- Aus der Community
Kommt es am Ende doch auf die Größe an?
5 Minuten
Insulinpumpen werden immer kleiner – ein Fortschritt für viele, doch für Menschen mit Diabetes mit hohem Insulinbedarf wird dies mitunter zum Problem. Community-Autor Daniel legt dar, warum individuelle Bedürfnisse vieler Anwender:innen bezüglich der Größe einer Insulinpumpe nicht außer Acht gelassen werden sollten.
Insulinpumpen in vielen Formen und Größen: als AID-System oder ohne CGM-Integration, als Patchpumpe oder mit Schlauch, mit großem und kleinem Reservoir. Wenn man es genau nimmt, leben wir schon in einer wirklich guten Zeit. Ich denke, dass unter den verfügbaren Produkten auf dem Markt jeder – oder zumindest fast jeder – eine Pumpe findet, die den persönlichen Vorlieben entspricht. Was passiert aber, wenn man plötzlich keine Pumpe mehr im Angebot findet, die das liefert, was man persönlich braucht – nämlich ausreichend Insulin?
Entwicklung und Fortschritt machen auch bei Insulinpumpen nicht Halt – zum Glück!
Die Hersteller von Insulinpumpen bleiben natürlich auch nicht stehen. Ganz im Gegenteil. Auch hier gehen die Entwicklung und der Fortschritt immer weiter. Regelmäßig bringen etablierte Hersteller neue Modelle auf den Markt oder neue Produzenten führen ihre Produkte im Markt ein. Und das ist auch gut so! Letzten Endes sollen ja auch wir als Patienten bestens versorgt werden. Ich persönlich freue mich eigentlich immer, wenn ich einen neuen Bericht lese, wenn ein Hersteller sich wieder etwas Neues überlegt hat und das uns nun auch zur Verfügung steht.

Leider zeichnet sich für mich aber auch ein gewisser Trend ab: Und zwar habe ich das Gefühl, dass die Pumpen immer kleiner werden. Ich kann das schon auch nachvollziehen. Sehr vielen Menschen mit Diabetes ist es unangenehm, wenn ihre „Gadgets“ offen sichtbar sind. Da ist es schon sehr sympathisch, wenn die Pumpe sehr klein ist und man sie eben nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Wie gesagt, alles gut.
Es liegt natürlich auch in der Natur der Sache, dass man in kleinere Pumpen auch weniger Inhalt reinkriegt. Einerseits ist die Technik reglementiert. Bei einem Gespräch mit einem Hersteller wurde mir mal der Satz gesagt: „Ja wir wissen, dass unsere Pumpen vergleichsweise groß und schwer sind. Aber schauen Sie sich doch an, was unsere Pumpe alles kann. Die Technik braucht auch ihren Platz.“ Das ist absolut nachvollziehbar. Zu einem gewissen Grad. Sensorintegration, Prozessoren, Chips können andere Hersteller auch in kleiner. Aber besagter Hersteller hat m.E. andere Vorteile an seiner Flaggschiff-Pumpe. Aber mir geht es eher darum, dass in kleineren Pumpen auch notwendigerweise weniger Insulin Platz hat. Und das macht mir schon auch große Sorgen.
Wie viel Insulin braucht ein durchschnittlicher Mensch mit Typ-1-Diabetes am Tag? Ich muss gestehen, ich weiß es nicht genau. Ich bin kein Typ-1er von der Stange. Aber aus Gesprächen in der Community schätze ich ca. 30 – 50 I.E. am Tag (also Basal und Bolus zusammen). Ich finde das beneidenswert. Aufgrund meines Doppeldiabetes und einer erblich bedingten Insulinresistenz brauche ich an einem normalen Tag zwischen 160 und 180 I.E. in Summe. Eher mal mehr als weniger. Und da fängt jetzt für mich das Problem mit immer kleineren Insulinpumpen an.
Kleinere Insulinpumpen bedeuten auch weniger Fassungsvermögen für Insulin
Bei den größeren Geräten fasst das Reservoir 300 I.E. Insulin. Bedeutet für mich, ich reiche keine zwei Tage, aber damit komm ich klar. Ich kann damit auch Endgegner wie Pizza oder andere Kombinationen aus Kohlenhydraten und viel Fett gut abfangen. Über den dicken Daumen kann ich sagen, dass ich damit alle eineinhalb Tage das Reservoir wechseln muss. Wenn jetzt die Pumpe aber nur 160 I.E. oder noch weniger fasst, wird das für mich schon zum Problem. V.a. da ich persönlich keine Patchpumpen mag, geht nochmal etwas vom Insulin weg, um den Schlauch zu füllen. D.h. ich reiche nicht mal einen Tag. An Pumpen mit weniger Insulin brauche ich da gar nicht denken.
