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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #40 | Vorsorgeuntersuchung (1) – die Augen
4 Minuten
Diabetes ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, das sich langfristig auf die gesamte Funktionalität des Körpers auswirkt. Daher ist es umso wichtiger, neben einem guten Diabetes-Management, auch regelmäßige Vorsorgetermine wahrzunehmen, um eventuelle Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenwirken zu können. In meiner kommenden Beitragsreihe möchte ich Dich durch die verschiedenen Vorsorgebereiche mitnehmen. Mein Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür bei Dir zu schaffen, sodass Du langfristig diese in Dein Diabetes-Management etablieren kannst und somit langfristig einem langen Leben (trotz Diabetes) nichts mehr im Wege steht.
Retinopathie: die erkrankte Netzhaut
Wusstest Du, dass ungefähr jeder 4. Mensch mit Typ-1-Diabetes und ca. jeder 6. Mensch mit Typ-2-Diabetes an einer Retinopathie erkrankt?1 Eine Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut, die zu einem kompletten Sehverlust führen kann, wenn sie nicht behandelt wird. Dass hohe oder stark schwankende Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum die Blutgefäße schädigen können, ist bei Betroffenen nicht unbekannt. Doch denken viele nicht daran, dass u.a. die Netzhaut ebenfalls dazugehört.

Bei einem dauerhaft schlecht eingestellten Diabetes kann es zu einer Verschlechterung der Durchblutung und Versorgung mit Sauerstoff kommen, die langfristig an kleinen Blutungen oder Schwellungen an der Netzhaut sichtbar werden.2 Ist diese Veränderung sichtbar, so ist es laut meinem Augenarzt „schon zu spät“. Daher sollte die Devise eines jeden Menschen mit Diabetes lauten, mindestens einmal im Jahr zum Augenarzt zu gehen und sich u.a. auf eine diabetische Retinopathie untersuchen zu lassen.
Grauer Starr: die trübe Linse
Aber nicht nur die Netzhaut kann sich durch schlecht eingestellte Blutzuckerwerte verändern – auch die Linse! Und hier kommt bspw. der Graue Star ins Spiel. Unsere Augenlinse brauchen wir, um scharf sehen zu können. Nicht selten kommt es bei Menschen mit Diabetes vor, dass sie an einer Linsentrübung (Katarakt oder auch Grauer Star genannt) erkranken. Normalerweise ist die Linse klar und transparent, was uns dabei hilft, Bilder zu fokussieren und klar zu sehen. Wenn die Linse aber getrübt ist, kann es zu Sehproblemen bzw. zur Einschränkung des Sehvermögens kommen.
Mögliche Symptome hierzu sind:
- verschwommenes Sehen,
- vermehrte Blendungsempfindlichkeit,
- Kurz- oder Weitsichtigkeit.3
Das ist dann der Moment, in dem wir eine Sehhilfe (Brille oder Kontaktlinsen) benötigen, was mit dem Alter auch ein natürlicher Prozess ist. Denn wie unser ganzer Körper altern auch unsere Augen. Die Liste an möglichen Augenerkrankungen ist lang. Doch den beiden oben genannten „Problemzonen“ gilt es ein besonderes AUGENmerk zu schenken.
Wie genau läuft eine Untersuchung an der Netzhaut ab?
Alles beginnt mit einer Überweisung Deines Hausarztes oder Diabetologen. Oftmals bekommt man dann noch einen augenärztlichen Untersuchungsbogen mit, welchen der zu behandelnder Augenarzt ausfüllt und den Du später wieder mit zurück zum Diabetologen nimmst.
Um die Netzhaut sowie deren äußerste Bereiche untersuchen zu können, müssen die Pupillen weitgetropft werden. Das bedeutet, dass man vor Ort spezielle Augentropfen verabreicht bekommt, die nach 30 Minuten ihre volle Wirkung erzielen. Bei der Untersuchung wird mit Hilfe von Licht die Netzhaut beleuchtet. Doch ein normaler Reflex des Auges wäre es, sich bei Licht zu verengen. Und genau gegen diese Verengung sollen die Tropfen wirken.4

Die Pupille per Tropfen zu erweitern, ist absolut schmerzfrei. Nur etwas unangenehm, da es passieren kann, dass entweder der Nah- und/oder Fernbereich verschwommen ist. Das ist auch der Grund, warum man nach so einer Tropfung 5 bis 6 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen darf; weder als Auto-, noch als Fahrradfahrer. Daher ist es immer ratsam, sich entweder eine Augenarztpraxis in unmittelbarer Nähe zum Wohnort zu suchen, um ggf. zu Fuß gehen zu können. Oder Freunde, Familienmitglieder oder Nachbarn zu fragen, ob es für diesen Termin einen Fahrservice gibt.
Ich persönlich empfinde es auch als wesentlich angenehmer, innerhalb der dunklen Jahreszeit die Pupillen weitgetropft zu bekommen. Dadurch, dass ich Vollzeit berufstätig bin und am PC arbeite, lege ich meist die Termine auf den späten Nachmittag. Sprich, wenn ich die Praxis verlasse, ist es draußen meist schon dunkel. Somit kann sich meine lichtempfindliche Linse entspannen, da sie keinem grellen Tageslicht ausgesetzt ist.
Laut meinem Diabetes-Pass wird eine diabetische Augenuntersuchung mindestens alle 2 Jahre empfohlen. Da aber, wie oben beschrieben, es wirklich entscheidend ist, dass man die Netzhauterkrankung frühzeitig erkennt, habe ich mich dazu entschlossen, jedes Jahr zum Augenarzt zu gehen. Schließlich machen wir solche Vorsorgetermine ja auch jährlich bspw. beim Zahnarzt oder Gynäkologen. Warum also sollten die Augen uns weniger wert sein, wenn sie doch mit das Kostbarste sind, was wir haben?
Quellen:
- https://www.ddg.info/presse/unterschaetzte-retinopathie-zu-wenig-leitliniengerechte-augenarzt-kontrollen-bei-diabetes
- https://www.das-diabetische-auge.de/diabetische-retinopathie
- https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/diabetes/zusammenhang-zwischen-diabetes-und-sehstoerungen-2015386?tkcm=aaus
- https://www.diabetes-online.de/a/nachgefragt-medizin-warum-muessen-die-pupillen-weitgetropft-werden-1994483
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 5 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 7 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
