- Behandlung
Botenstoff GABA: Möglicher Ansatzpunkt bei Diabetes?
2 Minuten
Zwei aktuelle schwedische Studien in ‚EBioMedicine‘ beleuchten den Zusammenhang zwischen Diabetes und dem Molekül GABA. Interessanterweise, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ergibt sich der sowohl für Typ-1- als auch für Typ-2-Diabetes.
GABA steht für Gamma-Aminobuttersäure, einen wichtigen Botenstoff in unserem Zentralnervensystem. Das Molekül wird durch ein Enzym namens GAD aus der Aminosäure Glutamat hergestellt und zwar in Nervenzellen, aber auch in den Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse.
Patienten mit Typ-1-Diabetes weisen oft Antikörper gegen GAD auf. Entsprechend war GABA im Zusammenhang mit der Krankheit schon bekannt. Auch in der Regenerationsforschung werden bereits erste Ansätze mit dem Botenstoff diskutiert. Die Aminosäure sei also wichtig für die Erhaltung und möglicherweise auch für die Herstellung neuer Beta-Zellen, so die Autoren der aktuellen Arbeit in einer Mitteilung. Relativ neu sei hingegen ein Zusammenhang zwischen GABA und Typ-2-Diabetes. Hier knüpfen nun ihre aktuellen Arbeiten an.
Wieviel GABA braucht die Bauchspeicheldrüse?
In der ersten Arbeit versuchten die Autoren herauszufinden, in welchen Konzentrationen der Botenstoff GABA in der Bauchspeicheldrüse überhaupt vorkommt und wie er wirkt. Weil GABA selbst aber schwer zu messen ist, verwendeten die Autoren Oberflächenmoleküle (Rezeptoren), an die GABA bindet als Sensor für dessen Aktivität. Durch ihre Analysen konnten sie die effektiven physiologischen GABA-Konzentrationen in der Bauchspeicheldrüse bestimmen (100-1000 nano Mol). Wird dieser Wert überschritten, so die schwedischen Forscher, geben die Rezeptoren keine Signale mehr weiter.
Anschließend zeigten sie, dass die Rezeptoren aber nicht immer gleich reagieren: Sie lassen sich beispielsweise durch verschiedene Medikamente beeinflussen. Bei Typ-2-Diabetes sind sie zudem empfindlicher für GABA, was in Folge auch die Insulinausschüttung beeinflusst.
GABA und der Teufelskreis bei Typ-1-Diabetes
In der zweiten Arbeit isolierten die Wissenschaftler Immunzellen aus menschlichem Blut und untersuchten die Auswirkungen, die GABA auf diese Zellen hatte. Es zeigte sich, dass der Botenstoff Immunreaktionen unterbinden kann, indem er verhindert, dass Entzündungsmoleküle ausgeschieden werden. Darüber hinaus verhinderte GABA, dass sich die entsprechenden Immunzellen vermehren und sich die Entzündungsreaktion so ausweitet.
Die Ergebnisse deuten also auf einen Teufelskreis hin: Bei Gesunden schützt GABA die Insulin produzierenden Betazellen (von denen es auch produziert wird) vor einer fehlgeleiteten Immunreaktion, in dem es die Immunzellen und deren Entzündungsreaktion zurückhält. Sinkt aber – wie bei Typ-1-Diabetes – die Zahl der Betazellen, verringert sich folglich auch die Menge an produziertem GABA. Dadurch wird das Immunsystem schlechter kontrolliert und die Zerstörung der Bauchspeicheldrüse schreitet stärker voran.
Künftig möchten die Forscher die GABA-Signalmechanismen in den Immunzellen und in den menschlichen Betazellen weiter aufklären. Zudem interessiert sie, wie aktuelle Medikamente die Wirkung von GABA erhöhen, verringern oder nachahmen können, so die Autoren in einer Mitteilung.
Quelle: Diabetesinformationsdienst München
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 1 Tag, 1 Stunde
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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