Zwar habe ich eine Pumpe, die mit meinem CGM arbeitet und mich auch mit Absenkungen der Basalrate bzw. Korreturboli unterstützt – und dafür bin ich auch sehr dankbar! Allerdings ist für mich und meinen Stoffwechsel der Korrekturalgorithmus deutlich zu zaghaft und kann ohne manuelles Eingreifen auch oft nicht die Werte im Zaum halten. Pumpen mit einem für mich wohl besser geeigneten Algorithmus sind aber zu klein hinsichtlich der Füllmenge.
Ich bin mir sicher, dass das nicht nur ein Problem meiner Wenigkeit ist, sondern dass es noch viele weitere Menschen mit Diabetes gibt, die in einer ähnlichen Situation sind. Natürlich kann ich die Hersteller absolut verstehen, dass sie immer mehr auch auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden – also der Patienten – eingehen. Und der Trend zeigt meiner Meinung nach eindeutig in Richtung kleiner Pumpen. Allerdings sollten sie dabei aber auch nicht vergessen, dass es auch Menschen mit Diabetes gibt, die mit geringeren Insulinmengen nicht ausreichen. Und sind es nicht auch genau die Menschen, deren Diabetesstoffwechsel schwieriger ist, die von den etwas aggressiveren Korrekturalgorithmen mehr profitieren?
Geht der Trend zu immer kleineren Systemen weiter, wird das für manche zum Problem
Bestes Beispiel sind hier mein Dawn- und Duskphänomen. Bei mir steigt der Blutzuckerspiegel binnen kürzester Zeit extrem stark an. Meine Pumpe korrigiert erst, wenn der Wert über 160 mg/dl (8,9 mmol/l) steigt und dann auch mit eher wenig Insulin. Für mich wäre es am besten, wenn früher korrigiert würde und auch der Korrekturbolus höher wäre. Das ist aber nur ein Beispiel, mit dem ich persönlich zu kämpfen habe. Nichtsdestoweniger trotz bin ich sicher nicht der einzige Mensch, dessen Typ-1-Diabetes aufgrund zusätzlicher Erkrankungen deutlich „außerhalb der Norm“ ist und auch nicht nach dem berühmten „Schema F“ behandelt werden kann.

Ich frage mich immer, wenn ich wieder etwas über neuere, noch kleinere Pumpen lese, ob die Hersteller Leute wie mich überhaupt auf dem Schirm haben. Vielleicht. Aber am Ende muss auch Geld verdient werden. Und das schafft man wohl besser, wenn man den breiten Markt bedient. Auch nachvollziehbar. Irgendwie. Aber ich muss auch gestehen, dass ich mir schon Sorgen mache. Falle ich irgendwann durchs Raster? Muss ich in fünf, zehn oder zwanzig Jahren auf ein AID-System verzichten, weil es für mich nicht mehr praktikabel ist? Ganz ehrlich, ich mache mir nicht nur Sorgen, sondern wirklich große Sorgen, dass mit dem Trend zu immer kleineren Systemen Menschen wie ich irgendwann einfach nicht mehr das Passende finden können.
Es kommt definitiv auf die Größe an!
Wenn ich mir das alles ansehe, muss ich ganz klar sagen: Ja, es kommt definitiv auf die Größe an. Aber jeder legt einen etwas anderen Fokus. Manche mögen es kleiner und unauffälliger, weil sie auch mit der Insulinmenge ausreichen. Anderen – und hierzu zähle ich mich – ist die Größe der Pumpe wohl vollkommen egal. Sie muss ausreichend Insulin im Reservoir haben, damit man sein Leben gut leben kann und sie sollte auch nicht auf die aktuellen technischen Möglichkeiten wie CGM-Integration, AID oder etwas aggressivere Korrekturen verzichten. Letzen Endes hat wohl jeder seine eigene Definition von der „richtigen“ Größe und es wäre schön, wenn das auch von den Herstellern berücksichtigt werden würde.
von Community-Redakteur Daniel
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moira postete ein Update vor 1 Woche
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
