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Typ-2-Diabetes – und jetzt?
4 Minuten
Brigitte, wann und wie wurdest du als Typ-2-Diabetikerin diagnostiziert?
Das war im Jahr 2008 bei meinem Hausarzt, der aufgrund meiner Schilddrüsenerkrankung regelmäßig mein Blut untersucht und damals festgestellt hat, dass mein HbA1c mit 7,6 Prozent etwas zu hoch war. Ich musste dann damals auf meine Ernährung achten und war anfangs auch ganz brav. Irgendwann schlich sich viel wieder ein, sodass ich 2010 mit einer Metformin-Tablette pro Tag anfangen musste.
Zu Beginn hat dir der Arzt also nur eine Ernährungsumstellung empfohlen. Hast du dafür Hilfestellungen erhalten?
In einer einstündigen Schulung hatte mir eine Ernährungsberaterin Informationen an die Hand gegeben – etwa zur Ernährungspyramide. Aber dadurch, dass ich im Job immer sehr eingespannt war, hat das nicht richtig gegriffen. Beim Verzicht auf „klassischen“ Zucker wie Cola oder Säfte hatte ich keine Probleme. Aber den einen oder anderen Kuchen habe ich doch vernascht. Immer mit schlechtem Gewissen. Wenn ich mal gesund gekocht habe, hat die Familie die Nase gerümpft. Und da diese fiese Zuckererkrankung nicht weh tut, kann man sie ganz hervorragend verdrängen.
Gibt es in deiner Familie eigentlich weitere Diabetes-Fälle?
Nein, mir ist keiner bekannt. Für mich hieß Diabetes damals „Spritzen“ – mehr wusste ich nicht.
Typ-1-Diabetiker wie ich werden nach der Diagnose strukturiert geschult. Ist das bei Typ-2-Diabetikern anders?
Ja, es hieß nur, passen Sie ein bisschen auf, beachten Sie die Ernährungstabelle. Aber ohne Basiswissen, keine Lösungen, wie es weitergehen kann. Erst als ich 2010 Metformin bekommen habe, wurde mein Hausarzt deutlicher: „Du musst aufpassen, sonst musst du irgendwann spritzen.“ Das war ein Schock! Aber auf der anderen Seite wurde verharmlost: „So schlimm ist das jetzt auch noch nicht.“ Bei diesem Gemenge von Bangemachen und „Istgarnichtsoschlimm“ habe ich mich teilweise gar nicht wiedergefunden – und daher habe ich den Diabetes dann oft verdrängt …
… bis die Unzufriedenheit stieg und du zu einem Diabetes-Spezialisten gegangen bist.
Ja, weil du gesagt hast, ich müsse mich mehr darum kümmern (lacht). Ich war bei einer Diabetespraxis, weil ich dachte, es gibt bestimmt noch andere Dinge, die ich nicht in Betracht ziehe oder die ich unwissentlich falsch mache und vielleicht ändern kann. Aber ich war noch nie so enttäuscht von einem Arzttermin – unter anderem, weil mir ständig signalisiert wurde, dass meine Krankenkasse nichts übernehmen würde – weder Blutuntersuchungen noch Blutzuckermessgeräte oder Fußuntersuchungen. Immerhin hat man meine Füße dann doch kontrolliert – alles ist gut. Und: Man hat mir dort das Mischpräparat Janumet verschrieben, das ich gut vertrage und das mein Hausarzt noch gar nicht kannte. Mein HbA1c wurde besser – aktuell liegt es bei 6,5 Prozent – und mein nächster Termin ist im Dezember. Dann aber wieder beim Hausarzt.

© MSD SHARP & DOHME GmbH

Was würdest du dir für die Behandlung von Typ-2-Diabetikern wünschen – gerade am Anfang nach der Diagnose?
Mehr Aufklärung! Kein Bangemachen! Denn dann ist man ein paar Monate lang völlig verkrampft, kaut auf rohem Brokkoli herum und irgendwann sagt man sich: „Was soll das alles, sterben müssen wir alle irgendwann einmal.“ Ich finde als „normal Disziplinierte“, dass das der falsche Weg ist. Man braucht auch hin und wieder mal eine Auffrischung – nicht nur alle Vierteljahr eine Blutuntersuchung und den erhobenen Zeigefinger des Arztes. Es fehlt einfach an Informationen.
Erst warst du also erschrocken über die Diagnose, dann hast du sie verdrängt. Wie stehst du heute zu deinem Diabetes?
Mein Diabetes und ich haben uns inzwischen arrangiert. Hin und wieder muss er ein Stück Kuchen abkönnen, die nächsten zwei Tage bin ich dafür dann wieder artig. Ich habe einfach einige Gewohnheiten umgestellt wie auf Saft und Cola zu verzichten. Cola ist für mich heute etwas Besonderes wie für andere Champagner. Ich koche heute auch weniger üppig, meine Familie hat sich daran gewöhnt. Beim Backen habe ich mir angewöhnt, nur noch 60 Prozent der angegebenen Zuckermenge zu verwenden oder stattdessen Stevia – das schmeckt genauso gut! Und ich mache seit einem Jahr Sport, der mir großen Spaß macht. Wenn man sich ein wenig nach dem Typ-2-Diabetes richtet, kann man sehr gut damit umgehen.
Was nervt dich am meisten am Diabetes?
Dass man ihn nicht bemerkt. Es gibt keine roten Flecken, er tut nicht weh, ich habe keine akuten Probleme wie Unterzuckerungen. Und das macht es unheimlich schwierig – und gleichzeitig superleicht, es zu vergessen.
Kennst du andere Typ-2er?
Nein.
Würdest du dir das wünschen?
Klar, das fände ich gut. Weil jeder andere Erfahrungen und Informationen hat – gerade beim Thema Ernährung.
Was ist denn dein nächstes Ziel?
Auch wenn man mir in der Diabetespraxis gesagt hat, ich müsse meinen Blutzucker nicht täglich kontrollieren, habe ich darauf bestanden, ein Messgerät zu bekommen. Ich will wissen, wie sich mein Blutzucker im Laufe des Tages verändert. Jetzt habe ich ein Gerät und werde demnächst mal eine Woche lang konsequent messen. Ich bin schon gespannt.
Davon musst du mir dann erzählen. Danke, Brigitte! Und jetzt genießen wir unseren Kuchen!

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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 2 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße