- Behandlung
Worauf bezüglich der Ernährung bei einer Inkretin-Therapie zu achten ist
2 Minuten

Inkretin-Medikamente helfen Menschen mit Typ-2-Diabetes und erleichtern das Abnehmen. Doch nur mit der richtigen Ernährung bleiben sie wirksam und sicher. Warum die Nährstoffzufuhr und regelmäßige Mahlzeiten unter dieser Therapie besonders wichtig sind, war Thema auf der DDG-Herbsttagung.
Medikamente, die den Inkretin‑Effekt nutzen (z.B. GLP‑1‑Rezeptoragonisten), helfen Menschen mit Typ-2-Diabetes bei der Stoffwechselkontrolle und mittlerweile auch vielen Menschen ohne Diabetes beim Abnehmen. Damit die Behandlung aber wirklich langfristig funktioniert und gesund bleibt, spielt die richtige Ernährung eine zentrale Rolle. Denn wer durch die Medikamente weniger isst, nimmt oft auch zu wenig Eiweiß und wichtige Vitamine und Mineralstoffe auf.
Umfassender individueller Behandlungsplan
Professorin Dr. Diana Rubin vom Vivantes Zentrum für Ernährungsmedizin in Berlin betonte auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Mannheim, dass Inkretin‑Medikamente immer in einen umfassenden Behandlungsplan eingebettet sein sollten. Dazu gehören Ernährungsberatung und Unterstützung bei der Umstellung des Lebensstils – vor, während und nach der Gewichtsabnahme. Die Medikamente wirken zwar sehr gut, bringen aber auch Herausforderungen mit sich: Magen-Darm-Beschwerden, Verlust von Muskel- und Knochenmasse bei zu schnellem Gewichtsverlust, hohe Kosten, ein häufiger Therapieabbruch und ein erneuter Gewichtsanstieg nach dem Absetzen.
Auf einen Blick: wichtige Bausteine für die Ernährungstherapie bei einer Inkretin-Therapie
- individuelle, patientenzentrierte Planung
- ausführliche Ernährungsanalyse und ggf. BIA‑Messung
- begleitende Ernährungsberatung (z.B. 8‑Tage‑Ernährungsprotokoll)
- Vermeidung von Eiweiß- und Nährstoffmangel
- Umgang mit Magen-Darm‑Nebenwirkungen
- Schutz von Muskel- und Knochenmasse (Alltagsbewegung, Ausdauer‑ und Krafttraining)
- bestmögliche Unterstützung der Gewichtsabnahme
- Förderung weiterer gesunder Lebensgewohnheiten (z.B. Stressabbau, guter Schlaf)
Eine große US-Studie zeigt, worauf in der Behandlung besonders geachtet werden muss. Wichtig ist vor allem, dass die Therapie individuell geplant wird und Patientinnen und Patienten aktiv einbezogen werden. Dazu gehört eine ausführliche Befragung zur bisherigen Ernährung, zum Lebensstil und zur gesundheitlichen Vorgeschichte. Auch Messungen wie Körpermaße oder eine Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) zur Bestimmung der Körperzusammensetzung können sinnvoll sein. Hilfreich ist ein spezieller Fragebogen des Bunds Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).
Genug Eiweiß und Nährstoffe – trotz kleiner Portionen
Viele Betroffene essen unter Inkretin-Therapie sehr wenig – manchmal unter 1.000 kcal pro Tag. Das ist zu wenig, um den Körper ausreichend mit Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Deshalb sollte genau dokumentiert werden, was gegessen wird, am besten über mehrere Tage. Wenn nötig, werden Eiweiß oder Mikronährstoffe ergänzt. Empfohlen wird eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung mit ausreichend Protein und orientiert an allgemeinen Ernährungsrichtlinien.
Wenn vor Beginn der Therapie bereits Magen-Darm-Beschwerden vorhanden waren, kann das später die Verträglichkeit beeinflussen. Dann helfen Ernährungsanpassungen, eine niedrigere Dosis oder Medikamente gegen Übelkeit.
Regelmäßige Mahlzeiten sind entscheidend
Viele Menschen essen unregelmäßig – oft ein wichtiger Faktor für Übergewicht. Doch gerade unter Inkretin-Therapie ist es wichtig, feste Mahlzeiten beizubehalten, auch wenn der Appetit gering ist oder Übelkeit auftritt. Dafür braucht es oft Unterstützung: Wie sieht der Alltag aus? Welche Gewohnheiten gibt es? Welche Möglichkeiten hat die Person? Methoden wie „Motivational Interviewing“ helfen, gemeinsam passende Lösungen zu finden. Pauschale Tipps wie „essen Sie einfach gesünder“ oder „machen Sie mehr Sport“ bringen dagegen wenig.
Allerdings gilt: Die Forschung zur Ernährung während einer Inkretin-Therapie ist noch nicht sehr umfangreich, da die Medikamente erst seit relativ kurzer Zeit gegen Adipositas eingesetzt werden.
von Gregor Hess und Dr. Karin Kreuel
Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in der diabetes zeitung 8/2025 und wurde für den Diabetes-Anker überarbeitet.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen
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