Die Deutsche Diabetes Föderation (DDF) beteiligt sich als einzige große Patienten-Organisation der Selbsthilfe an einer bundesweiten Initiative, die das Bewusstsein in der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit klinischer Studien stärken, das Vertrauen in der Bevölkerung in die klinische Forschung verbessern und die Beteiligung an Studien fördern soll.
Noch immer gibt es in Deutschland Bedenken, Unsicherheiten und zum Teil auch Ablehnung gegenüber klinischen Studien. Sicher auch im Kreis von Menschen mit Diabetes. Die Suche nach Teilnehmenden an klinischen Studien gestaltet sich meist schwierig, die Rate der Studien-Abbrecher ist hoch. Dies behindert die medizinische Forschung, verzögert oftmals die Entwicklung neuer Therapien und schadet dem Forschungsstandort Deutschland.
Breite Unterstützung beim Auftakt in Berlin
Weil wir wissen, dass die Verbesserung der medizinischen Versorgung auch der Menschen mit Diabetes in Deutschland von der stetigen Weiterentwicklung durch forschende Arzneimittel- und Medizinprodukte-Hersteller abhängig ist, haben wir uns für eine Beteiligung an der Aktion entschieden. Initiatorin dieser Kampagne ist die Funke Mediengruppe, die sich als großes Verlagshaus regelmäßig auch gesellschaftlicher Themen annimmt, speziell auch im Gesundheitssektor.
Am 21. November 2025 fand an der Humboldt-Universität zu Berlin das „Kick-off“ statt. Es war spannend, die Bandbreite der Unterstützer dieser neuen Kampagne zu sehen: Patientenvertreter, Fachverbände, Pharma-Unternehmen, Universitätskliniken, Forschungs-Einrichtungen, Journalisten und Politiker.
Eindrückliche Beispiele aus der Praxis
Es eröffnete jedoch nicht etwa ein Politiker – Gesundheitsstaatssekretär und Mitglied des Bundestags Dr. Georg Kippels kam erst an dritter Stelle –, es war eine Betroffene: Thu Thao Vu Thi, eine junge Studentin aus Ansbach, die 2021 und 2022 nur durch die Teilnahme an einer klinischen Studie zu einer speziellen Zell-Therapie ihre schwere Erkrankung des Blut-Systems bezwingen konnte und heute als geheilt gelten kann. Dies ist ein wirklich eindrucksvolles Beispiel für das Motto dieser Kampagne: Studien wirken!
Dass es aber leider auch anders laufen kann, berichtete Babette Barniec, Gründerin des „Krebs Campus“, einer Betroffenen-Community. Sie erzählte von einer Patientin mit Krebs, die verzweifelt nach einer Studie für ihre ganz spezielle Erkrankung suchte und erfahren musste, dass die passende Studie mangels Teilnehmender noch nicht starten konnte. Die Patientin erlebte den Beginn dieser Studie nicht mehr. Beide Beispiele sind eindrucksvolle Belege dafür, dass es sich lohnt, die Kampagne „Studien wirken“ zu unterstützen.
von Leonhard Stärk, Vorsitzender des Vorstands der DDF
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 60
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