Diabetes und Dates

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Diabetes und Dates

Seducing beautiful woman looking at her lover with wine glass.

 

Ein Blick, ein Lächeln, ein Gespräch und irgendwann folgt das erste Date. Es ist jedes Mal aufregend, spannend und vielleicht auch eine kleine Herausforderung. Was soll ich anziehen? Welches Parfum auflegen? Wohin mit dem ganzen Diabeteskram?

Und da fällt auch schon das Stichwort: Diabetes.

Soll ich es beim ersten Date erwähnen?

Wenn ja, wie tue ich das am besten? Sollte ich zum Messen und Spritzen dezent auf die Toilette verschwinden? Oder doch alles genauso handhaben, wie ich es bei Freunden tue?

Einige Monate nach der Diagnose stand auch ich vor diesen Problemchen. Mittlerweile hatte ich für mich beschlossen, dass es keinerlei Gründe gab, irgendetwas von meinem Diabetes zu verstecken. Ich maß ganz selbstverständlich am Tisch und auch in der Öffentlichkeit scheute ich mich nicht, mein letztendlich lebensnotwendiges Insulin zu spritzen.
Dennoch war ich nervös vor meinem ersten Date als Diabetikerin. Schließlich war es eine ganz neue Situation für mich und ich schreckte wahnsinnig vor Ablehnung zurück.

Ich ging ganz selbstverständlich mit meinem Diabetes um!

In der Bar angekommen, vergaß ich alle Bedenken und kramte ganz selbstverständlich mein Messgerät und meinen Pen hervor, als der erste Cocktail vor mir stand. Erst als ich den irritierten Blick meines Gegenübers bemerkte, fiel mir auf, dass ich ganz vergessen hatte, etwas zu sagen.
Während ich auf meinem Schoß das Blut auf den Teststreifen auftrug, erklärte ich kurz und knapp, dass ich Diabetikerin sei und fragte, ob es ihn stören würde, wenn ich am Tisch mein Insulin spritzte.
Ein stummes Kopfschütteln und der gebannte Blick auf das leuchtende Messgerät ließen mich nichts Böses ahnen und so zog ich meinen Pen hervor. Als ich wirklich dezent und schnell mein Insulin spritzte, traute ich meinen Ohren kaum.

„Das ist ja schon ganz schön eklig. Musst du das jeden Tag machen?“

Das fragte mein Gegenüber und sah irgendwie…blass um die Nase aus. Wie reagiert man am besten auf einen (pardon) so dämlichen Spruch? Richtig! Zuckersüß anlächeln, den Pen demonstrativ neben das Messgerät legen und erstmal tieeeef durchatmen. „Ja, das muss ich. Zu jeder Mahlzeit und zusätzlich morgens und abends. Mach’ ich das nicht, dann sterbe ich.“ – Meine Erklärung hatte einen doch recht faszinierenden Effekt: Ein halblautes Murmeln, ein erschrockener Blick und ein rasanter Themenwechsel. Ehrlich? Ich wusste nicht, ob ich lachen oder lieber gehen sollte. Im Nachhinein hätte ich mich besser für Letzteres entscheiden sollen 😉

Trotz der schlechten Erfahrung: Der Diabetes wird direkt thematisiert!

Ich für mich habe dennoch beschlossen, die Karten – oder eher meinen Diabeteskram – immer offen auf den Tisch zu legen. Ich schäme mich nicht für meine Krankheit und finde deshalb, dass auch mein Gegenüber weder Scham noch Mitleid deshalb empfinden muss. Signalisiert man seine Gefühle nach außen so (zumindest nach meinen Erfahrungen), geht auch das Date ähnlich damit um.

Letztendlich kommt es aber auch immer auf den Typ Mensch an, der dir gegenübersitzt.

Manche ignorieren diese Info völlig, andere überschütten dich mit neugierigen Fragen und wieder andere begegnen dir mit Ablehnung.
Es kommt immer auf die Situation an, wie und wann man seinem Gegenüber mitteilen möchte, dass man Diabetes hat. Läuft es gut, ist das Date entspannt und locker, spricht nichts dagegen, es zu sagen.
Ich wäre allerdings immer vorsichtig, nicht in eine Art „Rechtfertigung“ abzurutschen. Denn wie gesagt:

Wir können nichts für unsere Krankheit und brauchen uns in keinster Weise dafür zu schämen!

Wer es lieber verschweigen möchte – auch gut. Manchmal passt es nun mal einfach nicht in ein Gespräch oder die Situation ist schlichtweg unpassend.
Sollten allerdings diesem Date weitere folgen, würde ich es recht schnell erwähnen- sonst fragt sich der andere vielleicht, warum man den Diabetes verstecken wollte, und wertet es womöglich noch als eine Art Vertrauensbruch.

Wie auch immer ihr euch für euer erstes Date mit einer neuen Bekanntschaft entscheidet, denkt daran, euch und eurem Bauchgefühl treu zu bleiben – und euren Abend zu genießen! 😉

Wie handhabt ihr diese Situation? Sprecht ihr über euren Diabetes immer sofort und offen? Verheimlicht ihr es? Oder habt ihr eine ganz andere „Taktik“?

Wie immer gespannt auf eure Erfahrungen ist

Eure Caro

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

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