- Behandlung
Bioreaktoren mit eigener Sauerstoffversorgung
2 Minuten
Bioreaktoren sind die Hoffnungsträger in der zukünftigen Behandlung des Typ-1-Diabetes. Dank eigener Sauerstoffversorgung können verkapselte Inselzellen im Tiermodell den Blutzucker über mehr als sieben Monate regulieren. Anders als bei unverkapselt implantierten Inselzellen ist keine Immunsuppression nötig.
Menschen mit Typ-1-Diabetes, deren Blutzucker durch Insulingaben oder Pumpentherapie nur unzureichend einzustellen ist, können sich in speziellen Fällen einer Inselzelltransplantation unterziehen. Dabei werden Inselzellen von Spendern über einen Katheter in die Leber eingespült und nehmen dort die Insulinproduktion auf, zu der die körpereigenen Betazellen bei Diabetes vom Typ-1 nicht mehr in der Lage sind. Die Patienten müssen jedoch dauerhaft Immunsuppressiva einnehmen, also Medikamente, die das eigene Immunsystem unterdrücken und so von einer Zerstörung der fremden Zellen abhalten.
Wissenschaftler haben bereits verkapselte Systeme, sogenannte Bioreaktoren entwickelt: Hier sind die Inselzellen eingebettet in Alginat und von einer Membran umgeben, die einen Stoffaustausch mit der Umgebung ermöglicht, jedoch vor Abwehrzellen des Immunsystems schützt.
Bioreaktoren mit eigenem Sauerstofftank
Ein internationales Wissenschaftlerteam aus Israel, den USA und Deutschland hat dieses System nun weiterentwickelt. Stattet man die Kapseln mit einem eigenen Sauerstofftank aus, verlängert dies die Lebenszeit der Inselzellen im Bioreaktor. Im Tiermodell setzten die Forscher eine Kapsel mit zwei Kammern ein. Die eine Kammer enthielt Inselzellen, die andere Kammer wurde mit einem Gemisch aus Sauerstoff und Stickstoff befüllt.
Über eine Membran versorgten sich die Inselzellen entsprechend ihres Bedarfs mit Sauerstoff. Bei Ratten konnte dieses Modell, das ungefähr drei Zentimeter groß und sieben Millimeter dick war, den Blutzucker über einen Zeitraum von mehr als sieben Monaten stabil halten. Diese Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im ‚Nature-Fachjournal
Scientific Reports
.
Optimierung für den Einsatz beim Menschen
Für den Einsatz beim Menschen wären jedoch noch technische Verbesserungen wünschenswert, so die Autoren. Ähnlich wie ein Herzschrittmacher wird der Bioreaktor unter die Bauchhaut implantiert. Derzeit seien die Kapseln jedoch noch sehr groß. Durch die Größe des benötigten Gastanks komme man derzeit noch auf eine Kapselgröße von ungefähr acht Zentimetern im Durchmesser.
Nachteilig sei auch die regelmäßig notwendige Befüllung der Sauerstoffkammer, die im Tiermodell täglich erfolgte. Die Autoren stellen in Aussicht, die Intervalle auf einmal wöchentlich verlängern zu können. Bevor die Geräte für Menschen mit Typ-1-Diabetes eine echte Alternative zur herkömmlichen Insulintherapie darstellen können, sind daher noch weitere Studien notwendig.
Quelle: Diabetesinformationsdienst München
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 1 Tag, 1 Stunde
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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