Vorteile der Gewichtsabnahme scheinen zu überwiegen: Ist der Jo-Jo-Effekt wirklich schädlich?

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Illustration vor korallenrotem Hintergrund: Zwei Frauen sitzen auf großen lila Jo-Jos, die an Schnüren hängen, als Sinnbild für den Jo-Jo-Effekt beim Abnehmen.
Foto: Pavlo Syvak – stock.adobe.com
Vorteile der Gewichtsabnahme scheinen zu überwiegen: Ist der Jo-Jo-Effekt wirklich schädlich?

Zwei Wissenschaftler haben jahrzehntelange Forschung zum Jo-Jo-Effekt nach einer Diät ausgewertet, um herauszufinden, ob dieser tatsächlich so schädlich ist, wie weithin angenommen. Ihr klares Ergebnis: Die Vorteile einer Gewichtsabnahme überwiegen die befürchteten Risiken in den meisten Fällen deutlich.

Prof. Dr. Faidon Magkos von der Universität Kopenhagen und Prof. Dr. Norbert Stefan, der am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, dem Universitätsklinikum Tübingen und bei Helmholtz Munich tätig ist, haben sich in einer Studie kritisch mit jahrzehntelanger Forschung zum Thema Gewichtsschwankungen auseinandergesetzt. Ihr Fazit: Es gibt keine überzeugenden kausalen Belege dafür, dass der Jo-Jo-Effekt als solcher bei Menschen mit Adipositas zu langfristigen Schäden führt.

„Viele Menschen, die mit ihrem Gewicht zu kämpfen haben, schrecken davor zurück, abzunehmen, weil sie befürchten, dass der Jo-Jo-Effekt zu Muskelabbau führen und ihren Stoffwechsel beeinträchtigen könnte“, sagt Prof. Magkos. „Unsere Untersuchung zeigt, dass diese Befürchtungen weitgehend unbegründet sind. In den meisten Fällen überwiegen die Vorteile einer Gewichtsabnahme eindeutig die theoretischen Risiken des Jo-Jo-Effekts.“

Keine Belege für Verantwortlichkeit des Jo-Jo-Effekts an lebenslanger Gewichtszunahme

Und Prof. Stefan erklärt: „Bei angemessener Berücksichtigung von Vorerkrankungen, Alter und einer allgemeinen Neigung zu Übergewicht verschwinden die vermeintlichen schädlichen Auswirkungen des Jo-Jo-Effekts weitgehend.“ In den meisten Fällen kehren Menschen zu einer Körperzusammensetzung zurück, die der zu Beginn ähnlich und nicht schlechter ist.

Auch gibt es keine fundierten Belege dafür, dass der Jo-Jo-Effekt für die lebenslange Gewichtszunahme verantwortlich ist, die bei Menschen mit Adipositas häufig zu beobachten ist. Die Autoren weisen auf ein wichtiges Detail hin: Eine erneute Gewichtszunahme macht viele der positiven Auswirkungen einer Gewichtsabnahme rückgängig, wie etwa Verbesserungen bei Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerten.

Aber: „Eine erneute Gewichtszunahme bringt die Menschen wieder auf das Ausgangsrisiko zurück – nicht darüber hinaus“, so Prof. Magkos. Tatsächlich zeigen mehrere groß angelegte Studien, dass der Jo-Jo-Effekt kein Indikator mehr für das Risiko von Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, wenn das durchschnittliche Körpergewicht über einen längeren Zeitraum berücksichtigt wird. Es scheint, dass ein höherer Körperfettanteil an sich der ausschlaggebende Faktor für das Stoffwechselrisiko ist.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD)

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße