Kolumne „Fernweh“: Reisen auf Knopfdruck

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Kolumne „Fernweh“: Reisen auf Knopfdruck | Foto: DesignSells – stock.adobe.com
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Kolumne „Fernweh“: Reisen auf Knopfdruck

Früher war Reisen anders. Analoger. Weniger planbar. Abenteuerlicher. Aber auch besser? Wie so oft im Leben lautet die Antwort: Jein. Heutzutage läuft alles digitaler und per Knopfdruck ab, was gerade das Reisen mit Diabetes einfacher machen kann, wie Susanne in der Kolumne „Fernweh“ berichtet.

Besser fand ich als Jugendliche und Studentin tatsächlich, nicht immer erreichbar zu sein. Man war unterwegs – ob allein oder mit Freunden, musste ohne Backup, ohne schnellen Draht nach Zuhause und ohne Online-Check klarkommen. Gleichzeitig fühlte man sich frei und schon früh sehr erwachsen. Das Selbstbewusstsein stieg mit jedem zurückgelegten Kilometer.

Analoge Reisen forderten auf positive Weise, machten den Kontakt zu Leuten vor Ort nötig und den Reiz von so manchen Reisen aus. Und es überraschte gleichzeitig immer wieder: Oha, die Unterkunft aus dem Lonely Planet gibt es gar nicht mehr. Ui, die von einem Passanten empfohlene Pizzeria war gar nicht so gut. Und huch, man kommt von hier nur mit dem Zug weiter? Alles
klar: Wo kauft man Tickets?

Autorin Susanne Löw und ihre Kolumne Fernweh

Susanne Löw ist freie Journalistin und lebt in Hamburg. Die gebürtige Bayerin hat seit dem Jahr 2002 Typ-1-Diabetes und ist seitdem erst recht gern unterwegs. Über ihre weltweiten Erfahrungen mit „Zucker im Gepäck“ berichtet sie im Diabetes-Anker-Podcast.

In der Kolumne Fernweh schreibt sie in jeder Diabetes-Anker-Ausgabe über ihre Reise-Leidenschaft uns alles, was dazugehört.

Auf der anderen Seite ist so manche Annehmlichkeit heutzutage beim Reisen natürlich praktisch und komfortabel: Die An- und Weiterreise kann schon vorab angeguckt und sogar gebucht werden, Online-Bewertungen geben Orientierung, wer wo wie zufrieden war und was die beliebtesten Touren sind. Wann und wo der nächste Bus genau abfährt, erfährt man heute vielerorts mit einem einfachen Blick ins Smartphone.

Als Mensch mit Diabetes profitiere ich auf Reisen ganz eindeutig vom Digitalen: Wo ist hier die nächstgelegene Apotheke? Wie heißt das Insulin im Reiseland? Wie sagt man in der Landessprache, dass man Diabetes hat? Eine medizinische Frage kann man auch mal unterwegs per Mail an die Arztpraxis schicken oder mit Gleichgesinnten über Messenger diskutieren. Daumen hoch, das erhöht das Sicherheitsgefühl!

Einen deutlichen Vorteil der digitalen Reise-Ära empfinde ich übrigens auch in der Zeit nach der Rückkehr: Mit Reisebekanntschaften lässt es sich so viel leichter Kontakt halten als früher. Regelmäßig mit dem Franzosen zu telefonieren, den man im Kloster in Nepal kennengelernt hat, ein bis zweimal im Jahr mit dem indischen Yoga-Lehrer einen Videocall abzuhalten, in dem er mir die saisonale Flora und Fauna um ihn herum zeigt – das weckt Reise-Erinnerungen und tut sehr gut gegen akutes Fernweh!


von Susanne Löw

Susanne Löw ist freie Journalistin und Autorin. Seit 2002 lebt sie mit Typ‑1‑Diabetes und hat über 60 Länder bereist. Sie schreibt regelmäßig für Diabetes-Anker (Kolumne „Fernweh“), ist Autorin des Buchs „Zucker im Gepäck“ und berät zum Reisen mit Diabetes.

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (8/9) Seite 82

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 1 Tag

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?