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Hat mein Hund noch Chancen, ein Diabetikerwarnhund zu werden?
5 Minuten

Im Januar 2020 habe ich darüber berichtet, dass mein Hund Oskar, ein Magyar Vizsla (Jagdhund), möglicherweise die Gabe besitzt, meine Blutzuckerwerte oder besser gesagt die Schwankungen des Blutzuckers zu erkennen. Damals erhoffte ich mir noch, dass man dieses „Erkennen“ im Laufe der Zeit mit bestimmten Handlungen verknüpfen könnte. Tja, Stand heute, August 2020, ist Oskar elf Monate alt und mitten in der Pubertät. Diese begann bei ihm bereits zum Ende des fünften Monats hin. Etwas frühreif, der junge Herr, aber ich hoffe stets darauf, dass er dann mit dem Spuk auch schneller durch ist. Wenn nicht – prost Mahlzeit!

Dann werde ich 2021 neben grauen Haaren und Achterbahn fahrenden Blutzuckerwerten wohl auch noch ganz viele neue, tiefe Falten dazubekommen.

Aktuelle Eckdaten – 11 Monate Pubertier
Doch vorweg die alles entscheidenden Eckdaten zu „Oskarlicious“, wie ich ihn gerne nenne. Oskar wiegt mittlerweile 34kg und bringt damit ordentlich Masse mit. Er hat von seiner Größe her längst seinen großen Papa überholt und weist eine Schulterhöhe von ca. 67cm auf. So richtig genau kann man ihn nicht messen, denn Oskar hat bis heute „Hummeln im Hintern“ und kann nicht still stehen. Seine Teufelhörner hat er, seitdem er 5,5 Monate alt war, beiseitegelegt und ist des Öfteren auch kooperativ und ganz wundervoll. Wäre da nicht die Pubertät.
Ja, auch sowas gibt es bei Tieren, und sie ist, zumindest was Oskar betrifft, in vollem Gange. Demnach sind seine Ohren, wie bei menschlichen Teenagern auch gerne einmal, „auf Durchzug“. Er kennt seinen Namen nicht mehr, schaut mich oft an, als wäre ich eine fremde Person, oder wirft mir Blicke zu, die man folgendermaßen deuten könnte: „Wer bist du? Was willst du? Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?“ Natürlich kann ich dies nicht, denn Erziehung und Konsequenz sind in seiner aktuellen Phase wichtiger als alles andere.

Und jeder, der eine vage Vorstellung hat, was passiert, wenn ein 34kg schwerer, kraftvoller Hund aus dem Nichts einer Katze hinterherjagt (mit mir an der Leine), der weiß, wie dies aussieht. Nämlich nicht gut für mich. Gar nicht gut! 😉
Merkmale eines tollpatschigen, mäkeligen Jagdhundes
Grundsätzlich möchte ich das fördern, was Oskar, dem Jagdhund, liegt. Das ist natürlich, wie sollte es auch anders sein: das Jagen. Jetzt habe ich keinen Jagdschein, möchte auch keinen Jagdschein machen und habe noch viel weniger Lust, mit meinem Hund jagen zu gehen. Aber das Vorstehen (sprich das natürliche Anzeigen einer potentiellen Beute) liegt Oskarlicious einfach in den Genen. Da brauche ich grundlegend gar nicht erst zu versuchen, einfach ein „AUS!“ an den Tag zu legen. Ist ihm ziemlich egal, erst recht in der Pubertät.
Das Jagen ist demnach ein komplexer, aber vollkommen natürlicher Trieb, seine Bestimmung sozusagen. Bei ihm ist dieser Trieb gefühlt etwas stärker ausgeprägt als bei seinen Geschwistern, aber nun gut. Habe ich eben mit Oskar den Jackpot aus dem Wurf gewählt. Dafür kann ich aber auch sagen: Ich habe den Hauptgewinn zuhause sitzen. Auch nicht schlecht. Mir anzuzeigen, wo die Beute ist, sich anzuschleichen, zu jagen, zu packen und schlussendlich zu apportieren. Das wäre Oskars Traum! Meiner nicht. Zumal ich derzeit schon extreme „Defizite“ in Bezug auf das Anschleichen vermerken kann. Was das betrifft, verhält sich Oskar eher wie der Elefant im Porzellanladen und würde derzeit definitiv nichts fangen, dafür ist er viel zu laut, unruhig und zu stürmisch.

