- Technik
Vor- und Nachteile der Digitalisierung – das sagen die Diabetologen
3 Minuten
Diabetologisch tätige Ärzte sind Digitalisierung und Technologie gegenüber aufgeschlossen und gehen davon aus, dass beide der Diabetologie wichtige Impulse geben – das zeigt eine Umfrage unter über 400 Ärzten. Sie erwarten mehr Patientensicherheit und Behandlungsqualität, fürchten aber auch hohe Investitionskosten und rechtliche Unsicherheiten.
Fast 80 Prozent der 422 diabetologisch tätigen Ärzte, die an einer Umfrage im Rahmen des Digitalisierungs- und Technologiereports Diabetes (D.U.T) teilgenommen haben, stehen der Digitalisierung positiv oder sehr positiv gegenüber.
Diese Themenfelder sind den Ärzten besonders wichtig
Besonders wichtig sind den befragten Ärzten dabei die Themenfelder „Software zur Analyse von Glukosedaten“, „Kompatibilität mit anderen Systemen“ (konkret: die Überwindung von Interoperabilitätsproblemen) und „Systeme zur Unterstützung der Patienten bei Therapieentscheidungen“.
Aber welche Vor- und Nachteile erwarten die Ärzte von einer voranschreitenden Digitalisierung in der Diabetologie? Auch danach wurde in der Umfrage für den D.U.T gefragt.
Fazit: Die meisten Vorteile der Digitalisierung werden für den Patienten im Sinne einer besseren, sichereren und eigenständigeren Therapie gesehen. Weniger die Auswirkungen auf das Verhältnis zu den Patienten als hohe Kosten und ungeklärte rechtliche Fragen sehen die befragten Ärzte als die wichtigsten Nachteile.
Diabetologen sehen mehr Vor- als Nachteile
Deutlich wird in den Antworten auf die Fragen nach den Vor- und Nachteilen nochmals die grundsätzlich positive Einstellung der Diabetologen zur Digitalisierung. Bei keiner der zur Auswahl stehenden Aspekte überwog die Antwort „kein Vorteil“. Als die drei wichtigsten Vorteile der Digitalisierung sehen die Diabetologen die Möglichkeit, die Therapiesicherheit zu verbessern (z. B. durch die Verhinderung von Unter- und Überzuckerungen), die Qualität der Behandlung zu steigern und bei Therapieentscheidungen unterstützt zu werden.
Nach den Nachteilen gefragt, nennen die Diabetologen an erster Stelle die hohen Investitionskosten. Auch mögliche rechtliche Unsicherheiten und Probleme mit dem Datenschutz werden befürchtet. Weniger ausgeprägt ist die Sorge, dass durch die Digitalisierung der Arzt ersetzt wird oder das Arzt-Patienten-Verhältnis leidet.
Die Umfrage unter 422 diabetologisch tätigen Ärzten
Erstmals zeigt eine wissenschaftlich geleitete Umfrage, inwieweit digitale Anwendungen in Deutschland schon in der klinischen Praxis angewandt werden und wie Diabetologen gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind. Teilgenommen haben 422 Ärzte, die diabetologisch tätig sind.
Durchgeführt wurde die Befragung vom Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsboard Digitalisierung der Berlin-Chemie AG und mit Unterstützung des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND) und des Verbandes der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsen (VNDN).
Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes
Der erste Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) ist Anfang 2019 erschienen. Darin beschreiben die Autoren die wichtigsten Fakten und Entwicklungstrends von zehn verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und Technologisierung in der Diabetologie.
Durch die Beiträge wird deutlich, auf wie vielen und unterschiedlichen Ebenen Digitalisierung und Technologie mittlerweile in die Diabetestherapie eingreifen. Die Artikel sollen helfen, praxistaugliche Lösungen zu finden, die künftig zu einer modernen und patientenorientierten Diabetologie gehören können. Zudem ist die eingehende Analyse der Umfrageergebnisse ein Teil des D.U.T.
Künftig soll der Report mit seiner Kombination aus Umfrageergebnissen und Fachbeiträgen jährlich erscheinen, um Trends abbilden zu können. Die Umfragen für den D.U.T-Report 2020 laufen bereits: Wie beim ersten D.U.T-Report können auch für den D.U.T 2020 diabetologisch tätige Ärzte an einer Umfrage teilnehmen.
Dieses Jahr findet auch eine Patientenbefragung statt
Erstmals werden über einen bis 15. Oktober 2019 freigeschalteten Online-Fragebogen auch Patienten nach ihrer Meinung zur Digitalisierung in der Diabetologie befragt. Außer den bisherigen Partnern hat für die neue Befragung auch der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen (BVKD) seine Unterstützung zugesagt.
Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) erscheint im
Kirchheim-Verlag
, die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wurde der D.U.T von der Berlin-Chemie AG mit seinem Zukunftsboard Digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie aktiv vorantreiben will.
Die neun Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung bilden zusammen mit weiteren Experten zudem die Jury für den bytes4diabetes-Award, der 2020 zum ersten Mal vergeben wird. Bewerbungen sind bis 30. September 2019 möglich.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung
- Technik
8 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
anseaticids postete ein Update vor 6 Tagen, 9 Stunden
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more
-
othenbuehler postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.
Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.
👉 Wen suchen wir?
Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.👉 Was bedeutet die Teilnahme?
Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙
Mehr Infos im Flyer 👇






