Omega-6-Fettsäuren und ihre Rolle bei Diabetes

2 Minuten

Omega-6-Fettsäuren und ihre Rolle bei Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes
© dpa/picture-alliance
Omega-6-Fettsäuren und ihre Rolle bei Diabetes

Forschende haben neuen Erkenntnisse zu Omega-6-Fettsäuren und deren Einfluss auf die Entstehung von Diabetes gefunden und wesentliche Einsichten in die Abbauprodukte dieser Fettsäuren und deren Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel gebracht.

Omega-6-Fettsäuren, bekannt für ihre Rolle in unserer Ernährung und oft als gesundheitsfördernd angesehen, geraten durch jüngste Forschungsergebnisse ins Rampenlicht. Sie sind essentielle Bestandteile unserer Nahrung und beeinflussen verschiedene Körperfunktionen. Ihre Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist jedoch komplex. Einerseits können sie das Risiko für Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall durch positive Beeinflussung des Fettspiegels und des Blutdrucks senken. Andererseits steht ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren im Verdacht, entzündungsfördernd zu wirken und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen.

Störung eines Enzyms beeinträchtigt den Glukose-Stoffwechsel

Eine Forschungsgruppe um Professor Dr. Jens Kroll von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, in Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem Universitätsklinikum Heidelberg, der Universität Frankfurt und der Zhejiang Universität in Hangzhou, China, hat sich der Untersuchung des Oxidationsprodukts tt-DDE gewidmet. Dieses ist in den Dämpfen von Speiseöl reichlich vorhanden und könnte bei erhöhten Werten im Körper zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdeckten, dass ein Enzym namens Aldehyd-Dehydrogenase 9a1b für den Abbau von tt-DDE zuständig ist. Eine Störung dieses Enzyms führt zu einem Anstieg der tt-DDE-Werte. Durch die Entwicklung eines Modells im Zebrafisch konnten sie die Folgen hoher tt-DDE-Werte untersuchen und stellten fest, dass diese zu einer Beeinträchtigung des Glukose-Stoffwechsels und der Blutgefäß-Funktion sowie -Bildung führen – beides typische Merkmale von Diabetes. Der Mechanismus hinter diesen Auswirkungen wurde ebenfalls aufgedeckt: tt-DDE hemmt die Funktion des Insulin-Rezeptors, indem es an diesen bindet. Dadurch wird die blutzuckersenkende Wirkung des Insulins beeinträchtigt, was zu einer Überzuckerung im Blut führen kann.

Zu hohe Werte eines Abbauprodukts von Omega-6-Fettsäuren könnten Diabetes begünstigen

Professor Kroll erläutert die Bedeutung dieser Entdeckung: „Wir haben bei der Untersuchung eines Abbauprodukts von Omega-6-Fettsäuren eine neue Funktion der Aldehyd-Dehydrogenase 9a1b entdeckt. Da das Enzym den Spiegel an tt-DDE reguliert, ist es auch ein wichtiger Regulator des Glukosemetabolismus und könnte ein wichtiger Bestandteil bei der Entstehung der Diabetes-Erkrankung sein. Wir wollen nun zunächst erforschen, ob es eine Subgruppe von Menschen mit Diabetes gibt, die aufgrund eines zu hohen tt-DDE-Spiegels Folgeschäden entwickeln – entweder, weil der tt-DDE-Abbau zu gering oder die tt-DDE-Anflutung durch Oxidation von Omega-6-Fettsäuren zu hoch ist.“

Diese Erkenntnisse eröffnen neue Forschungsfelder, schreibt die Universitätsmedizin Mannheim in einer Pressemitteilung, insbesondere im Hinblick darauf, ob Störungen der Aldehyd-Dehydrogenase 9a1-Funktion bestimmte Formen von Diabetes verursachen. Die mögliche Rolle dieses Enzyms als Schlüsselkomponente für neue Behandlungsmethoden steht im Fokus weiterer Untersuchungen.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien der Universitätsmedizin Mannheim

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Wie gelingt es, blutzuckerfreundlich zu kochen, Kirsten Metternich von Wolff?
Blutzuckerfreundlich kochen – aber wie? Ernährungsexpertin Kirsten Metternich von Wolff stellt in dieser Podcast-Folge ihr neues Kochbuch vor. Sie erklärt, welche Lebensmittel wirklich helfen und welche Ernährungstrends bei Diabetes wenig bringen.
Diabetes-Anker-Podcast: Wie gelingt es, blutzuckerfreundlich zu kochen, Kirsten Metternich von Wolff? | Foto: Picture People/MedTriX

2 Minuten

Närrische Jahreszeit mit Diabetes: So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern
Karneval, Fastnacht, Fasching – nun beginnt der Höhepunkt der närrischen Tage und bei Rosenmontagszügen und Kappensitzungen ist ausgiebiges Feiern angesagt. Menschen mit Diabetes können diese närrische Jahreszeit dabei ebenso feiern wie Stoffwechselgesunde. Sie müssen zwar auf ihre Ernährung achten, alkoholische Getränke und Süßigkeiten sind jedoch nicht zwangsweise tabu, wenn sie ihren Glukosespiegel dabei im Blick …
Närrische Jahreszeit mit Diabetes So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Wochen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%