Diabetes und Auge: Retinopathie und Makulopathie vorbeugen

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Diabetes und Auge: Retinopathie und Makulopathie vorbeugen | Foto: puhhha – stock.adobe.com
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Diabetes und Auge: Retinopathie und Makulopathie vorbeugen

Diabetes kann zu verschiedenen Erkrankungen im Auge beitragen. Vor allem geht es um die Retinopathie und die Makulopathie. Vorbeugen und frühes Erkennen sind dabei wichtig, um das Sehvermögen zu erhalten.

Die diabetische Retinopathie ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung der Netzhaut, die als Folge eines meist langjährigen Diabetes entsteht. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für Sehminderung und Erblindung im Erwachsenenalter. Um die Auswirkungen dieser Erkrankung zu verstehen, ist ein grundlegendes Verständnis der Anatomie des Auges notwendig.

Auge in Schichten

Das Auge ist ein hochkomplexes Sinnesorgan, das Lichtreize in elektrische Signale umwandelt. Diese verarbeitet das Gehirn zu Bildern. Das Auge besteht aus mehreren Schichten, unter anderem: Die von der Hornhaut geschützte Linse bündelt das Licht und projiziert es auf die Netzhaut (Retina), die innere Schicht des Auges. Diese enthält die Licht-empfindlichen Fotorezeptoren – Stäbchen und Zapfen –, welche Lichtreize in Nerven-Impulse umwandeln. Diese Signale werden dann über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet.

Das Fallbeispiel: Sehvermögen mit Injektionen verbessert

Peter M., 58 Jahre alt, seit 18 Jahren Typ-2-Diabetes, stellt sich in der augenärztlichen Praxis vor, weil er seit einigen Wochen zunehmend verschwommen sieht und beim Lesen schnell ermüdet. Außerdem bemerkt er gelegentlich dunkle Flecken im Gesichtsfeld. Schmerzen bestehen keine. Seine Blutzuckerwerte schwanken stark, der letzte HbA1c-Wert lag bei 8,4 % bzw. 68 mmol/mol. Zudem bestehen, trotz Behandlung, ein hoher Blutdruck und Fettstoffwechsel-Störungen.

Der Augenarzt stellt eine nicht proliferative diabetische Retinopathie mit Makula-Ödem (beides Schäden am Augenhintergrund) fest. Er empfiehlt Peter M. eine Therapie: Optimieren der Blutzuckerwerte (Ziel-HbA1c unter 7,0 % bzw. 53 mmol/mol) und eine strengere Kontrolle des Blutdrucks und der Blutfette. Zum Behandeln des Makula-Ödems bekommt Peter M. eine Therapie mit Spritzen ins Auge, die das Wachstum von neuen Gefäßen hemmen. Zudem bekommt er Informationen über die Bedeutung eines gesunden Lebensstils.

Nach drei Injektionen ins Auge, die nicht schmerzhaft waren, und niedrigeren Blutzuckerwerten (HbA1c 7,1 % bzw. 54 mmol/mol) zeigt sich in der Verlaufskontrolle eine deutliche Reduktion des Makula-Ödems. Die Sehschärfe verbessert sich.

Feine Gefäße in der Netzhaut

Die Netzhaut wird von einem feinen Gefäßnetz versorgt, das empfindlich auf Stoffwechsel-Veränderungen reagiert. Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten, wie sie bei Diabetes bestehen können, kommt es zu Schäden an den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren).

Die inneren Zellen (Endothelzellen) der Gefäßwände werden geschädigt, die sie umgebende Basalmembran verdickt sich und es entstehen kleine Ausbuchtungen der Gefäßwände (Mikroaneurysmen). Diese führen zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäße, wodurch Flüssigkeit und Blutbestandteile in das umliegende Gewebe der Netzhaut austreten können.

Diese frühen Veränderungen kennzeichnen die nicht proliferative diabetische Retinopathie (NPDR). Typisch sind Mikroaneurysmen, punktförmige Blutungen und Fett-Ansammlungen (harte Exsudate). Durch den zunehmenden Verschluss kleiner Gefäße wird die Sauerstoff-Versorgung der Netzhaut gestört. Der daraus entstehende Sauerstoff-Mangel (Hypoxie) aktiviert Wachstumsfaktoren, insbesondere den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (vascular endothelial growth factor, VEGF). Dieser fördert die Neubildung von Blutgefäßen – ein Prozess, der die proliferative diabetische Retinopathie (PDR) kennzeichnet.

Die neugebildeten Gefäße sind brüchig und durchlässig, was zu Blutungen in den Glaskörper führen kann. Der Glaskörper füllt das Innere des Augapfels aus und ist klar. Blutungen in den Glaskörper können das Sehvermögen plötzlich und stark beeinträchtigen. Im Verlauf kann der Glaskörper auch schrumpfen. Sind neue Gefäße in der Netzhaut und auch in den Bereich des Glaskörpers gewachsen, kann es zu Vernarbung und dadurch zu Zugkräften und zur Netzhaut-Ablösung kommen.

Eine besondere Form der Schädigung des Augenhintergrunds stellt das diabetische Makula-Ödem dar. Hierbei dringt Flüssigkeit in den Bereich der Makula – den Punkt des schärfsten Sehens im Auge.

Tab. 1: Retinopathie – Unterschiede bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Typ-1-Diabetes

Typ-2-Diabetes

  • bei Kindern vor der Pubertät ist eine Retinopathie selten
  • die Prävalenz (Vorhandensein) der diabetischen Retinopathie beträgt 24 bis 27 Prozent
  • ein klinisch signifikantes Makula-Ödem kann bei bis zu 10 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes auftreten
  • bei Diagnose-Stellung des Diabetes besteht bei 2 bis 16 Prozent bereits eine Retinopathie
  • eine Retinopathie kann bei 9 bis 16 Prozent nachgewiesen werden
  • eine diabetische Makulopathie tritt bei 6 Prozent auf

Quelle: DDG-Praxisempfehlung Diabetische Retinopathie und Makulopathie, 2024

Die ersten Anzeichen

Die diabetische Retinopathie bleibt in ihren frühen Stadien meist ohne Symptome. Erste Anzeichen treten oft erst bei fortgeschrittenen Veränderungen auf. Betroffene bemerken unscharfes Sehen, schwankende Sehschärfe, Schwierigkeiten beim Lesen oder beim Erkennen von Farben. Bei Blutungen in den Glaskörper können plötzlich schwarze Punkte, Schlieren oder „Rußregen“ im Sichtfeld auftreten. In schweren Fällen kommt es zu Gesichtsfeld-Ausfällen oder massivem Sehverlust. Schmerzen treten in der Regel nicht auf, was zur späten Diagnose beitragen kann.

Was der Augenarzt untersucht

Da die Erkrankung lange unbemerkt verlaufen kann, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen essenziell. Die wichtigste Untersuchung ist die Spiegelung des Augenhintergrunds (Funduskopie), bei der Veränderungen wie Mikroaneurysmen, Blutungen, Exsudate oder Gefäß-Neubildungen sichtbar werden. Ergänzend hilft eine Fluoreszenz-Angiographie. Dabei werden nach Injektion eines Farbstoffs die Netzhautgefäße fotografisch dargestellt, um Undichtigkeiten oder Verschlüsse zu erkennen.

Zum Beurteilen der Makula wird zunehmend die optische Kohärenztomographie eingesetzt. Sie liefert hochauflösende Querschnittsbilder der Netzhaut und ermöglicht den Nachweis eines Makula-Ödems. In Einzelfällen können Ultraschall-Untersuchungen (B-Bild-Sonographie) hilfreich sein, insbesondere bei Glaskörper-Blutungen, die die Sicht auf die Netzhaut behindern. Studien zeigen: Künstliche Intelligenz (KI) kann wahrscheinlich zunehmend eine frühere und noch genauere Diagnose ermöglichen.

Tab. 2: Untersuchungen durch den Augenarzt/die Augenärztin

Untersuchung

untersuchter Parameter

  • Sehtest
  • Spaltlampen-Untersuchung
  • Augenspiegelung (Funduskopie)
  • Fluoreszenz-Angiographie
  • optische Kohärenztomographie
  • Amsler-Gitter
  • Sehschärfe
  • vorderer Augenabschnitt (Hornhaut, Linse, Glaskörper)
  • hinterer Augenabschnitt (Netzhaut)
  • Gefäße der Netzhaut
  • Vermessen der Netzhaut
  • Verzerrtsehen; Prüfung des zentralen
  • Gesichtsfelds

Das eigene Verhalten ist wichtig

Das Fundament der Behandlung bildet die konsequente Kontrolle der Glukosewerte, des Blutdrucks und der Blutfettwerte. Für Menschen mit einer diagnostizierten diabetischen Retinopathie spielt das eigene Verhalten eine entscheidende Rolle im Verlauf der Erkrankung.

Eine stabile Stoffwechsellage ist die wichtigste Grundlage, um ein Fortschreiten der Netzhautschäden zu verhindern oder zumindest deutlich zu verlangsamen, wie Studien zeigen. Dauerhaft erhöhte Glukosewerte können zu weiteren Schädigungen der Netzhautgefäße führen. Ziel sind daher möglichst konstante und normnahe Glukosewerte. Starke Schwankungen sind für die Netzhaut eher schädlich.

Der individuelle Zielwert für den Langzeit-Blutzucker (HbA1c) sollte mit dem behandelnden Diabetologen bzw. der behandelnden Diabetologin abgestimmt werden. In der Regel liegt dieser bei etwa 6,5 bis 7,0 % bzw. 48 bis 53 mmol/mol, wobei ein zu schnelles oder übermäßiges Senken höherer Werte vermieden werden sollte. Ein abruptes Normalisieren der Glukosewerte bei zuvor stark erhöhten Werten kann vorübergehend zu einer Verschlechterung der Retinopathie führen, da sich die Gefäßdurchblutung plötzlich verändert.

Gesunder Lebensstil unterstützt

Ein gesunder Lebensstil unterstützt den Therapieerfolg entscheidend. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, regelmäßige körperliche Bewegung und Rauch-Verzicht, da Nikotin die Durchblutung der Netzhaut zusätzlich verschlechtert. Auch ein gut eingestellter Blutdruck und Blutfettwerte im Normbereich sind wichtig, um die Schädigung der Gefäße zu reduzieren.

Regelmäßig zum Augenarzt

Bei bestehender Retinopathie sind regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt unverzichtbar. Je nach Schweregrad sollten Untersuchungen im Abstand von drei bis sechs Monaten erfolgen. Nur so können neue Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor bleibende Schäden entstehen. Patientinnen und Patienten mit Makula-Ödem oder proliferativer Retinopathie benötigen häufig engmaschigere Kontrollen und gegebenenfalls wiederholte Injektionen oder Laser-Behandlungen.

Merke: Betroffene sollten Veränderungen des Sehvermögens ernst nehmen und sofort ärztlich abklären lassen. Warnzeichen sind plötzliche Sehverschlechterungen, Lichtblitze, schwarze Punkte, Schleier oder verzerrtes Sehen. Ein plötzlich auftretender „Rußregen“ im Auge kann auf eine Glaskörper-Blutung hinweisen und ist ein augenärztlicher Notfall.

Therapie fürs Auge

Eine bewährte Therapie-Methode ist die Laser-Fotokoagulation, bei der gezielt kleine Areale der Netzhaut mit Laserstrahlen verödet werden. So sinkt der Sauerstoff-Bedarf und das Wachstum neuer Gefäße wird gehemmt. Bei Gefäß-Wachstum oder Makula-Ödem werden Injektionen ins Auge gegeben. Dabei werden Medikamente gegen Wachstumsfaktoren direkt in den Glaskörper injiziert, um die krankhafte Gefäß-Neubildung zu stoppen. Alternativ oder ergänzend können Kortikosteroide (z.B. Kortison) verabreicht werden, um entzündliche Prozesse zu reduzieren.

In schweren Fällen, insbesondere bei Glaskörper-Blutungen oder drohender Netzhaut-Ablösung, ist eine operative Behandlung notwendig. Hierbei wird der Glaskörper entfernt und durch eine klare Flüssigkeit ersetzt, um das Sehvermögen zu stabilisieren und Zugkräfte auf die Netzhaut zu beseitigen.

Verlauf und Vorbeugung

Die Prognose hängt entscheidend von der Früherkennung ab. Wird die Erkrankung rechtzeitig entdeckt und behandelt, kann das Fortschreiten meist aufgehalten und das Sehvermögen erhalten werden. Unbehandelt führt die diabetische Retinopathie jedoch häufig zu nicht mehr reparablen Schäden in der Netzhaut bis hin zur Erblindung. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen (siehe Tabelle 3) sind daher lebenslang erforderlich.

Tab. 3: Empfehlungen zur Untersuchung des Augenhintergrunds

Typ-1-Diabetes

Typ-2-Diabetes

  • bei Diagnose vor dem 11. Lebensjahr Untersuchung nach einer Diabetesdauer von fünf Jahren
  • bei Diagnose ab dem 11. Lebensjahr Untersuchung sofort bei Feststellung der Erkrankung
  • ohne Retinopathie und allgemeine Risikofaktoren Untersuchung alle zwei Jahre
  • bei Diagnosestellung sofortige Untersuchung
  • ohne Retinopathie und allgemeine Risikofaktoren (siehe Text) Untersuchung alle zwei Jahre
  • ohne Retinopathie, aber mit allgemeinen Risikofaktoren jährliche Untersuchung
  • bei bereits bestehenden Augenveränderungen nach Maßgabe des behandelnden Augenarztes

Ausnahmen:

  • Schwangere mit Diabetes: sofort bei Feststellung der Schwangerschaft, dann alle drei Monate; bei Auftreten oder Verschlechterung einer Retinopathie entscheidet der Augenarzt über die Intervalle vor geplanter und nach schneller und deutlicher Blutzuckersenkung müssen alle Patientinnen und Patienten kurzfristig vom Augenarzt überwacht werden – insbesondere bei vorbekannter Retinopathie
  • vor geplanter und nach schneller und deutlicher Blutzuckersenkung müssen alle Patientinnen und Patienten kurzfristig vom Augenarzt überwacht werden – insbesondere bei vorbekannter Retinopathie

Zusammenfassung

Die Behandlung der diabetischen Retinopathie erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Diabetologe und Augenarzt. Nur durch eine ganzheitliche Betreuung lassen sich der Stoffwechsel stabilisieren und die Augenerkrankung effektiv behandeln. Ergänzend können Ernährungsberatung und Diabetes-Schulung helfen, Selbstkontrolle und Krankheits-Verständnis zu verbessern.


von Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl

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Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (12) Seite 34-37

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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