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Sylvester lebt auf Mauritius, einer Insel im Indischen Ozean. Die Insel ist den meisten von uns wohl als Urlaubsparadies bekannt. Auch dort gibt es Schattenseiten: Neben Typ-2-Diabetes ist auch der Alkoholismus ein großes Problemfeld. Wie gestaltet es sich also, das Leben mit Diabetes im „Paradies“?! Lest selbst, was Sylvester zu erzählen hat.
Ich habe mit 16 Jahren die Diagnose Typ-1-Diabetes bekommen. Zu dieser Zeit waren das gaaaanz schlechte Neuigkeiten, und ich war geschockt, da weder meine Mutter noch mein Vater Diabetes haben. Ich habe mich auch gefragt: Wieso ich und nicht die anderen?!
Damals ging es mir sehr schlecht. Ich war erst im Krankenhaus, und die Ärzte haben nichts gefunden. Dann bin ich zu einem privaten Doktor, der feststellte, dass ich Diabetes habe und mein Blutzucker sehr hoch war. Er schickte mich zurück ins Krankenhaus und ich wurde mit zwei Injektionen Actraphane pro Tag behandelt. Meine Diagnose war 2006, alle Typ-1-Diabetiker wurden nur mit Actraphane-Insulin behandelt. Ein Kombi-Insulin, welches Kurz- und Langzeitinsulin beinhaltet.
Ja, jedes Jahr veranstaltet das Ministerium für Gesundheit verschiedene Events, um die Aufmerksamkeit auf Diabetes und die Behandlung zu richten. Beispielsweise: Besser leben mit Diabetes, Injektionen richtig setzen und Ernährung.
Meine schlimmste Erfahrung war Hyperglykämie. Ich habe mich neun Monate lang nicht gespritzt. Und das hat dann dazu geführt, dass ich ins Koma gefallen bin und eine Woche auf der Intensivstation verbringen musste. Fünf Tage insgesamt war ich im diabetischen Koma. Glücklicherweise oder durch Gottes Hilfe bin ich wieder aus dem Koma erwacht.
Ja! Ich bin in einem Diabetes-Verband und im ständigen Kontakt mit anderen Diabetikern. So können wir uns über unsere Storys mit Diabetes austauschen. Einmal im Jahr organisiert der Verband ein Camp übers Wochenende, zu dem jedes Mitglied kommen kann.
Wir haben staatlich unabhängige Organisationen und das Ministerium. Die machen Kampagnen, um die Aufmerksamkeit auf Diabetes in Mauritius zu steigern.
Die öffentliche Meinung bleibt immer dieselbe. Was ich meine, ist: Wenn ich gesund bin, ist es logisch, dass ich mir keine Gedanken über Menschen mit Diabetes mache. Erst, wenn ein Mitglied deiner Familie Diabetes bekommt oder sogar daran stirbt – dann interessiert es die Menschen. Ich denke, es mangelt uns an Behandlungsmethoden, an Medizin usw. Selbst wenn sich die Öffentlichkeit für Typ-1-Diabetes interessiert, setzt sie sich immer noch viel zu wenig für Menschen mit Typ-2-Diabetes ein. Zum Beispiel darf ein Typ-2-Diabetiker nur alle 6 Monate zum Arzt. Viele Dinge sollten und können sich verändern! Aber…die öffentliche Gesundheitsversorgung auf Mauritius ist kostengünstig, also hast du keine Chance. Wenn du einen privaten Arzt konsultieren möchtest, musst du genug Geld haben, um diesen bezahlen zu können.
Leider habe ich keinen Kontakt zu Diabetikern in anderen Ländern. Aber ich habe eine Freundin mit Typ-1-Diabetes, ursprünglich aus Mauritius, die jetzt in Frankreich lebt. Sie erzählt mir immer, dass die Behandlungsmethoden auf Mauritius weit hinter dem Standard sind. So zum Beispiel der Insulinpen, den es doch schon jahrelang gibt, und Mauritius hat so lange noch das Kombi-Insulin Actraphane benutzt.
Ich gehe alle zwei Monate zum Arzt. Auf Mauritius ist die Gesundheitsversorgung kostenfrei. Das heißt: Medizin kostet nichts. Auch das Blutzuckermessgerät und die Teststreifen kosten nichts zusätzlich für normale Patienten. Normalerweise bekommt man 30 Teststreifen für einen Monat.
tl;dr: Same shit, but different. Probleme: Aufklärung, Behandlung. Positiv: eine ähnliche Vernetzung wie bei uns die #dedoc. J
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