Menschen mit Übergewicht: Vorurteile und Stigmatisierung in der ärztlichen Praxis

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Eine Patientin im roten Oberteil spricht mit einem Arzt im weißen Kittel in einem Untersuchungszimmer. Auf dem Tisch liegen Unterlagen, daneben sind ein Anatomiemodell und medizinische Geräte zu sehen.
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Menschen mit Übergewicht: Vorurteile und Stigmatisierung in der ärztlichen Praxis

In der Gesellschaft sind Vorurteile und Stigmatisierung im Hinblick auf Menschen mit Übergewicht weit verbreitet. Auch im medizinischen Bereich können sie unbemerkt die Behandlung beeinflussen, etwa in der ärztlichen Praxis.

„Sie müssen abnehmen.“ Wie fühlt es sich an, wenn man mit einem gesundheitlichen Anliegen eine Arztpraxis aufsucht und das vor jeder Diagnostik die Antwort ist? Situationen wie diese sind leider keine Ausnahme. Gewichtsbezogene Stigmatisierung bezeichnet ungerechte oder vorurteilsbehaftete Behandlung einer Person aufgrund ihres Gewichts. Dies findet in einem Macht-Ungleichgewicht statt – und das ist der Fall in der ärztlichen Praxis: Die medizinische Fachkraft ist in der Rolle der Expertin bzw. des Experten gegenüber der Patientin oder dem Patienten.

Stigmatisierung als eigenes Kapitel in der aktuellen Leitlinie

Das Thema „Gewichtsbezogene Stigmatisierung und Diskriminierung“ ist ein Problem unserer Gesellschaft, das sich auch in der Gesundheitsversorgung zeigt. Die Deutsche Adipositas Gesellschaft adressiert es aus diesem Grund auch erstmals als eigenes Kapitel an prominenter Stelle in ihrer im Oktober 2024 erschienenen Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ – denn gewichtsbezogene Stigmatisierung führt nicht nur zu einem blöden Gefühl, sondern zu Behandlungsfehlern, psychischen Begleiterscheinungen und zum Aufrechterhalten der Adipositas (starkes Übergewicht).

Adipositas ist eine komplexe Erkrankung

Stereotype und Vorurteile entstehen durch ein verkürztes Verständnis der Adipositas. Adipositas ist eine komplexe chronische Erkrankung mit vielen aufrechterhaltenden Faktoren. Die Stereotype und Vorurteile folgen jedoch der falschen Idee, dass jede und jeder die eigene Körperform beliebig verändern kann. Die Erfahrung von Schuld- und Schamgefühlen aufgrund der Stigmatisierung führt zu einer schlechteren Lebensqualität und einem größeren Risiko für psychische Erkrankungen.

Behandlungsfehler durch Stigmatisierung

Behandlungsfehler können dadurch entstehen, dass Symptome auf das Gewicht zurückgeführt werden und weniger Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung aufgezeigt werden. Dadurch bleiben tatsächliche Ursachen womöglich unerkannt. Zudem folgen dem eingangs genannten Satz nur selten unterstützende Angebote.

Stattdessen wird Stigmatisierung mit Scham und Schuld verstärkt, was eher zu Rückzug, Stress und sogar weiterer Gewichtszunahme führt – ein Teufelskreis. Die Aufnahme des Themas in die Leitlinie der Deutschen Adipositas Gesellschaft ist ein erster wichtiger Schritt, aber es gibt noch viel zu tun: Denn jeder Mensch – ganz gleich, welche Körperform – hat ein Recht auf eine gute medizinische Versorgung.

Rubrik ÜBER Gewicht

Hier dreht sich alles ums Thema Gewicht. Die Expertinnen Kirsten Metternich von Wolff und Dr. Astrid Tombek geben Tipps und Anregungen. Sie erklären, was rund ums Thema wichtig, hilfreich und interessant ist. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann gern eine E-Mail schreiben an: info@metternich24.de. Hier gibt es alle Beiträge aus der Rubrik.


von M.Sc. Psych. Laura Klinker

Laura Klinker ist Psychologin mit der Zusatzbezeichnung „Psychodiabetologie“. Sie ist tätig an der Diabetes-Klinik Mergentheim, bietet Workshops und Vorträge an und betreibt den Podcast „Eine Prise Achtsamkeit“.

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (8/9) Seite 43

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  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