    individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.

    So können Kinder lernen, wachsen und
    selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
    Unsere Mission ist einfach:

    ✔ Kindern Sicherheit geben
    ✔ Familien den Alltag erleichtern
    ✔ Kita- und Schulteams entlasten
    ✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.

    Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.

    Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.

    Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
    📧 moin@hanseatic-kids.de
    📞 040 851 59 747

    Uploaded ImageUploaded Image
  • Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/

  • othenbuehler postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.

    Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.

    👉 Wen suchen wir?
    Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.

    👉 Was bedeutet die Teilnahme?
    Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
    Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
    Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)

    Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙

    Mehr Infos im Flyer 👇

    Uploaded Image
Verbände