Bilges großer Traum vom Kilimandscharo – Teil 1

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Bilges großer Traum vom Kilimandscharo – Teil 1
Über Bilge
Quelle: Bilge Özyurt

Name: Bilge Özyurt (im Bild rechts, links ihre Freundin und Reisepartnerin Mona)
Alter: 28 Jahre
Wohnort: Friedrichshafen
Beruf: Krankenschwester; ab 9/2020: Studium „Communication, Culture & Management“, mit dem Ziel, im Bereich Motorsport zu arbeiten
Diabetes seit: 5 Jahren; Omnipod-Patchpumpe und CGM-System Dexcom G6
Und jetzt? denkt über neue Abenteuer nach, „aber es steht noch nichts fest“
Instagram: www.instagram.com/bilge_ou
Kontakt: bilge.oezyurt@googlemail.com

2016 saß ich im Büro von Professor Dr. Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim, und habe ihm von meinem Traum erzählt: einmal den Kilimandscharo besteigen, also das mit fast 6000 Metern höchste Bergmassiv Afrikas. Wer hätte gedacht, dass die Verwirklichung meines Traumes ganze vier Jahre auf sich warten lassen würde?

Ende 2017 bin ich von Bad Mergentheim nach Friedrichshafen am Bodensee gezogen. Der Gedanke an den Kilimandscharo hat mich auch dort immer wieder eingeholt. Oft sogar in meinen Träumen, und ich wusste: Wenn ich nicht versuchen würde, den Berg zu besteigen, würde mich der Gedanke daran weiter verfolgen – und zwar mit dem bitteren Nachgeschmack von Reue. Und etwas zu bereuen, ist für mich eines der schlimmsten Gefühle auf Erden.

Da ich lange auf einer Krebsstation gearbeitet habe und dort viel mit Menschen am Ende ihres Lebens zu tun hatte, kann ich mir sehr gut vorstellen, wie schrecklich Reue ist: Die Sterbephase ist noch schrecklicher, wenn Menschen etwas stark bereuen. Das hat mich schockiert. Keiner dieser Menschen hat je von seinem Haus oder Auto gesprochen, sondern es bereut, nicht öfter gereist zu sein, nicht mehr Zeit mit der Familie verbracht, nicht weniger gearbeitet zu haben … So möchte ich nicht enden.

So haben wir uns vorbereitet

Meine Freundin Mona und ich haben die Reise nach Afrika ein Jahr im Voraus, also schon im Januar 2019, beim Deutschen Alpenverein (DAV) gebucht. So konnten wir uns körperlich auf den anstrengenden Aufstieg vorbereiten und die nötige Ausrüstung besorgen.

Was den Diabetes angeht, dachte ich, dass mir mein Diabetologe sicherlich die nötigen Informationen geben würde. Das hat sich als falsch herausgestellt. Warum? Weil ich nicht mehr Patientin in der Diabetesklinik Mergentheim war. Dort beschäftigt man sich ausschließlich mit Diabetes, und das rund um die Uhr. Ich habe das für die Norm gehalten; den vielen Patienten mit außergewöhnlichen Träumen konnte dort immer geholfen werden. Es hat sich herausgestellt, dass das eben nicht die Norm ist …

Mit der Einstellung, dass das ja schon irgendwie klappen wird, hatte ich bis dahin immer alles ganz locker genommen. Aber jetzt habe ich innerlich Panik bekommen: Was mache ich bloß auf dem Berg, wenn mein Insulin gefriert oder es tagsüber so heiß ist, dass es denaturiert? Was mache ich, wenn die Glukosemessungen in dieser Höhe nicht funktionieren? Aber ich hatte ja als Krankenschwester medizinisches Hintergrundwissen.

Außerdem habe ich meine liebe Freundin und ehemalige Kollegin Janina, die noch in Bad Mergentheim arbeitet, darauf angesetzt, mit ein paar Ärzten dort zu sprechen. Direkt an Professor Haak wollte ich mich nicht wenden – ich wollte mich doch erst nach meinem Abenteuer wieder bei ihm melden und ihm sagen können, dass ich es bis auf den Kilimandscharo geschafft hatte! Ich habe noch Ulrike Thurm angeschrieben, die Autorin der „Diabetes- und Sportfibel“, und auch Dr. Astrid Tombeck, Diabetesberaterin in der Bad Mergentheimer Klinik.

Ende Dezember 2019: Wir reisen an

Mein ganzer Rucksack war voll mit dem teuren Schlafsack, mit Trockenfrüchten und Datteln. Ich konnte nicht einschätzen, wie viel davon ich brauchen würde. Zudem hatte ich mir Honig in Beuteln bestellt, was sich später als Riesenfehler herausstellen würde, da ich eine Bienenallergie habe und mich im Regenwald die Bienen nicht in Ruhe gelassen haben. Am Frankfurter Flughafen habe ich Mona getroffen, meine Freundin und Reisepartnerin.

In Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, haben wir Mia kennengelernt, eine Ärztin, die auch den Kilimandscharo besteigen wollte, außerdem Erich, einen Investmentbanker. Irgendwann hat mich Mia auf meine Insulinpumpe angesprochen. Und da habe ich mich zum ersten Mal dafür geschämt, nicht gesund zu sein und Diabetes zu haben. Ich hatte ständig das Gefühl, alle beruhigen zu müssen, dass das gut gehen wird mit dem Glukosesensor und der Insulinpumpe.

Von Addis Abeba sind wir weitergeflogen zum Kilimandscharo Airport in Tansania. Ich kann mich noch erinnern, wie mich dort eine Hitzewelle fast umgehauen hat. Es war so heiß und schwül, dass ich kaum atmen konnte, und ich dachte nur: „Toll, wie soll mein Insulin hier überleben?“

Dort haben wir den Rest unserer Gruppe kennengelernt und Ben, unseren Führer. Er ist um die 30 Jahre alt, kann Deutsch und hat uns einige Begriffe auf Swahili, der offiziellen Sprache Tansanias, beigebracht: Hakuna Matata – „Mach dir keine Sorgen“, Pole pole – „langsam“ und Jambo – „Hallo“.

Unsere Gruppe zusammen mit den drei Guides, der Küchen-Crew und der Zelt-Crew. Jeder hatte seine Aufgabe und wir haben uns alle super verstanden. Die meisten begleiten nebenberuflich Gruppen hoch zum Kilimandscharo und mussten dafür Kurse am „Kilimanjaro Regional Centre – The Open University of Tanzania“ besuchen. Sonst arbeiten sie als Lehrer, Anwälte etc. / Quelle: Bilge Özyurt

Was ich witzig fand: Charlotte, eine aus der Gruppe, dachte, dass meine Omnipod-Patch-Pumpe eine Art Malariaschutz ist und irgendetwas absondert, was die Moskitos fernhält. Das habe ich natürlich aufgeklärt 😉

In der Nacht konnte ich nicht gut schlafen. Auch wegen meines Diabetes war ich sehr aufgeregt und habe gebetet, dass mein Insulin das alles aushält. Am nächsten Morgen habe ich zum vorerst letzten Mal geduscht – ohne warmes Wasser. Und dann ging es los… aber davon erzähle ich euch im nächsten Teil!

Hier geht’s zu Teil 2 von Bilges Kilimandscharo-Abenteuer.


Reisen mit Diabetes? Da hat auch Sara Erfahrungen gemacht: Mein Diabetes und seine Abenteuer

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  • uho1 postete ein Update vor 18 Stunden, 54 Minuten

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