Unter Jagd mag der ein oder andere auch an „Mord“ denken, allerdings käme Oskar nie auf die Idee, seine Beute oder Tiere umzubringen. Blöderweise könnte sowas natürlich bei einer (erfolgreichen) Jagd passieren, aber es wäre nicht seine Absicht. Darin liegt auch nicht sein „Spaß“. Sein Spaß ist das reine Jagen und erfolgreich präsentieren. Fressen? Niemals!
Dafür wäre er zugleich auch viel zu sehr ein Gourmet, der sich beispielsweise schon viel zu fein ist, eine Apfelspalte inkl. Stiel zu essen. Könnte ja piksen im Maul. Ihr erkennt: Mit meinem Oskar habe ich mir eine kleine Diva angelacht. 😉
Was passiert, wenn er keine Diabetikerwarnhund-Ambitionen entwickelt?
Doch zurück zum alles entscheidenden Thema „Diabetikerwarnhund – Ambitionen oder nicht?“.
Dazu kann ich, Stand heute (August 2020), sagen: Nein. Diese hat er nicht. Aber ich kann auch gleich vorwegnehmen, dass dies nie das für mich alles entscheidende Thema war und auch nicht der Grund, wieso Oskar jetzt bei mir ist. Denn für sein Leben bei mir gab und gibt es seit eh und je nur den einen Grund: Ich wollte einen Hund. Schon immer. Jetzt habe ich einen und er ist für mich perfekt. Egal ob mit Ambitionen zum Diabetikerwarnhund, ob mit Hummeln im Hintern, mäkelig, tollpatschig oder mit Ohren auf Durchzug.
Es ist mir, solide gesagt, egal, ob er eines Tages Ambitionen entwickelt, die ich fördern könnte, oder ob er so bleibt, wie er ist. Bis auf die Pubertät, die darf gerne vorübergehen, das wäre super! Seine Elterntiere hingegen haben mir damals zuverlässig bei jedem Treffen (mit schwankenden Blutzuckerwerten) angezeigt, dass da etwas nicht passt. Demnach gebe ich dem Frechdachs auch gerne noch etwas Zeit, um da tatsächlich ein alles entscheidendes Fazit auszusprechen.
Oskar hat eine feine Nase, also wenn er eins kann, dann riechen. Auch zwischen 15 Socken findet er die eine, die er suchen soll. Demnach bin ich mir sicher, dass es möglich wäre, ihn auf einen Geruch zu „konditionieren“.
Doch gut Ding will und muss in seinem Fall auch Weile haben, schließlich ist er derzeit auch noch viel zu vollgedröhnt mit Hormonen.

Es bleibt also weiterhin spannend, wie unsere Geschichte weitergeht und in welche Richtung. Ich werde berichten und freue mich wie immer über eure Hunde-Spürnasen-Diabetes-Erfahrungsberichte und den Austausch mit euch in Bezug auf diese Thematik. Teilt gerne eure Meinung mit allen unter diesem Beitrag, ich freue mich jetzt schon darauf, von euch zu lesen!
Die Entwicklung zum Diabetiker*innen-Warnhund kann man durch gezielte Übungen und Belohnungen ein wenig unterstützen. Anja hat damit Erfahrungen gemacht: Dein Hund zeigt Dir eine Hypo an? Super!! 5 Tipps, wie Du ihn dafür belohnen kannst…
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thomas55 postete ein Update vor 2 Tagen, 8 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Tagen, 2 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße