- Aus der Community
Das Drama mit der Folgepumpe
3 Minuten
Meine Pumpe und ich sind seit über vier Jahren ein Team, und es waren die schönsten meiner inzwischen zwanzigjährigen Diabeteskarriere. 2012 habe ich mich dazu entschlossen, von der Pen- auf die Pumpentherapie umzusteigen. Zuvor hatte ich einfach nie in Erwägung gezogen, ständig eine Pumpe mit mir herumzutragen, statt mich mehrfach täglich mit einer Kanüle zu stechen. Natürlich wusste ich, dass es Insulinpumpen gibt, aber ich wollte einfach keine. Ich wollte nichts an mir „dran haben“, dass ich dann auch die ganze Zeit mit mir herumschleppen muss – und das sogar nachts noch an mir hängt. Wie gut, dass ich nach mehreren problematischen Jahren (auch bekannt als Pubertät) dann doch noch meine Meinung geändert habe. Denn als ich auf Kur war, bekam ich die Möglichkeit, eine Pumpe Probe zu tragen. Und ich habe festgestellt, dass ständig verkabelt zu sein doch gar nicht so schlimm ist.
Über die Jahre musste meine MiniMed Veo schon so einiges mitmachen: unfreiwillige Tauchgänge in der Toilette, regelmäßiges Hängenbleiben an Türklinken und Schränken sowie meine epileptischen Anfälle. Ich kippe dort um, wo ich gerade sitze oder stehe – und meistens direkt auf meine Pumpe.

Daher wäre es ja sinnvoll, nach Ablauf der Garantie eine Folgepumpe zu beantragen. Sollte demnächst mal wieder ein Austausch nötig sein (zum Beispiel wegen einer erneuten Kollision mit dem Fliesenboden meiner Wohnung), bekäme ich eigentlich keine Ersatzpumpe mehr. Wahrscheinlich würde Medtronic mir aus Kulanz eine Übergangspumpe leihen, aber so ganz darauf verlassen will ich mich dann eben doch nicht.
Es gibt nur ein Problem
Mein Diabetologe bzw. der Diabetesberater weigert sich, den Antrag zu stellen, da mein HbA1c zu schlecht sei. Von einem Antrag für ein CGM-System mal ganz zu schweigen, denn – O-Ton Berater – das würde mir meine Krankenkasse eh nicht genehmigen, da mein A1c absolut entgleist sei. Damit wir uns richtig verstehen: Es lag bei 8-Komma-irgendwas. Unter „entgleist“ verstehe ich etwas völlig anderes. Aber anstatt mir gut zuzureden – ich wusste nämlich sehr genau, dass mein Langzeitwert dringend besser werden musste, aber egal, was ich tat, es funktionierte nicht – wurde ich von ihm behandelt wie ein unmündiges Schulkind, das möglichst streng zurechtgewiesen werden musste.
Ich fühlte mich nach jedem einzelnen Termin vorgeführt, bloßgestellt und zutiefst demotiviert. Ich war zwar nur zweimal in dieser Diabetespraxis, aber bereits der zweite Termin machte mich so fertig, dass ich hinterher in Tränen ausbrach, sobald die Tür hinter mir ins Schloss fiel. Mir wurden baldige Folgeschäden wie Blindheit und Fußamputation vorhergesagt. Ich fühlte mich wie der schlechteste Diabetiker aller Zeiten, als würde ich mich absichtlich zu Grunde richten und aus Spaß mit meiner Gesundheit spielen. Natürlich ist mir die Wahrscheinlichkeit von Folgeschäden bewusst, besonders nach 20 Jahren. Aber auf diese harsche Art angefahren zu werden, war mir zu viel. Sollten Diabetologe und Diabetesberater nicht motivieren, statt mit Drohungen zu verängstigen?
Diabetologe dringend gesucht
Diese Horrorgeschichte erzählte ich einige Zeit später einem Freund, der ebenfalls Diabetiker ist. Er empfahl mir „seine“ Diabetespraxis, bei der ich einige Tage später auch anrief. Ich bekam sofort einen Termin und zwei Tage später stand ich bereits in der Praxis. Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich bin dort erst seit ein paar Monaten in Behandlung, aber ich weiß jetzt schon, dass es die beste Praxis ist, bei der ich je in Behandlung war. Die Ärzte sind alle supernett und verständnisvoll und „meine“ Dia-Fee ein echtes Schätzchen.
Ich dachte nie, dass es einmal so sein würde, aber inzwischen freue ich mich auf jeden einzelnen Termin in der Praxis. Ich habe wegen meiner momentanen Probleme – Hilfe, die Basalrate will nicht so wie ich! – mehr Termine als üblich und war deshalb in drei Monaten schon mehrfach dort. Aber auch wenn mein HbA1c inzwischen leider wieder über 8 liegt, kann ich mich darauf verlassen, dass ich mir nie Vorwürfe anhören muss.
Jetzt wird es ernst
Bei meinem letzten Termin wurde der Antrag für die Folgepumpe gestellt. Da ich bei Medtronic bleiben will, soll es die (nicht mehr ganz so neue) MiniMed 640G werden. Diese lässt sich ja auch sehr schön mit dem CGM-System koppeln, welches im Januar beantragt werden soll.
Mal sehen, ob der Antrag auf die Folgepumpe und das CGM von meiner Krankenkasse genauso reibungslos genehmigt wird wie meine allererste Pumpe. Aber selbst wenn nicht, weiß ich, dass ich eine tolle Praxis hinter mir stehen habe, die mich auch bei allen folgenden Widersprüchen und Neubeantragungen unterstützen wird. Und nicht zuletzt auch bei meinem Zusammenleben mit der Diabetessau. Denn wie wichtig ein solcher Rückhalt ist, haben mir die Erlebnisse mit der letzten Praxis gezeigt.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 2 Stunden
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 2 Tagen, 1 Stunde
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri -
cina_polada postete ein Update vor 6 Tagen, 3 Stunden
Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂
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lena-schmidt antwortete vor 3 Tagen, 12 Stunden
Hallo Cina,
wir vom Diabetes-Anker treffen uns am 25.2 virtuell per Teams falls das für dich relevant ist 🙂
Schau gerne mal in den Veranstaltungen
Liebe Grüße
Lena
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