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Depressionen im Typ-1-Diabetes-Alltag
4 Minuten
Manchmal weiß ich gar nicht, was schwieriger ist, auszusprechen: dass ich Typ-1-Diabetes oder dass ich Depressionen habe. Beides zieht in den meisten Fällen Gespräche nach sich, die mühsam sind.
All die Sprüche zum Thema Diabetes kennen die meisten hier. Doch auch Depressionen und die Reaktionen darauf werden vielen nicht unbekannt sein, denn laut der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist die Wahrscheinlichkeit, an Depressionen zu erkranken, für Menschen mit Diabetes doppelt so hoch wie für die Allgemeinbevölkerung.
In meiner Erziehung und meinem Erwachsenwerden wurden Depressionen nie zu einem Tabu-Thema gemacht. Mir war früh bewusst, dass das eine Krankheit ist und dass diese nichts über die Persönlichkeit des Menschen aussagt – auch als ich selbst noch nicht betroffen war.

Als ich 16 war – also noch vor meiner Typ-1-Diabetes-Diagnose – sprach meine damalige Hausärztin das erste Mal davon, dass ich eine „depressive Verstimmung“ hätte. Da ich mich zu der Zeit eh in kinder- und jugendpsychotherapeutischer Behandlung befand, wurde von ärztlicher Seite aus nichts weiter unternommen.
Es störte mich nicht, das Thema bei meinen Freunden zu erwähnen, allerdings fand ich zu dem Zeitpunkt kein Verständnis für mein Problem. In den Jahren war „depri” zu sein eine Beschreibung, mit der fast jede pubertäre Stimmungsschwankung betitelt wurde. „Depressiv” zu sein bedeutete für die meisten einfach nichts anderes, egal, wie sehr ich es zu erklären versuchte. Andere Betroffene, mit denen ich mich anfreundete, lernte ich – ähnlich wie die Diabetes-Community – erst viel später online kennen.
Zum Insulin kam noch ein Medikament mehr
2010 – zwei Jahre nach der Typ-1-Diabetes-Diagnose – ging ich aus vielen verschiedenen Gründen in eine psychotherapeutische Tagesklinik. Zu der Zeit war ich zu nichts mehr fähig außer dazu, zu weinen. All meine Gefühle waren Angst und Traurigkeit und dann auch irgendwie gar nicht wirklich fühlbar. Ich bekam Antidepressiva verordnet, die ich auch bis heute nehme. Meine Depressionen sind weder von den Medikamenten noch von regelmäßiger Psychotherapie verschwunden, dennoch kann ich damit anders und irgendwie besser leben als früher.
Sich vor Außenstehenden als Mensch mit Depressionen zu outen, zieht verschiedene Reaktionen nach sich. Für die einen sind Depressionen nur ein Zeichen von Schwäche, eine Anstellerei oder irgendein normales Tief, das nach einem Abend mit der Lieblingsserie und einer Tafel Schokolade wieder weg ist. Für andere ist man plötzlich ein „Freak“. Die wenigsten aber sehen, dass es eine Krankheit ist, die ebenso wie andere (chronische) Krankheiten behandelt werden muss und die man sich genauso wenig wie andere (chronische) Krankheiten aussucht.

Mein Alltag mit den Depressionen und welche Rolle mein Diabetes dabei spielt
Es gibt unterschiedlich gute Tage – wie bei jedem Menschen, egal ob gesund oder in irgendeiner Form krank. Manchmal fühle ich mich „ganz normal“, manchmal gibt es Trigger, die mich in eine Krise stürzen, und manchmal befinde ich mich mehr oder weniger von jetzt auf gleich in einem tiefen schwarzen Loch.
Wenn ich eine schlimme depressive Phase habe, kann ich mich nicht gut um mich kümmern. Wenn schon das Aufstehen und Zähneputzen zur Hürde wird, wie soll dann ein gutes Diabetes-Management laufen?
Depressionen sind im Gegensatz zu dem weitverbreiteten Glauben mehr als nur Traurigkeit. Manchmal nehmen die Depressionen so einen großen Raum ein, dass nichts mehr bleibt. Keine klar definierbaren Gefühle, Bedürfnisse oder Gedanken. Alles wird irgendwie egal, und vieles ist einfach nur überfordernd. Während ich Termine absage und alltägliche Aufgaben einfach nicht erledige, bleibt der Typ-1-Diabetes jedoch genauso anspruchsvoll wie immer.
Da psychischer Stress sich immer auch auf die Blutzuckerwerte auswirkt und zumindest bei mir während einer depressiven Episode die körperliche Aktivität auf nahezu null runtergefahren wird, gehen meine Blutzuckerwerte dabei meistens hoch. Neben dem Teil in mir, dem das dann irgendwie egal ist, belastet es einen anderen Teil viel mehr als sonst.
In meinem Gedanken hat der Diabetes dann plötzlich an ungefähr allem Schuld, und ich hasse ihn und ich hasse meinen Körper und ich hasse mich. Und in meinem Kopf ist alles laut und still und viel zu grell und tiefschwarz und ich bin traurig und irgendwo höre ich mich in meiner Erinnerung lachen und dann denke ich, dass ich vielleicht einfach nie wieder lachen will, weil es dafür weder einen Grund noch vorhandene Energie gibt. Und der Diabetes ist immer noch da.
Ein besseres Diabetes-Management dank der Insulinpumpe – auch während depressiver Phasen
Obwohl Depressionen als Kontraindikation für die Insulinpumpentherapie gelten, hat sich bei mir das Diabetes-Management während depressiver Phasen mit der Pumpe deutlich verbessert. Da ich die Pumpe automatisch bei mir trage und ich nicht im Zweifel erst aufstehen und meine Insulinpens suchen muss, um Basalinsulin oder den Bolus zu spritzen. Außerdem habe ich die Möglichkeit, meine Basalrate dem höheren Bedarf anzupassen. Wobei die Möglichkeit zu haben nicht unbedingt bedeutet, dass ich es dann wirklich tue, weil ich es einfach nicht auf die Reihe bekomme.

In depressiven Episoden ernähre ich mich nicht gut. Ich bin zu uninspiriert und auch zu kraftlos, mir irgendwas Gesundes zu kochen. Aber bei dem ganzen „Nichts mehr fühlen“ ist das Gefühl beim Schlucken etwas, das mir meistens erhalten bleibt. Deswegen esse ich ständig kleine Mahlzeiten oder Snacks, um irgendetwas zu fühlen. Die Lebensmittel dabei zu schätzen, geht oft schief. Wenn ich keine konkrete BE-Angabe zur Hand habe, gebe ich irgendeinen Fantasie-Bolus ab, der meistens zu viel oder zu wenig der Kohlenhydrate abdeckt. Es ist ein bisschen, als würde ich mich mit den Werten außerhalb des Zielbereiches noch zusätzlich selbst bestrafen. Wofür auch immer.
Depressionen kann (und sollte) niemand alleine durchstehen. Auch wenn es unfassbar schwer ist, sich um irgendetwas zu kümmern: Wenn ihr bereits in einer Depression steckt, nehmt Kontakt mit Ärztinnen oder Ärzten auf oder bittet Freunde und Angehörige, das für euch zu übernehmen.
Auch in diesen Blood Sugar Lounge-Artikeln geht es um das wichtige Thema Depression:
- Die beiden großen Ds: Wenn Diabetes deprimiert von Melissa
- In „Die Psyche mit Diabetes – sprich mit anderen“ bietet Lara Hilfe von Spezialisten an.
- Von einer Veranstaltung während einer DDG-Tagung zum Thema „Diabetes und Depressionen“ berichtet Antje.
- Sandra arbeitet in ihrem Beitrag die Unterschiede zwischen Frühjahrsmüdigkeit und einer Depression heraus.
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moira postete ein Update vor 6 Tagen, 2 Stunden
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
