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Diabetes und mentale Gesundheit – Phasen, Teil 3
3 Minuten
Es gibt Phasen im Leben, an denen der Druck größer ist, an denen das Aufstehen, das Messen und Spritzen besonders schwerfällt. Das Kohlenhydrate-Berechnen ist schon vor Wochen dem über den Daumen gepeilten Schätzen gewichen und vielleicht war man in letzter Zeit vergesslicher als sonst, was das Spritzen angeht. Die Motivation, etwas zu ändern, war vor ein paar Wochen noch da, aber jetzt herrscht gähnende Leere!
„Eigentlich bräuchte ich jetzt sofort Hilfe, so schnell wie möglich. Ich möchte mit jemandem über meine Probleme sprechen, aber wenn ich jetzt einen Warteplatz bei einem Therapeuten bekomme, dann dauert es immer noch total lange, bis ich die Therapie beginnen kann. Außerdem fällt es mir gerade so schwer, mich überhaupt um einen Therapieplatz zu bemühen und das zu organisieren… Aber ich brauche doch Hilfe!“
So oder ähnlich können die Gedanken aussehen, die man hat, wenn man in einem akuten „Tief“ steckt. In diesem letzten Artikel zum Thema mentale Gesundheit möchte ich, basierend auf meinen Erfahrungen aus meinem Psychologie-Studium, darüber reden, welche Möglichkeiten ihr habt, um diese Phase zu überstehen, und wer euch dabei helfen kann.
Hilfe für die Übergangszeit – am besten kontaktlos!
Es gibt eine Reihe von Hilfsangeboten, die man anrufen kann, wenn man sich einfach nur etwas von der Seele reden möchte oder jemanden braucht, der einem zuhört. Meistens sind diese Angebote kostenlos oder zum Ortstarif und im Regelfall sind sie anonym. Der Vorteil der Hotlines ist, dass ihr sie schnell erreichen und direkt mit jemandem sprechen könnt. Die Personen sind speziell dafür geschult, um euch in euren schweren Zeiten zu unterstützen.

Ganz wichtig ist jedoch, dass diese Angebote keine Therapie ersetzen können! Wenn man seelische Hilfe braucht, sollte man sich trotzdem noch um einen Therapieplatz bemühen. Auch wenn es einem nach dem Anruf besser geht als vorher, löst das langfristig keine Probleme. Und genau für die Übergangszeit von der Entscheidung, sich Hilfe zu suchen, über das Kontaktieren des Therapeuten und bis zur ersten Sitzung sind diese Angebote sehr hilfreich.
Telefonisch erreichbar sind:
- Telefonseelsorge: 0800-111 0 111 oder 0800 111 0 222
- Hilfetelefon – Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016
- Nummer gegen Kummer Kinder- und Jugendtelefon: 116 111
- Nummer gegen Kummer Elterntelefon: 0800 111 0 550
- Initiative „Stark durch die Krise“: 0800 000 33 45
- BDP-Corona-Hotline: 0800 777 22 44
- SeeleFon des BApK: 0228 71 00 24 24
- Info-Telefon Depression (www.deutsche-depressionshilfe.de): 0800 334 45 33
Wenn der Anruf bei einer Telefonhotline unangenehm sein sollte und wenn ihr lieber chattet, so hat die Telefonseelsorge noch einen Chat und außerdem eine KrisenKompass-App. Außerdem gibt es von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe das Online-Tool iFightDepression, was bei leichten Depressionen empfohlen wird und derzeit ohne Begleitung möglich ist.
Heilpraktiker und Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung – für Selbstzahler
Wenn man über das nötige Kleingeld verfügt, dann kann man natürlich auch per Videogespräch eine Therapie als Selbstzahler beginnen. Hier bekommt ihr meistens zügiger einen Termin und könnt die Sitzungen beginnen. Da man die Therapie selbst bezahlt, kann man sich genau aussuchen, mit wem man sie machen möchte, und ist nicht auf kassenzugelassene Therapeuten begrenzt. Man hat die Wahl zwischen Heilpraktikern (für Psychotherapie) und Psychotherapeuten (ohne Kassenzulassung). Ein weiterer Vorteil ist, dass die Krankenkasse nichts von der Therapie erfahren muss. Weiterhin sorgt das Videogespräch dafür, dass man nicht von Nachbarn und Bekannten erkannt wird, wenn man beim Therapeuten in die Türe hineingeht oder im Wartezimmer sitzt.

Worauf ihr achten solltet, ist, dass die Verbindung, über die das Videogespräch stattfindet, sicher ist und konform mit dem Datenschutz ist. Ein guter Therapeut sollte euch vorher alles Technische erklären und sicherstellen, dass alles funktioniert.
Psychiatrische Notaufnahmen
Wenn sich das alles jetzt nicht so angehört hat, als könnte es helfen, und wenn euch eure Situation nicht mehr hoffnungsvoll erscheint, kann eine stationäre Aufnahme in einem Krankenhaus eine gute Idee sein. Hat ein Krankenhaus eine Notaufnahme mit psychiatrischer Abteilung und Ambulanz, könnt ihr da jederzeit hingehen und euer Problem beschreiben. Geschulte Mitarbeiter werden sich dann direkt gut um euch kümmern. Wenn ihr es nicht ins Krankenhaus schafft, könnt ihr natürlich den Notruf der Feuerwehr oder die Polizei anrufen. Auch da gibt es geschulte Menschen, die euch helfen können.
Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick in die Welt der mentalen Gesundheit bieten konnte und damit das Wirrwarr etwas entzerrt habe.
Bleibt gesund und lebensfroh!
Eure Jessica
Mehr von Jessica:
Diabetes und mentale Gesundheit – wie finde ich eigentlich Hilfe? Teil 1
Diabetes und mentale Gesundheit – Schritte in die Therapie, Teil 2
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 3 Tagen, 9 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 3 Tagen, 8 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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