- Behandlung
Den Hepatitis-Impfschutz im Gepäck?
3 Minuten
Der Sommerurlaub 2016 steht bei vielen Menschen kurz bevor. Die Vorfreude auf unbeschwerte Tage ist groß. Eine Reise ans Mittelmeer oder in die Tropen ist bereits gebucht oder ein Last Minute-Schnäppchen wird noch gesucht. Auf den Checklisten fürs Kofferpacken ist „Sonnenschutz“ ganz selbstverständlich aufgeführt – die Gefahren starker UV-Strahlung kennt heute jeder. Doch nicht nur die Sonne ist in vielen beliebten Reiseländern ein Gesundheitsrisiko: Die Deutsche Leberstiftung weist auf die Gefahr hin, sich im Urlaubsland mit einer gefährlichen Virushepatitis zu infizieren.
Risiko Hepatitis A-Virus
In vielen beliebten Reisegebieten – wie beispielsweise in der Mittelmeer-Region und in den Tropen – sind Hepatitis A-Viren weit verbreitet. Deshalb zählt Hepatitis A zu den typischen „Reisekrankheiten“. Da das Virus sehr widerstandsfähig ist und auch ungünstige Umweltbedingungen wie hohe Temperaturen oder viele Desinfektionsmittel überlebt, ist die Ansteckungsgefahr groß. So kann es nach dem Verzehr von ungenügend gegartem Gemüse oder dem Trinken von belastetem oder verunreinigtem Trinkwasser (auch als Eiswürfel) zu einer Infektion mit dem Virus kommen. Sogar eine Schmierinfektion durch direkten Kontakt zwischen Menschen ist möglich.
„Viele Urlauber glauben, wenn sie den ganzen Urlaub in einer separaten Hotelanlage verbringen, wären sie vor einer Ansteckung sicher. Doch das ist ein Irrglaube, auch hier können sie sich über kontaminierte Lebensmittel oder eine Schmierinfektion anstecken”, betont Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Eine Hepatitis A klingt zwar bei gesunden Menschen in der Regel nach einer Weile von selbst ab, doch bei älteren oder kranken Menschen kann eine Hepatitis A auch zu einem akuten Leberversagen führen. Eine wirkungsvolle Impfung schützt vor Hepatitis A. Selbst kurz vor Antritt der Reise ist es nicht zu spät für die Impfung.
Risiko Hepatitis B-Virus
Ein weiteres Infektionsrisiko im Urlaub ist das Hepatitis B-Virus. Die Ansteckung erfolgt über Körpersekrete wie Blut, Sperma oder Speichel. Neben ungeschütztem Sex zählen Tätowierungen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt werden, zu den häufigsten Übertragungswegen. Auch bei Kontakten mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen wie beim Barbier, bei der Fußpflege oder bei unvorhergesehenen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen besteht ein Infektionsrisiko, wenn unhygienische Bedingungen herrschen.
Meist bemerken Infizierte nichts von ihrer Erkrankung. Kommt es jedoch zu einer chronischen Entzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Zirrhose. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung.
Impfung: In Kombination geht es schneller
Die Verwendung von Kombinations-Impfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, vermindert die Anzahl der notwendigen Injektionen. „Die Wichtigkeit von hohen Schutzfaktoren beim Sonnen in südlichen Ländern ist den meisten Menschen bekannt, ich hoffe, dass auch die Gefahren durch Hepatitis-Viren und die Schutzwirkung von Impfungen zukünftig ebenso ins öffentliche Bewusstsein gelangen“, sagt Prof. Manns.
Eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B schützt für mehrere Jahre gegen eine Neuinfektion. Die Impfung erfolgt in drei Etappen: Die erste und zweite Spritze werden in einem Abstand von einem Monat gegeben; die dritte Spritze erfolgt nach weiteren sechs Monaten. Bei gesunden Erwachsenen besteht die Möglichkeit, durch ein beschleunigtes Impfschema an den Tagen 0, 7 und 21 den Impfschutz schneller zu erreichen. Die Impfungen sind gut verträglich.
Zusatznutzen: Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis delta, da diese Erkrankung nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.
Risiko Hepatitis C-Virus
Das Hepatitis C-Virus wird fast ausschließlich über Blut-Kontakte übertragen. Zu den Hauptinfektionswegen zählen unsterile Tätowiernadeln, Piercings oder Rasiermesser. In einigen Regionen Asiens oder Afrikas tragen mehr als fünf Prozent der Bevölkerung das Hepatitis C-Virus in sich. Eine Impfung gibt es gegen Hepatitis C nicht.
Es gibt heute zwar sehr gut wirkende Therapien gegen eine Hepatitis C-Virusinfektion, allerdings wird auch diese Erkrankung oft spät erkannt und kann unbehandelt in einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkrebs münden. „Auch wenn die Infektion mit einem Hepatitis-Virus in vielen Fällen schon gut behandelt werden kann – wenn sie denn entdeckt wird – ist natürlich die Vermeidung einer Infektion durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen immer noch der beste Schutz der Gesundheit“, ruft Prof. Manns zur Vorsorge auf.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
