Die 2. Aktion der Social-Media-Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch unter dem Motto „Kein Platz für Vorurteile – mehr Verständnis für Diabetes!“ ging Ende Juni an den Start.
Viele Menschen mit Diabetes kennen das – typische Alltags-Situationen, in denen Vorurteile, ungefragte Kommentare oder falsche Annahmen über Diabetes entstehen. Das ständige Gefühl, sich erklären zu müssen, ist eine fast tägliche Herausforderung, denn es gibt gegenüber Menschen mit Diabetes sehr verbreitete Stigmata.
In einem Video verbanden die beiden Protagonistinnen Conny (@zuckerschockconny) und Caro (@sweet.caromell.type2) persönliche Erfahrungen der Stigmatisierung mit einer klaren Haltung: Diabetes definiert Menschen nicht und Stigma sollte keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Gleichzeitig stärkten die Protagonistinnen die Community, indem sie zeigten, dass niemand mit diesen Erfahrungen allein ist. Das Video der Aktion ist zu sehen auf www.diabetes-stimme.de/sageslaut sowie in den sozialen Medien.
Fragen können verletzen
„Menschen mit Diabetes erleben immer wieder ungefragte Kommentare, falsche Annahmen und Bewertungen durch ihr Umfeld: ‚Darfst du das überhaupt essen?‘ oder ‚Hast du das nicht selbst verursacht?‘ Solche Fragen verletzen, verunsichern und führen dazu, dass Menschen mit Diabetes sich immer wieder erklären oder rechtfertigen müssen. Wir wollten diese Vorurteile sichtbar machen und Verständnis statt Bewertungen stärken“, erklärt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Wir kämpfen für mehr Verständnis, mehr Respekt und weniger Stigma.“
Sich ständig erklären müssen
Conny (Typ-1-Diabetes) erklärt: „Diabetes ist eine chronische Erkrankung. Eine dauerhafte gesundheitliche Herausforderung. Stigma entsteht durch das, was andere daraus machen: Vorurteile. Bewertungen. Ich höre oft Sätze wie: ‚Du siehst gar nicht krank aus‘ oder ‚Ich könnte mich ja nicht täglich spritzen‘. Für andere mögen das kleine, beiläufige Aussagen sein, doch ich nehme sie stärker wahr. Das Gefühl, sich ständig erklären zu müssen, prägt meinen Alltag.“
„Diabetes definiert mich nicht“
Caro (Typ-2-Diabetes) führt aus: „Andere glauben, dass sie genug wüssten, um über mich zu urteilen: über mein Essverhalten. Über meine Bewegung, meinen Körper, mein Leben. Das ist Stigmatisierung. Diabetes definiert mich nicht. Nicht meine Möglichkeiten. Nicht meine Träume. Und ganz sicher nicht meinen persönlichen Wert. Wir brauchen Menschen, die sagen: Ich verstehe. Du musst nichts erklären.“
Die #SagEsLaut-Kampagne 2026 wird umgesetzt mit freundlicher Unterstützung von den Unternehmen Abbott, Boehringer Ingelheim, Lilly, Roche und Sanofi.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (8/9) Seite 75
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